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FLUG REVUE 01/2015

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Alexander Gerst: Sein Blick auf die Erde. Multitalent: Tornado bleibt unverzichtbar. Erstkunde Qatar: A350 klar für den Linienflug. Pilotenbedarf: Lufthansa sagt Ausbildungskurse ab.

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Panavia Tornado mit ASSTA 3 „Die neue Aufgabe SEAD erfordert einen grundlegenden Wandel im Ausbildungsflugbetrieb“ Michael Krah (Kommodore) pertise mit in den Norden brachten. „Wir wollen das Personal vernünftig ausbilden, aber nicht überfordern“, so Krah. Auf der Strecke bleibt dabei ein wenig die dritte Rolle des Verbandes, der mit der Vielfalt seiner Aufgaben tatsächlich ein echtes Taktisches Luftwaffengeschwader ist: „Die maritime Seekriegführung aus der Luft leidet – auch weil der von den Marinefliegern übernommene Seezielflugkörper Kormoran inzwischen ausgesondert ist.“ Zwar könne man die HARM ebenfalls gegen Schiffe einsetzen. „Für die Aufgabe Seekrieg aus der Luft fehlt uns jedoch die geeignete Bewaffnung“, erläutert der Kommodore. Allerdings fordere die Flotte dies auch nicht mehr so ein: „Das Einsatzgenebeneinander stehen, gibt es derzeit noch mehr einsatzfähige Recce- als ECR- Besatzungen. „Wenn neue Crews aus der Tornado- Grundausbildung in Holloman kommen, durchlaufen sie hier in Jagel zunächst die Europäisierung und dann die taktische Erstausbildung“, erläutert Hauke. Danach wird entschieden, wer mit welchem Strang in der Schulung beginnt. „In der weiteren Ausbildung konzentrieren sich Pilot und WSO zunächst entweder auf die Aufklärungs- oder die ECR-Rolle – und erst, wenn sie damit komplett fertig sind, ist die jeweils andere Rolle dran.“ Im Prinzip sollen alle alles können. „Aber das ist schon eine Herausforderung, beide Aufgaben in einer Staffel zu konzentrieren statt in zwei Geschwadern“, sagt Oberst Krah. Immerhin habe man die SEAD-Rolle erst Anfang 2013 vom aufgelösten Jagdbombergeschwader 32 im bayerischen Lechfeld übernommen, mit den entsprechenden Flugzeugen und zehn Besatzungen, die die Ex- Die Aufgabe Seekrieg aus der Luft hat momentan keine Priorität. 52 FLUG REVUE JANUAR 2015 www.flugrevue.de

iet der Marineflieger war früher die Nord- und Ostsee, jetzt ist die Marine weltweit mit Schutz- und Überwachungsaufgaben im Einsatz.“ Man versuche dennoch, die Expertise zu bewahren, um sie bei Bedarf reaktivieren zu können. „Aber alle drei Rollen zugleich abrufbar zu halten, das geht einfach nicht.“ Zumal es noch eine vierte Rolle des Verbandes gibt, nämlich den Einsatz der unbemannten Luftfahrzeuge (RPA – Remotely Piloted Aircraft) aus der 2. Staffel heraus, in der die 35 RPA-Führer und 25 Payload-Operatoren zusammengefasst sind und im turnusmäßigen Wechsel die beiden von Israel geleasten Heron-Aufklärungssysteme mit ihren drei Luftfahrzeugen in Afghanistan betreiben. Hier sind für den Kommodore noch viele Fragen offen: „Wie geht es auf diesem Sektor weiter, wie sieht der Nachfolger für den Heron aus, wann kommt er – und was ist mit einer Alternative für den Euro Hawk?“ Krah wünscht sich möglichst rasche Entscheidungen, „schon aus Gründen der Planungssicherheit für meine Soldatinnen und Soldaten“. Die RPA-Infrastruktur jedenfalls sei fast fertiggestellt, Hallen und Hangars stünden bereit, die Runway 08/25 sei für den Euro Hawk erweitert worden und könne jederzeit in Betrieb genommen werden. Bis 2019 komme noch das Gebäude für das Ausbildungszentrum Abbildende Aufklärung dazu, das von Fürstenfeldbruck nach Norden verlegt werden soll, und ein neues, gemeinsames Gebäude für die beiden fliegenden Staffeln. „Dann hat Jagel eine sehr gute Infrastruktur, um künftig für unbemannte Luftfahrzeuge die Drehscheibe in Deutschland zu sein.“ GROSSER PLATZ MIT GUTEN ÜBUNGSMÖGLICHKEITEN Ohnehin sei der Platz von den Möglichkeiten her einzigartig in der Luftwaffe: „Während des Tiger Meet 2014 hatten wir 70 Gastmaschinen vor Ort, das geht sonst nirgendwo.“ Auch für JAWTEX 2014, wo das Zusammenspiel der Teilstreitkräfte mit internationaler Beteiligung geprobt wurde, war Jagel mit seinen weiträumigen Übungsgebieten über Nord- und Ostsee als zentrale Basis die erste Wahl. „2016 gibt es hier wieder eine derartige Übung, und die soll noch größer werden“, so der Oberst. Für 2015 jedoch will er dem Verband etwas mehr Ruhe gönnen und die Ausbildung vorantreiben, denn 2014 sei sehr anstrengend gewesen: „JAWTEX und das Tiger Meet auszurichten war eine Herkulesaufgabe.“ So wird der Luftraum über Jagel im nächsten Jahr wieder hauptsächlich den Tornados mit dem Pantherkopf am Leitwerk gehören. Zehn Einsatzjahre hat die Schwenkflüglerflotte dann noch vor sich – wenn sich die Planung der Luftwaffe nicht ändert: „Alles hängt davon ab, wie die Air-to-ground-Rolle in Zukunft abgebildet werden soll“, sagt Krah. „Mit den zurzeit stattfindenden Modernisierungsmaßnahmen ist der ECR-Tornado zukunftsfähig – auch noch weit über das Jahr 2025 hinaus.“ FR Neuer Standard ASSTA 3.1 Entwicklung in Manching Beim nächsten Modernisierungsschritt soll auch das EloKa-System verbessert werden. Das TaktLwG 51 hat die ECR-Tornados des aufgelösten JaboG 32 übernommen. Fotos: Petersen, Zeitler (1) Während in den beiden Geschwadern der Luftwaffe die Einführung des ASSTA-3-Standards läuft, wird bei der Industrie an weiteren Verbesserungen gearbeitet. Zu den aktuellen Entwicklungen gehören eine Ausweitung der MIDS/Link-16-Funktionalitäten (zusätzliche Message-Formate wie Zielzuweisungen), zwei weitere Farbdisplays im hinteren Cockpit (bessere Integration von Informationen) sowie ein neuer Täuschkörperwerfer mit integriertem Lenkwaffenwarnsensor. www.flugrevue.de FLUG REVUE JANUAR 2015 53

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