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FLUG REVUE 01/2015

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Alexander Gerst: Sein Blick auf die Erde. Multitalent: Tornado bleibt unverzichtbar. Erstkunde Qatar: A350 klar für den Linienflug. Pilotenbedarf: Lufthansa sagt Ausbildungskurse ab.

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Griechenland stellt A-7 außer Dienst Ende eines Klassikers Auch die letzten fliegenden A-7 sind nun im Ruhestand. Den Abschied feierten die griechischen Luftstreitkräfte Mitte Oktober in Araxos. Noch im Juli führte die 336 Mira auf dem Übungsplatz in Kranea das letzte Bombenwurftraining durch, doch am Ende war die Flotte der Corsair II auf nur noch fünf flugfähige Maschinen geschrumpft. Eine weitere Nutzung wurde untersucht, erwies sich aber als nicht praktikabel, denn es fehlten einfach bestimmte kritische Ersatzteile etwa für den Schleudersitz oder für das Triebwerk. So schloss sich bei der Elliniki Polemiki Aeroporia mit einer Feier am 17. Oktober in Araxos nach fast 40 Jahren das Kapitel A-7. Von den einst fünf Staffeln hatte in den letzten fünf Jahren nur noch die 336 Mira „Olympos“ die A-7E und die doppelsitzige TA-7C im Bestand. Ihre Aufgabe wechselte dabei zunehmend von der Luftnahunterstützung, der Abriegelung des Gefechtsfelds und der Aufklärung hin zur Schulung von frisch ausgebildeten Piloten, bevor diese auf modernere Muster wie Mirage 2000 oder F-16C Block 52+ umstiegen. Der Kursus Zum Abschied wurde eine A-7E mit einem Sonderanstrich versehen, der alle Staffelwappen enthält. Schon vor dem Ende sind viele Corsair II ausgemustert und ausgeschlachtet worden. 54 FLUG REVUE JANUAR 2015 www.flugrevue.de

in Araxos umfasste etwa 55 Flüge mit 80 Flugstunden und bot den Schülern wertvolle Praxis in der Tiefflugnavigation, im Abwurf von Bomben und in der Missionsplanung. Mit dem ALR-45-Behälter und seiner Infrarotkamera waren Nachtflüge in niedrigen Höhen möglich. Die Erfahrung zeigte, dass die Piloten auf diese Weise gut für weitere Aufgaben gerüstet waren. Auch wenn die A-7 heute ein Oldie ist, war der Jagdbomber bei seiner Einführung in den späten 1960er Jahren doch mit vergleichsweise modernen Systemen ausgestattet. Die Wartungsfreundlichkeit wurde von den griechischen Technikern bis zuletzt ebenfalls sehr positiv bewertet. Die Hellenic Air Force war der erste Exportkunde für die A-7. Im Juni 1974 wurden zunächst 60 A-7H bestellt, eine speziell angepasste Variante ohne Luftbetankungsfähigkeit, aber mit der Möglichkeit zum autonomen Triebwerksstart und dem Einsatz von Sidewindern an zwei Waffenträgern seitlich am Rumpf. Im Mai 1975 trafen die ersten A-7H in Souda Bay (Kreta) ein, wo sie bei der 340 Mira in Dienst gestellt wurden. Bis 1977 wurden auch die 345. und die 347. Staffel des 115. Geschwaders mit der Corsair II ausgerüstet. 1980 folgten noch fünf doppelsitzige TA-7H. Der Bestand wurde in den 90er Jahren praktisch verdoppelt. Nach dem Golfkrieg 1991 billigte das Pentagon nämlich die Übergabe von 62 A-7E und TA-7C aus den Beständen der US Navy. Die ersten Flugzeuge trafen Ende März 1993 in Araxos ein, wo die Staffeln 335 und 336 vom Starfighter auf die Corsair II wechselten. Nach dem Jahr 2000 ersetzten dann vier TA-7C einige Verluste. In der Zwischenzeit hatte beim 115. Geschwader auf Kreta die Umrüstung auf die F-16 Fighting Falcon begonnen. Die letzten A-7H gingen 2007 außer Dienst. Auch die 335 Mira erhielt ab 2009 neue F-16, so dass die 336 Mira übrig blieb. Deren Piloten zeigten sich durchaus beeindruckt von den Fähigkeiten des robusten Jagdbombers, der sich vor allem durch problemlose Flugeigenschaften auszeichnete. Gerade im Tiefflug war die Corsair II auch wendig genug, um moderneren Jägern zu entkommen. FR CEES-JAN VAN DER ENDE / KS Fotos: van der Ende (2), Saab, M. Altmann Saab: Erfolg in Südamerika Brasilien unterschreibt für 36 Gripen NG Schneller als gedacht haben Saab und das brasilianische Verteidigungsministerium die Verhandlungen über die Beschaffung neuer Kampfjets abgeschlossen. Bevor am Sonntag der zweite Urnengang zur Präsidentschaftswahl anstand, unterzeichneten Saab und das brasilianische Verteidigungsministerium am Freitag, den 24. Oktober, in Brasilia noch schnell den Kaufvertrag für die Gripen. 13 Milliarden Real (4,21 Milliarden Euro) sollen investiert werden, damit die Forca Aérea Brasileira ab 2019 endlich wieder einen modernen Fighter im Bestand hat. Bis 2024 sollen 36 Gripen NG geliefert werden. Acht davon sind Doppelsitzer, die erst noch entwickelt werden müssen und deshalb gegen Ende des Zeitraums gebaut werden. Brasilien hatte im Dezember 2013 der Gripen NG den Vorzug gegenüber der Dassault Rafale und der Boeing F/A- 18E/F gegeben. Seither war über die Details des Deals verhandelt worden. Es ist der größte Auftrag, den Saab jemals an Land gezogen hat. Für Brasilien bedeutet der Vertrag „einen Sprung nach vorn, nicht nur für Embraer, sondern für unsere Industrie im Allgemeinen“, so Alvani Adao da Silva, Direktor der DCTA (Forschungs- und Technologieabteilung). Beteiligt werden laut Saab-Chef Hakan Buskhe unter anderem AEL, Akaer, Atech und SBTA. Es ist ein umfassender Technologietransfer an die brasilianische Industrie vorgesehen, der über zehn Jahre läuft. Buskhe verspricht dem „strategischen Partner“ Embraer die „Fähigkeit, Kampfflugzeuge zu entwickeln und zu bauen“. Bereits ab Anfang 2015 sollen 150 Ingenieure aus Brasilien in Linköping an der Konstruktion des Doppelsitzers mitarbeiten. Er wird ausschließlich in Gaviao Peixoto montiert, da Schweden als Erstkunde der neuen Gripen-Generation keinen Zweisitzer bestellt hat. Insgesamt ist die Endmontage von etwa 15 Maschinen in Brasilien geplant. Derzeit wird noch darüber verhandelt, ob die Forca Aérea Brasileira bis zur Verfügbarkeit der Gripen NG von Schweden leihweise ein Dutzend Gripen C/D erhält. Stationiert würden die Fighter bei der 1° Grupo der Defesa Aérea in Anápolis, wo bis Dezember 2013 gemietete Mirage 2000 im Dienst standen. Über den heimischen Auftrag hinaus soll Embraer die Verkaufsbemühungen der Gripen in Südamerika unterstützen. Überraschend kündigte zum Beispiel der argentinische Verteidigungsminister Agustin Rossi am 21. Oktober an, dass sein Land an der Beschaffung von 24 Gripen NG interessiert sei. An deren Bau sollte auch die argentinische Industrie beteiligt werden. Ob sich ein solcher Kauf realisieren lässt, ist aber nicht nur wegen der desolaten Finanzlage des Landes fraglich. In der Gripen NG sind nämlich wichtige Systeme aus Großbritannien wie das Radar verbaut. Eine Exportgenehmigung für den Gegner im Falklandkrieg scheint momentan ausgeschlossen. FR KARL SCHWARZ www.flugrevue.de FLUG REVUE JANUAR 2015 55

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