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FLUG REVUE 01/2015

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Alexander Gerst: Sein Blick auf die Erde. Multitalent: Tornado bleibt unverzichtbar. Erstkunde Qatar: A350 klar für den Linienflug. Pilotenbedarf: Lufthansa sagt Ausbildungskurse ab.

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Roll-out der Embraer KC-390 Mit ihren großen Cockpitfenstern sieht die KC-390 kleiner aus, als sie ist. pit neben den üblichen großen Farbbildschirmen Head-up-Displays für beide Piloten. Hier lassen sich unter anderem die Bilder der in der Nase montierten Infrarotkamera des Enhanced Vision System einblenden. Entscheidend für die Leistungen der KC-390 sind aber die Triebwerke. Embraer setzt auf zwei V2500-Turbofans, wie sie auch im Air- les, zum anderen die etwas höhere Zuladung von 23 Tonnen (gegenüber 21,7 t) in einem marginal größeren Frachtraum. Mit modernen Systemen will man zudem eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sicherstellen. Von Beginn an hat Embraer auf eine Komplettausstattung geachtet. Schon beim Prototyp sind zum Beispiel die Vorrichtungen für das umfassende elektronische Selbstschutzsystem (Radar- und Laserwarner, Lenkwaffendetektor, Abwehrlaser und Täuschkörperwerfer) vorhanden. Die KC-390 verfügt über ein elektronisches Flugsteuersystem mit programmierten Begrenzungen und hat im Cockbus A320 verwendet werden. Probleme mit dieser Auslegung zum Beispiel beim Ausfall eines Triebwerks nach dem Start sieht Gastao Silva nicht. Auch beim Einsatz von unvorbereiteten Pisten aus sei man nicht anfälliger als die traditionellen Turboprops. Umfangreiche aerodynamische Berechnungen hätten gezeigt, dass die Lufteinläufe hoch genug liegen, Wichtige Zulieferer AEL (Brasilien): Selbstschutzsystem, Missionsrechner Aernova (Spanien): Klappen, Querruder, Seitenruder Aero Vodochody (Tschechien): Teil der Hecksektion, Laderampe, Türen BAE Systems (USA): Flugsteuerungscomputer, Servoelektronik Cobham (Großbritannien): Luftbetankungsbehälter ELEB (Brasilien): Fahrwerk EVO (Portugal): Leitwerke, Flügelbeplankungen Fábrica Argentina de Aviones (Argentinien): Türen, Spoiler, Avionikregale UTC Aerospace Systems (USA): Vereisungswarner, Kraftstoffanzeige Hispano-Suiza (Frankreich): Elektrik-Kontrolle IAE: V2500-Triebwerk Liebherr-Aerospace (Deutschland): Kabinendruckregelung LMI (USA): Vorflügel OGMA (Portugal): zentrale Rumpfsektion, Fahrwerksverkleidung Rockwell Collins (USA): Pro-Line-Fusion-Avionik Rohde & Schwarz (Deutschland): Funkgeräte Selex ES (Italien): Radar Fotos: Embraer, FAB-Barros, Karl Schwarz Die Avionik der KC-390 basiert auf dem System Pro Line Fusion von Rockwell Collins, wie es auch in zivilen Flugzeugen verwendet wird. 58 FLUG REVUE JANUAR 2015 www.flugrevue.de

und auch die Schubumkehr könne man so regeln, dass das Ansaugen von Fremdkörpern verhindert werde. ABSICHTSERKLÄRUNGEN VON FÜNF EXPORTKUNDEN Ob sich diese Meinung bei potenziellen Kunden durchsetzt, wird man sehen. Die Forca Aérea Brasileira jedenfalls ist von den Qualitäten des Musters überzeugt, das bei Einsätzen „vom Amazonas bis in die Antarktis“ das Rückgrat der Transporterflotte bilden und die derzeit genutzten C-130 Hercules ersetzen soll. Das komplette Spektrum vom Materialtransport über Lastenabwürfe, das Absetzen von Fallschirmspringern, die Betankung von Flugzeugen und Hubschraubern bis hin zu Such- und Rettungsflügen soll abgedeckt werden. Die KC-390 entspricht dabei genau den Anforderungen der FAB, die auch das komplette Entwicklungsprogramm bezahlt: 4,9 Milliarden Real (1,53 Mrd. Euro) sind kalkuliert, und laut Jackson Schneider ist Embraer bisher im Zeit- und Kostenrahmen. Damit das auch so bleibt, standen nach dem Roll-out weitere Systemüberprüfungen, die ersten Triebwerkstestläufe, Schwingungsversuche und sonstige Bodentests auf dem Plan – mit dem Ziel, die erste KC-390 noch vor Ende 2014 in die Luft zu bringen. Unterdessen entstehen in Gavião Peixoto auch der zweite fliegende Prototyp und die Zellen für Bruchversuche und Ermüdungstests. Mit nur zwei Maschinen will Embraer bis Ende 2016 die Zulassung erreichen, die auch eine zivile Zertifizierung mit einschließt. Danach beginnen die Lieferungen an die brasilianischen Luftstreitkräfte, die im Mai 2014 den erwarteten Auftrag für 28 KC-390 im Wert von 7,2 Milliarden Real (2,26 Mrd. Euro) unterzeichnet haben. Wann die vorliegenden Absichtserklärungen von Argentinien (6), Chile (6), Kolumbien (12), Portugal (6) und Tschechien (2) in Festbestellungen umgewandelt werden, ist derzeit unklar. Der finanzielle Spielraum einiger Länder ist jedenfalls äußerst begrenzt, und gerade im Falle Tschechiens könnte man die Frage stellen, ob man nur pro forma unterschrieb, um Aero Vodochody eine Beteiligung am Programm zu sichern. Wie bei seinen Regionaljets hat Embraer erhebliche Arbeitsanteile im Zellenbau wie auch bei den Systemen an zahlreiche Zulieferer vergeben. Dennoch sind in Gavião Peixoto und Eugenio de Melo rund 1500 Mitarbeiter mit der KC- 390-Entwicklung beschäftigt. Für die Serienproduktion rechnet Embraer mit der Sicherung von 1100 Arbeitsplätzen. Vor allem soll ein Erfolg des modernen Militärtransporters helfen, eine bessere Balance zwischen dem zivilen und militärischen Geschäft zu FR erreichen. Technische Daten Embraer KC-390 Allgemeine Angaben Muster: Militärtransporter Hersteller: Embraer, São José dos Campos und Gavião Peixoto, Brasilien Besatzung: 2 Soldaten: 80 Fallschirmjäger: 66 Fracht: 7 Paletten (463L), 3 Humvee, 1 Blackhawk-Hubschrauber, 1 LAV-25, 22 CDS-Paletten Antrieb: 2 x IAE V2500-E5 Leistung: 2 x 139,23 kN Abmessungen Länge: 35,20 m Höhe: 11,84 m Spannweite: 35,05 m Flügelfläche: 140 m 2 Frachtraumlänge ohne Rampe: 12,70 m Frachtraumlänge mit Rampe: 18,50 m Frachtraumhöhe: mindestens 2,95 m Frachtraumbreite am Boden: 3,45 m Massen maximale Nutzlast: 23 t – 26 t normale Nutzlast für taktische Einsätze: 16 t Kraftstoff: 23400 kg normale Startmasse: 74400 kg maximale Startmasse: 80980 kg Flugleistungen maximale Marschgeschwindigkeit: 870 km/h Dienstgipfelhöhe: 10970 m Startstrecke: 1130 – 1670 m Reichweite mit 13 t Zuladung: 5150 km Reichweite mit 19 t Zuladung: 3400 km Reichweite mit maximaler Nutzlast: 2555 km Überführungsreichweite: 6205 km Die V2500-Triebwerke liegen laut Embraer hoch genug, um gegen Fremdkörper geschützt zu sein. Die Endmontage der ersten KC-390 begann im Frühjahr. Dafür wurde eine neue Halle gebaut. FLUG REVUE JANUAR 2015 59

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