Aufrufe
vor 3 Jahren

FLUG REVUE 01/2015

  • Text
  • Lufthansa
  • Gerst
  • Qatar
  • Tornado
  • Flug
  • Revue
  • Januar
  • Airbus
  • Embraer
  • Airlines
  • Athen
  • Luftwaffe
Alexander Gerst: Sein Blick auf die Erde. Multitalent: Tornado bleibt unverzichtbar. Erstkunde Qatar: A350 klar für den Linienflug. Pilotenbedarf: Lufthansa sagt Ausbildungskurse ab.

Raumfahrt Rückschlag

Raumfahrt Rückschlag für den Weltraumtourismus Hatten anfangs die Testflüge des futuristischen Trägerflugzeugs WhiteKnightTwo (VMS Eve) mit dem Raketenflugzeug SpaceShipTwo (VSS Enterprise, N339SS) noch große mediale Aufmerksamkeit gefunden, so war es in letzter Zeit um das Projekt ziemlich ruhig geworden. Auch der Start am 31. Oktober 2014 fand in aller Stille statt. Es war der erste Start des Space- ShipTwo mit einem modifizierten Triebwerk. Dann passierte es: Kurz nach dem Ausklinken vom Mutterschiff in 50 000 ft (15 240 m) Höhe zündete die Enterprise ihr Bordtriebwerk und zerbrach beim Beschleunigen. Trümmer regneten vom Himmel, der Testpilot von Scaled Composites, Peter Siebold, wurde aus dem Luftfahrzeug herausgeschleudert, konnte sich von seinem Sitz losschnallen und landete am automatisch ausgelösten Fallschirm wie durch ein Wunder „nur“ schwer verletzt. Sein Copilot Michael Alsbury kam bei dem Unglück ums Leben. Das Trägerflugzeug landete unbeschadet. Die amerikanische Transportsicherheitsbehörde NTSB nahm die Untersuchungen auf. Sie sammelte die in einem Umkreis von über acht Kilometern verstreuten Wrackteile ein und brachte sie zur Untersuchung in einen gesicherten Hangar. Da der Flug per Telemetrie und von mehreren Kameras verfolgt wurde, kann das NTSB nach eigenen Angaben auf eine sehr große Datenmenge zurückgreifen, die ihr bei der Ein Traum stürzt ab Eigentlich sollten schon 2008 reiche Erdenbürger für rund 200 000 Dollar an den Rand des Weltalls fliegen können, doch technische Probleme schoben den Termin immer wieder hinaus. Wie geht es nach dem Absturz des SpaceShipTwo mit dem Projekt weiter? Jahr für Jahr werden die potenziellen Passagiere für den Erstflug vertröstet. Inzwischen verstaubt der „Spaceport America“ einsam in der Wüste von New Mexico. Fotos: Reuters, Virgin Galactic 74 FLUG REVUE JANUAR 2015 www.flugrevue.de

Aufklärung des Unglücks helfen. Nach ersten Erkenntnissen der Unfallforscher hat sich der bewegliche Doppelleitwerksträger des Fluggeräts kurz nach dem Zünden des Triebwerks nach oben gestellt und damit die Struktur überlastet. Daraufhin brachen das Leitwerk, die Cockpit- und die Kabinensektion ab. Der Leitwerksträger wird bei einem normalen Flug erst in großer Höhe außerhalb der Beschleunigungsphase per manueller Auslösung in die „Feathering“- Stellung gebracht. Warum er sich bei dem Unglücksflug zum falschen Zeitpunkt nach oben stellte, steht nun im Fokus der Unfallermittler. Mit dem Absturz erlitt der große Traum, einem jeden, der es sich leisten kann, für ein paar Minuten den Blick in die Schwärze des Weltraums und das Schweben in der Schwerelosigkeit zu bieten, einen schweren Rückschlag. Dabei hatte alles so gut begonnen, als Peter Diamandis und Gregg Maryniak 1996 die New Spirit of St. Louis Organization ins Leben riefen. Diese lobte den X-Prize in Höhe von zehn Millionen Dollar für denjenigen aus, der als Erster einen privaten bemannten und suborbitalen Raumflug zu folgenden Bedingungen durchführen würde: ■ Das Raumfahrzeug musste privat entwickelt und gebaut werden. ■ Es musste zweimal in 14 Tagen eine Höhe von mindestens 100 Kilometern erreichen; ■ dabei sollten sich ein Pilot und zwei Passagiere beziehungsweise jeweils 90 Kilo gramm Ballast an Bord befinden. ■ Es musste zum überwiegenden Teil wiederverwendbar sein, und schließlich ■ mussten die Flüge bis zum 1. Januar 2005 realisiert werden. PARTNERSCHAFT VON GENIE UND UNBEGRENZTEN MITTELN Das war genau die richtige Herausforderung für den exzentrischen Konstrukteur Burt Rutan, der bis dahin bereits mit zahlreichen futuristischen Flugzeugmustern aufgefallen war, die bei Amateurflugzeugbauern großen Anklang fanden. Rutans Unternehmen Scaled Composites Wenige Sekunden nach der Zündung des Bordtriebwerks brach das Raumflugzeug auseinander. www.flugrevue.de FLUG REVUE JANUAR 2015 75

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG