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FLUG REVUE 01/2016

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Zivilluftfahrt Neue

Zivilluftfahrt Neue Eurowings geht auf Langstrecken Die „Best“-Sitze im Bugabteil der A330 entsprechen den neuen Premium-Economy- Sitzen auf Lufthansa-Langstrecken. Zweiter Langstreckenflughafen von Eurowings könnte aber, noch ist es nicht amtlich, schon ab dem Winterflugplan 2016/2017 Berlin-Schönefeld werden. Die maximal 310 Passagiere der Eurowings-A330 finden an Bord ein reinrassiges Angebot der Economy Class vor. Allerdings ist auch dieses, nach dem bereits von Germanwings her bekannten Muster dreistufig unterteilt: Im Bug befindet sich ein Abteil mit 21 Sesseln des „Best“-Bereichs (Sitzanordnung 2-3-2), Karl Ulrich Garnadt und zwei Eurowings- Flugbegleiterinnen in neuer Uniform. Fotos: Eurowings, FLUG REVUE/Steinke 24 FLUG REVUE Januar 2016 diese Plätze entsprechen den neuen Premium-Economy-Sesseln bei Lufthansa und haben satte 115 Zentimeter Sitzabstand. Dahinter folgen 46 reguläre Economy-Class-Sitze in einem gesonderten Abteil mit auf 86 Zentimeter erhöhtem Abstand, dem sogenannten „More-Comfort-Bereich“ (Sitzanordnung 2-4-2), und schließlich folgt die ganz normale „Basic“-Economy Class mit 243 Sitzen und 76 Zentimetern Sitzabstand (Sitzanordnung ebenfalls 2-4-2). Die niedrigsten Preise gibt es, wenig überraschend, im „Basic“-Bereich. Wer es nur auf „Sitz, Handgepäck und Wasser“ (Garnadt) anlegt, wird hier zum Beispiel bei einem Angebot Richtung Dubai schon ab 99,95 Euro pro Platz und Richtung fündig. Wer zusätzliche Wünsche hat, etwa Mahlzeiten und andere Getränke als Wasser, kann diese hinzukaufen. Dafür sind im etwas höheren „Smart“-Tarif bereits Aufgabegepäck und das Essen mitsamt Getränken inkludiert. Auch hier können als aufpreispflichtige Extras zum Beispiel Unterhaltungspakete im Filmprogramm (ab 9,99 Euro) und der Internetzugang (ab 3,90 Euro für das kleinste Paket) an Bord hinzugebucht werden. Immer kostenlos ist übrigens das Kinderprogramm an Bord. Die Mischung aus Sitzklasse, dem fest zugehörigen Komfortpaket und einzeln zubuchbaren Leistungen soll jedem Passagier eine maßgeschneiderte Versorgung an Bord ermöglichen und im Gegenzug der Airline, die am Markt nur durch die Werbung mit möglichst niedrigen Einstiegspreisen wahrgenommen wird, zusätzliche Einnahmequellen bescheren. Mit 50 Prozent wird der Kostenvorteil gegenüber den klassischen Lufthansa-Linienflugangeboten angegeben. Zum Sparrezept gehört neben dem Direktvertrieb über das Internet eine nur geleaste, „sortenreine“ Flotte (Garnadt) aus zu günstigen Mietpreisen verfügbaren und technisch zur A320-Flotte passenden Airbus A330-200. Betrieben wird die A330 bei Eurowings durch SunExpress Deutschland. Weil Eurowings auf Business Class und First Class verzichtet, passen relativ viele Fluggäste an Bord. Zudem beschäftigt Eurowings Personal, dessen Entlohnung deutlich unter dem Gehaltsniveau des klassischen Lufthansa-Konzerntarifvertrages (KTV) liegen wird. Einzelne Erste Offiziere bei Germanwings, die teilweise nach Luft- www.flugrevue.de

hansa-KTV bezahlt werden, erhalten ein Angebot, künftig entweder zum Eurowings-Kapitän aufzusteigen, dann aber ohne KTV, oder aber, weiter im KTV bleibend, zu Lufthansa als Copilot zurückzuwechseln. Zurück zum Sparkonzept: Germanwings bedient vor allem Strecken mit erkannt hoher und stabiler Nachfrage von Privatreisenden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Veranstaltern füllen deren Pauschalkunden ganze Sitzplatzkontingente und sorgen für eine hohe Grundauslastung. Während die bisherige Germanwings im Gesamtjahr 2015 „nur“ die Gewinnschwelle erreicht, will die neue Eurowings schon 2016 einen Gewinn ausweisen. Ziel für Eurowings sei es außerdem, „die Nummer 3 in Europa zu werden und die Nummer 1 in Deutschland zu bleiben“, so Karl Ulrich Garnadt. Damit zielt das ehrgeizige Wachstum auf den Platz hinter den Branchenriesen Ryanair und LUFTHANSA-KONZERNMITARBEITER BEARGWÖHNEN DIE KLEINE SCHWESTER easyJet. 2016 soll Eurowings um 40 Prozent wachsen, davon die Hälfte auf Langstrecken. Natürlich stößt dieses neue Paralleluniversum im Lufthansa-Konzern bei den restlichen Konzernmitarbeitern auch auf Argwohn. Verlagert Lufthansa ihr Wachstum in eine Tochtergesellschaft mit geringer bezahlten Angestellten unter Umgehung des klassischen Konzern-Tarifvertrags? Genau das gilt als einer der Streikgründe bei den jüngsten Arbeitsniederlegungen von Piloten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit und Flugbegleitern der Gewerkschaft UFO bei Lufthansa Passage. Da rechtlich gesehen Gewerkschaften nicht wegen der Inhalte einer Unternehmensstrategie streiken dürfen, sondern nur wegen Tariffragen, erhält man hierzu allerdings keine offizielle Bestätigung. Der Lufthansa-Konzernvorstand verfolge auch Wachstumspläne für den klassischen Bereich Passage, entgegnet Karl Ulrich Garnadt. Das neue Eurowings- Konzept sei „keine Abkehr vom alten System“. So habe Lufthansa selbst gerade mit Tampa in Florida ein neues Ziel ab Frankfurt aufgenommen. Hier verkehrt allerdings die in Star- Alliance-Farben (ohne Lufthansa-Schriftzug) lackierte und intern „Jump“ genannte Abteilung mit konzerneigenen, bilanziell bereits abgeschriebenen und damit günstigeren Lufthansa-Airbus-A340-300, in deren Cockpits nun, gegenüber der Mutter, etwas schlechter bezahlte Piloten von Lufthansa CityLine sitzen. In der Ka- In Taiwan (Foto) erhielt der von GECAS geleaste erste Airbus A330-203 seine neue Eurowings-Lackierung. Dank einer ETOPS-Zulassung darf die A330 auch Langstrecken über Ozeanen befliegen. www.flugrevue.de Luftfracht können die Großraumflugzeuge im Unterdeck zusätzlich mitnehmen.

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