Aufrufe
vor 2 Jahren

FLUG REVUE 01/2016

  • Text
  • Flug
  • Revue
  • Januar
  • Airbus
  • Luftwaffe
  • Lufthansa
  • Eurowings
  • Vulcan
  • Boeing
  • Flugzeuge

Militärluftfahrt Hohe

Militärluftfahrt Hohe Produktionszahlen Die T-50 (li.) ist nicht größer als die Muster der „Flanker“-Familie, hier vertreten durch Su-35S (o.) und Su-34. nächste Fighter-Generation steht bereits in den Startlöchern. Seit Januar 2010 fliegt jedenfalls die Suchoi T-50, auch als PAK FA (Perspektiwni Awiazionni Kompleks Frontowoi Awiazii, deutsch: Perspektivischer Flugkomplex der Frontfliegerkräfte) bekannt. Im Werk in Komsomolsk am Amur wurden fünf Prototypen gebaut, die seither etwa 700 bis 750 Stunden geflogen sind. Diese recht geringe Anzahl ergibt sich offenbar dadurch, dass immer wieder Überholungen und Nachbesserungen notwendig waren. So waren unter anderem Verstärkungen der Zelle nötig. Darüber hinaus gab es ein Feuer in der T-50-5, die zwar noch landen konnte, aber von Juni 2014 bis 16. Oktober 2015 in Reparatur war. Seit Anfang 2014 fliegen die T-50 vor allem beim staatlichen Chalow-Flugtestzentrum Nummer 929 in Achtubinsk, 130 Kilometer von Wolgograd entfernt. Dort werden diverse Versuche durchge- Die Suchoi Su-35S gleicht der Su-27, hat aber grundlegend modernisierte Systeme. 44 FLUG REVUE Januar 2016 www.flugrevue.de

Die fünfte T-50 war wegen eines Brandes lange außer Gefecht gesetzt. Radare mit elektronischer Strahlschwenkung sind Standard. führt, wobei aber unklar ist, ob schon Waffentests stattfanden. Die Pläne sehen den Kauf von sechs weiteren Versuchsmustern mit einer verstärkten Zelle vor sowie acht Vorserienflugzeuge. Die Serienproduktion könnte dann 2019 beginnen. Ursprünglich hatte das nationale Rüstungsprogramm bis 2020 den Kauf von 60 PAK FA vorgesehen, was aus heutiger Sicht unrealistisch ist. Der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borisow sprach zuletzt von etwa einem Dutzend T-50. Auch die Entwicklung der „zweiten Stufe“ des Fighters der fünften Generation dürfte erst im kommenden Jahrzehnt in Angriff genommen werden. Hierbei geht es um neue Avioniksysteme und das sogenannte „Izdelije 30“-Triebwerk mit mehr Schub und einfacherem Aufbau. Seine Erprobung soll 2017 beginnen. Die T-50 dient auch als Basis für die im Oktober 2007 mit Indien vereinbarte gemeinsame Entwicklung eines künftigen Mehrzweck-Kampfflugzeugs. Das auch als „Typ 79L“ bezeichnete Muster befindet sich seit Dezember 2010 in der Vorentwurfsphase. Weitere konkrete Verträge waren 2013 erwartet worden, stehen aber noch aus. SUCHOI SU-35S AUCH FÜR CHINA Die Zeit bis zur Verfügbarkeit der T-50 werden die seit August 2015 als Wosduschno-Kosmitscheskije Sily (Luft- und Weltraum-Streitkräfte) neu organisierten russischen Luftstreitkräfte wohl durch die weitere Beschaffung von Kampfflugzeugen der sogenannten Generation 4++ überbrücken. Dazu zählen die Su-35S und die Su-30SM, deren Produktion derzeit läuft. Die einsitzige Su- 35S ist der jüngste Spross der erfolgreichen „Flanker“-Familie, wobei die Systeme grundlegend überarbeitet wurden. Eingebaut ist das N135-Radar, das gegnerische Kampfjets auf Entfernungen von 200 Kilometern entdecken kann – in einem speziellen Sektor-Suchmodus angeblich sogar auf 350 bis 400 Kilometer Distanz. Die Reichweite des IR-Sensors OLS35 wird mit 35 Kilometern (Ziel von vorn) angegeben. Neu ist auch ein umfassendes Lenkwaffenwarnsystem. Die mit stärkeren AL-41F1S-Triebwerken ausgerüstete Su-35S kann an ihren zwölf Laststationen bis zu acht Tonnen Waffen mitführen. Das Spektrum reicht von Luft-Luft-Lenkflugkörpern über Bomben bis hin zu Seezielflugkörpern. Die Su-35-1 startete im Februar 2008 zum Erstflug. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestellte dann im August 2009 zunächst 48 Flugzeuge. Deren Lieferung begann Ende 2011, doch diverse technische Probleme führten zu Verzögerungen. Erst im Februar 2014 erhielt eine reguläre Einheit in Dzyomgi (Komsomolsk am Amur) ihre ersten Maschinen. Bis Herbst 2015 waren etwa 36 ausgeliefert. Eine zweite Bestellung für 48 Su-35S ist geplant. Darüber hinaus hofft der Hersteller auf Exportaufträge. Wie Sergej Chemezow von der Rüstungsholding Rostec am 19. November in einem Interview erklärte, wurde nun ein erster Vertrag mit China über 24 Flugzeuge im Wert von zwei Milliarden Dollar (1,9 Mrd. Euro) geschlossen. Auch Indonesien, Venezuela und Vietnam sowie Pakistan werden als mögliche Kunden genannt. Während Russland lange der einzige Kunde für die Su-35 war, wurde die Su- 30 viele Jahre nur für den Export gebaut. Erst im März 2012 gab es einen Auftrag Moskaus für 30 der „russifizierten“ Su- 30SM, der im Dezember 2012 verdoppelt wurde. Die SM-Version entspricht Fotos: Butowski, Suchoi (1), Irkut (1) www.flugrevue.de FLUG REVUE Januar 2016 45

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG