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FLUG REVUE 01/2017

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Airshow in Zhuhai Chinas Neue Die Luftfahrtschau in Zhuhai war Anfang November einmal mehr das Schaufenster für die neuesten chinesischen Militärflugzeuge. Sogar der große Stealth-Fighter J-20 gab ein kurzes Debüt. Text und Fotos: PIOTR BUTOWSKI Nur am Eröffnungstag waren zwei Chengdu J-20 bei einer kurzen Flugdemonstration zu sehen. 52 FLUG REVUE Januar 2017 www.flugrevue.de

Seit Jahren war darüber spekuliert worden, wann China sein modernstes Fighter-Muster, die Chengdu J-20, endlich in Zhuhai zeigen würde – nun war es so weit. Das Debüt des großen Jägers/Jagdbombers am Eröffnungstag der Luftfahrtschau dauerte aber kaum mehr als eine Minute. Zwei Jets flogen in Formation über die Bahn, einer kehrte für zwei weitere Überflüge zurück. Die grau lackierten Maschinen hatten keine Kennungen, sodass man nur spekulieren kann, dass sie zur Vorserie gehören, von der inzwischen wohl sieben Exemplare ausgeliefert wurden. Zwei J-20 sind angeblich auf der Basis Dingxin stationiert, wo sich das taktische Trainingszentrum der chinesischen Luftstreitkräfte befindet (siehe auch FLUG REVUE 5/2016). Die Vorserienflugzeuge (Erstflug Januar 2016) entsprechen weitgehend den sechs Prototypen, die 2014 und 2015 in die Erprobung gingen, allerdings sollte ihre Ausrüstung umfassender sein. Das AESA-Radar stammt wohl vom Nanjing Research Insitute of Electronics Technology. Wie die F-35 hat die J-20 einen elektrooptischen Sensor unter dem Bug sowie kleinere Sensoren an mehreren Stellen der Zelle für eine 360-Rundumsicht. Zur Bewaffnung im internen Schacht gehören Luft-Luft-Lenkwaffen wie die PL-12, PL-15 oder die PL-21. Seitliche Schächte nehmen zwei PL-10 mit Infrarotsuchkopf auf. Als Antrieb dienen nach wie vor zwei Saturn AL-31FN Serie 3 aus russischer Produktion, die je 132,4 Kilonewton Schub bieten. Wie weit die Entwicklung eigener Triebwerke wie dem WS-10G (130 bis 150 kN) oder dem WS-15 (160 bis 170 kN) gediehen ist, blieb auch in Zhuhai unklar. Während sich die J-20 zum ersten Mal zeigte, war die Shenjang J-31 diesmal nur als Modell zu sehen. Es scheint so, dass dieser Fighter nicht für den eigenen Bedarf, sondern unter der Bezeichnung FC-31 nur für den Export gedacht ist und entsprechend keine Priorität genießt. Angeblich will Shenjang bald ein zweites Exemplar in die Luft bringen. Das am Stand gezeigte Modell lässt auf Änderungen am Leitwerk und an den Flügelspitzen schließen. Ein Debütant bei der Airshow China war die Chengdu J-10B, die sich seit Die J-20 hat zwar typische Stealth- Formen, aber auch konventionelle Schubdüsen für die Triebwerke. 2013 in der Serienfertigung befindet und ebenfalls mit dem russischen Al-31FN- Triebwerk bestückt ist (siehe FLUG RE- VUE 12/2016). Hier war vor allem die Bewaffnung interessant, wie die erstmals gezeigte PL-10E. Der Lenkflugkörper mit IR-Sensor hat eine Reichweite von 20 Kilometern und soll dank Schubvektorsteuerung wesentlich wendiger sein als ältere Modelle. Neben den Fightern war die neueste Ausführung des Bombers Xian H-6 zu Eine neue Ausführung der Y-9 ist die KJ-200 mit großem Radom, das drei AESA-Antennen beherbergt. Xian baut die H-6 noch immer. Sie wurde mit vielen Waffen gezeigt. sehen. Diese auf der Tupolew Tu-16 „Badger“ aus den 1950er Jahren basierende Baureihe hat mit der K-Variante ein Turbofan-Triebwerk erhalten, was eine gründliche Umkonstruktion des Flügel-Rumpf-Bereichs erforderte. Statt eines Mikulin RD-3M ist nun das D-30KP-2 eingebaut, das 117,7 Kilonewton Schub liefert (statt 93,2 kN) und deutlich weniger Kraftstoff verbraucht. Damit soll die Reichweite auf 8000 Kilometer steigen. Neben den neuen Triebwww.flugrevue.de FLUG REVUE Januar 2017 53

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