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FLUG REVUE 01/2017

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Airshow in Zhuhai Zu Schleuderpreisen erhältlich ist der Trainer Guizhou JL-9 (FTC-2000). Chengdu baut UAVs ähnlich den Predator und Reaper aus den USA. Die ARJ-21 (vorn) ist inzwischen genauso im Dienst wie die Y-20. Die CAIC WZ-10 ist der erste chinesische Kampfhubschrauber. werken verfügt die H-6K über ein großes Radar im Bug und IR/TV-Sensoren unter dem Rumpf sowie Datenfunkantennen. Die H-6K kann bis zu sechs Marschflugkörper unter den Flügeln tragen, darunter die erstmals gezeigte CJ-20 (Chang Jian / langes Schwert). Sie ist seit 2010 im Dienst und soll auf der russischen X-55 basieren, von der sich die Chinesen in der Ukraine einige Exemplare besorgt hatten. Auch die größere YJ- 63 war vertreten. Nach dem Erstflug im Januar 2007 begann die Serienfertigung der H-6K angeblich 2011, und seither wird jährlich rund ein Dutzend der Bomber produziert. Drei Regimenter der Luftstreitkräfte sind damit ausgestattet. China zeigte in Zhuhai auch seine beiden Kampfhubschrauber Z-10/WZ- 10 und Z-19. Die Z-10 war vor vier Jahren schon einmal kurz im Flug präsentiert worden. Sie ist mit den Panzerabwehrlenkwaffen KD-9 und KD-10 ausgerüstet. Die neue K-Version soll über bessere Zielsuchsysteme und möglicherweise über stärkere Triebwerke verfügen. Auf dem Stand von Avicopter war die Harbin Z-19E zu sehen, bei der Bauteile des älteren Z-9-Modells verwendet werden. Neben der Produktion für die Heeresflieger wird nun offenbar auch der Export ins Auge gefasst. Exporterfolge vermeldeten die Chinesen in Zhuhai für die Guizhou FTC- 2000, einen kleinen Jettrainer (Abflugmasse 9800 kg), der seinen Stammbaum auf die MiG-21 zurückverfolgen kann. Der Sudan hat sechs der sehr billig erhältlichen Maschinen bestellt, und mit Nigeria sind Verhandlungen im Gange, hieß es. Ist die FTC-2000 ein alter Bekannter, so war die Shaanxi KJ-500 ein weiterer Debütant in Zhuhai. Dieses Frühwarnflugzeug basiert auf dem Transporter Y-9, hat aber nicht wie die KJ-200 eine lange Antennenverkleidung auf dem Rumpf, sondern ein konventionelles Rotodom. Darin sind in Dreiecksform Antennen mit elektronischer Strahlschwenkung installiert. Seit dem Erstflug 2013 sind mindestens vier Maschinen ausgeliefert worden. Wie im Westen werden auch in China derzeit sehr viele unterschiedliche unbemannte Fluggeräte entwickelt. Das mit Abstand erfolgreichste Muster ist wohl die Wing Loong der Chengdu Aircraft Corporation, die seit 2007 fliegt www.flugrevue.de

COMAC will zusammen mit der russischen OAK einen Großraum-Verkehrsjet entwickeln. beitet an einer Wing Loong I-D, die mit Dieselmotor eine besonders lange Einsatzdauer von 35 Stunden erreichen soll. Dazu kommt mit der Cloud Shadow (Yunying) ein jetgetriebenes Modell, das bis zu 620 km/h schnell sein soll. Chengdus Konkurrent im Drohnenbereich ist CASC (China Aerospace Science and Technology Corporation), die in Zhuhai ihr Modell CH-5 Caihong zeigte (max. Abflugmasse 3000 kg). Es Zivile Aufträge Für die Verkehrsflugzeughersteller wird der chinesische Markt allgemein als einer der zukunftsträchtigsten angesehen, mit Absatzchancen von 5900 bis 6800 Maschinen bis zum Jahr 2035, unter der Voraussetzung eines ständigen Passagierzuwachses von 6,1 Prozent pro Jahr. Entsprechend waren Airbus, Boeing, Embraer, Suchoi und die einheimische COMAC mit ihren Modellen ARJ-21 und C919 in Zhuhai stark präsent. Sie konnten laut Messeveranstalter Aufträge und Optionen für knapp 190 Flugzeuge verbuchen. Allein 56 C919 und 32 ARJ-21 wurden von chinesischen Leasinggesellschaften bestellt. COMAC zeigte auch ein Modell des Großraumflugzeugs C9X9, das man zusammen mit der russischen Industrie entwickeln will. Es soll 280 Passagieren Platz bieten und eine Reichweite von 12 000 Kilometern haben. Ein Erstflug ist für die erste Hälfte des nächsten Jahrzehnts zu erwarten. und inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien, Pakistan, Kasachstan und Ägypten exportiert wurde. Das UAV wird vermutlich von den Saudis über dem Jemen eingesetzt. Viermal schwerer ist die Wing Loong II, die sich gerade in der Erprobung befindet. Sie entspricht von der Größe her der MQ-9 und kann an sechs Aufhängungspunkten bis zu 480 Kilogramm Waffenlast tragen. Chengdu arergänzt die kleineren Muster CH-3 (630 kg) und CH-4 (1330 kg), die alle mit dem gleichen Datenlink betrieben werden können. Als Bewaffnung hat die CH-5 die Panzerabwehrrakete AR-1 und die FT-9-Bomben (50 kg). FR Der Wasserdrache Neben dem Militärtransporter Y-20 und dem Verkehrsflugzeug C919 gehört das Amphibienflugzeug AG600 aktuell zu den großen chinesischen Flugzeugprojekten. Der Prototyp wurde bei einer Roll-out-Feier am 23. Juli 2016 erstmals offiziell vorgestellt und war natürlich in Zhuhai zu sehen, denn die Endmontage erfolgte am Platz bei der Zhuhai Yanzhou Aircraft Corporation. Einzelne Baugruppen stammen von Xian (Flügel, Teile des Rumpfs) und Hanzhong (Leitwerk, Heck). Der Erstflug soll im Frühjahr 2017 erfolgen. Den Bedarf sieht die zuständige CAIGA (China Aviation Industry General Aircraft, Teil von AVIC) bei bis zu 50 Flugzeugen im Lande selbst, plus Export. Laut Hersteller liegen bereits Absichtserklärungen für 17 Flugzeuge vor. Die beim Institut 605 konstruierte AG600 (früher JL600) ist mit einer Spannweite von 38,8 Metern und einer Länge von 36,95 Metern das derzeit größte Amphibium der Welt. Als Antrieb dienen vier schon recht betagte WJ6-Turboprops, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 560 km/h sorgen sollen. Einsatzbereiche für die AG600 sind die Brandbekämpfung (bis zu 12 Tonnen Löschmittel) und Such- und Rettungsdienste. Auch der Einsatz bei der chinesischen Marine für die U-Boot-Bekämpfung ist denkbar. www.flugrevue.de FLUG REVUE Januar 2017 55

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