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FLUG REVUE 02/2016

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Take-Off Sikorsky CH-53E

Take-Off Sikorsky CH-53E An der US-Westküste sind vier CH-53E-Staffeln stationiert, darunter die HMH-465 "Warhorse". Sie wurde im Dezember 1981 aufgestellt. Wenn die amerikanischen Marines etwas Großes und Schweres zu transportieren haben, muss das „Big Iron“ ("großes Eisen") ran. 16 Tonnen lassen sich unter die Sikorsky CH-53E hängen, sei es ein Fahrzeug, eine M777-Haubitze oder ein bruchgelandeter Hubschrauber. „In Afghanistan mussten wir einmal eine CH-47 Chinook herausholen“, erinnert sich Captain Teddy Hart von der Staffel HMH-465 „Warhorse“. „Es war die größte Höhe, in die wir für eine solche Aktion mit der Super Stallion je geflogen sind. Um in 2450 Metern noch die nötige Nutzlast zu haben, wurden Zusatztanks, Kevlarpanzerung, Sensoren und alles, was irgendwie nicht benötigt wurde, ausgebaut. Zum Glück hatte die Maschine die stärkeren T64- GE-419-Triebwerke.“ Die CH-53E waren nicht nur in Afghanistan gefragt – allein die im kalifornischen Miramar beheimatete „Warhorse“- Staffel hatte darüber hinaus zeitweise Hubschrauber vor Libyen und half nach 22 FLUG REVUE Februar 2016 dem Erdbeben auf den Philippinen. „Gerade in Afghanistan flogen wir deutlich längere Distanzen, als wir es bei amphibischen Operationen gewohnt sind“, sagt Oberstleutnant Eric Gillis, der frühere Kommandeur der HMH-465. „Unsere Aufgaben umfassten gemeinsame Einsätze mit der Air Force, Australien und anderen Ländern.“ EINSÄTZE MIT SPEZIALTRUPPEN BEI NACHT Truppen- und Lastentransport machen heute fast den gleichen Anteil aus, aber auch für Sonderaufgaben wie die Brandbekämpfung in Kalifornien werden die Super Stallions bei Bedarf abgestellt. Dafür muss entsprechend trainiert werden. Die Einsätze der CH-53E sind nämlich nicht ungefährlich. „In Afghanistan arbeiteten wir mit Spezialeinheiten zusammen und flogen sie zum Beispiel in abgelegene Dörfer, wo sie Jagd auf Drogendealer machten. Alle derartigen Flüge fanden nachts statt. Die meisten Taliban hatten keine Nachtsichtbrillen, und in Sikorsky CH-53E Super Stallion Allgemeine Angaben Hersteller Sikorsky Aircraft, Stratford, Connecticut, USA Besatzung 4 (mit Crew Chief und Beobachter) Soldaten 37–55 Außenlast 16 330 kg Antrieb 3 x General Electric T-64-GE-419 Leistung 3 x 3540 kW Abmessungen Rumpflänge 22,35 m Länge über alles 30,19 m Höhe über Heckrotor 8,66 m Hauptrotordurchmesser 24,08 m Heckrotordurchmesser 6,1 m Massen Leermasse 15 073 kg Kraftstoff intern 3849 l Zusatztanks 4921 l normale Zuladung 14 510 kg max. Außenlast 16 330 kg max. Startmasse 31 631 kg max. Startmasse mit Außenlast 33 340 kg Flugleistungen Höchstgeschwindigkeit 315 km/h max. Marschgeschwindigkeit 278 km/h Steigrate 12,7 m/s Dienstgipfelhöhe 5640 m Schwebeflughöhe im Bodeneffekt 3515 m Reichweite mit 9500 kg Zuladung 740 km Einsatzradius mit 14500 kg 90 km Überführungsreichweite 2075 km

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 300 km/h. Auch kleinere Schiffe wie die „Mesa Verde“ werden versorgt. Auf kürzeren Strecken wird Ausrüstung wie diese M777-Haubitze verlegt. Die CH-53E wird noch bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein fliegen, bis die K-Version verfügbar ist. der kühleren Luft ist die Leistung des Helikopters besser“, erklärt Captain Hart. „Wir wurden bei einigen der Missionen beschossen, aber die CH-53 ist schon sehr robust.“ Die Super Stallion ist mit drei MGs an den vorderen Türen und auf der Rampe ausgerüstet. „Soweit möglich vermeiden wir aber die direkte Konfrontation, und unsere Bordschützen agieren nur defensiv“, so Hart. Gute Planung ist daher wichtig, wie bei den ersten Einsätzen in Afghanistan kurz nach 9/11 (Anschlag auf das World Trade Center). „Wir waren zeitweise in Jacobabad in Pakistan, kehrten dann aber wieder auf unser Schiff, die USS „Peleliu“ zurück“, sagt Oberstleutnant Gillis. Von dort aus wurde dann die mit 640 Kilometern längste amphibische Operation gestartet, um in der Region südlich von Kandahar eine vorgeschobene Basis aufzubauen. „Nach dem Start in den Sonnenuntergang tankten wir erst einmal an der KC- 130T auf, bevor wir dann über Land auf 45 Meter heruntergingen. Nachdem wir die Truppen angelandet hatten, blieb unser Hubschrauber vor Ort, um im Notfall Verwundete ausfliegen zu können. In der ersten Woche schliefen wir in der Maschine, bis die Basis „Rhino“ etwas ausgebaut war.“ www.flugrevue.de „Ein gefährlicher Flug war, als wir Verwundete zurück zum Schiff fliegen sollten. Kurz nach dem Start fiel ein Triebwerk aus. Da der Hubschrauber sehr schwer beladen war, hatten wir keine andere Chance, als unsere Zusatztanks abzuwerfen, Kraftstoff abzulassen und schnell eine rollende Landung hinzulegen“, erinnert sich Gillis mit Schaudern. Generell verfügt die CH-53E allerdings über genügend Leistung, denn bei der Weiterentwicklung aus der CH-53D baute Sikorsky in den 1970er Jahren drei statt zwei Triebwerke ein und fügte dem Hauptrotor ein siebtes Blatt hinzu. Viele technische Änderungen gab es seit der Truppeneinführung nicht – im Cockpit sind immer noch die Rundinstrumente dominierend. Dennoch wurden in den letzten Jahren zum Beispiel neue Einzelsitze für die Soldaten eingerüstet, und die Piloten erhielten neben Nachtsichtbrillen ein Helmsystem, das wichtige Flugdaten vor dem Auge einspiegelt. Etwa 150 Hubschrauber sind immer noch im Einsatz, und sie werden noch etwas durchhalten müssen, da sich die Entwicklung des Nachfolgemusters CH- 53K King Stallion verzögert hat. Maßnahmen zur Lebensdauerverlängerung sind daher wohl notwendig, um den zuverlässigen Oldie bis 2027 im Dienst zu halten. FR CH-53E Super Stallion – Die Verbände Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst, New Jersey HMH-772 „The Hustlers“ (MT) MCAS Kaneohe Bay, Hawaii HMH-463 „Pegasus“ (YH) MCAS Miramar, Kalifornien HMH-361 „Flying Tigers“ (YN) HMH-462 „Heavy Haulers“ (YF) HMH-465 „Warhorse“ (YJ) HMH-466 „Wolfpack“ (YK) MCAS New River, North Carolina HMHT-302 (FRS) „Phoenix“ (UD) HMH-461 „Ironhorse“ (CJ) HMH-464 „Condors“ (EN)

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