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FLUG REVUE 02/2016

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Militärluftfahrt Airbus

Militärluftfahrt Airbus A400M Der größte Teil der Umschulung auf die A400M erfolgt im Simulator. Fotos: Schwarz (1), Luftwaffe von Rheinmetall Defence gebauter Frachtraum-Trainer zur Verfügung. Beim 60 Tonnen schweren Cargo Hold Trainer - Enhanced handelt es sich um die exakte Nachbildung des Laderaums, inklusive der Bedienerstation neben der vorderen Eingangstür. Wie im richtigen Flugzeug kann die Längsneigung verstellt werden. So lassen sich auch der Abwurf von Hilfsgütern oder das Absetzen von Fallschirmspringern trainieren. Selbst eine Kopplung mit dem Flugsimulator ist möglich, um eine komplette Mission nachzustellen. Das Lufttransportgeschwader 62 ist also für den Betrieb der A400M gut gerüstet und hofft nun, bis Ende 2016 ein Dutzend Flugzeuge im Bestand zu ha- Speziell für die Ausbildung am „lebenden“ Objekt gibt es in Wunstorf eine große Halle. Die Räume für die Theorie sind im selben Gebäude. ben. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Der jüngste Rüstungsbericht des Verteidigungsministeriums vom Oktober enthielt nämlich wenig optimistische Formulierungen. „Bestehende Fragestellungen zur Produktionsqualität lassen weitere Verzögerung in der Auslieferung der Luftfahrzeuge erwarten. Aufgrund der hohen Anzahl der durch den Hersteller zu vertretenden gravierenden Risiken ist der Fähigkeitsaufwuchs A400M auf der Zeitlinie nicht mehr zuverlässig ausplanbar“, heißt es da zum Beispiel. Entsprechend werden Verzugsentschädigungen fällig, die bei den beiden aktuellen Maschinen 13 Millionen Euro betragen. Des Weiteren wird ein Teil des Kaufpreises vorerst einbehalten, da der Bauzustand nicht der zu diesem Zeitpunkt erwarteten Standard Operating Clearance (SOC) entspricht und die Flugzeuge daher später nachgerüstet werden müssen. INTENSIVER EINSATZ BEI DER ARMÉE DE L´AIR Für Airbus Defence & Space gibt es also noch einiges zu tun, das Verhältnis zu den Kunden „dramatisch zu verbessern“ und das Programm endlich in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Seit den personellen Veränderungen zu Beginn des Jahres 2015 und dem Absturz der Serienmaschine MSN23 bei einem Testflug am 9. Mai habe man bereits viele Maßnahmen umgesetzt, erklärte das Unternehmen. So ist die Programmorganisation gestrafft und an einem Ort zusammengeführt worden. Auch die Probleme in der Fertigung wurden angegangen, und die „komplette Lieferkette ist nun auf die Notwendigkeit höherer Produktionsraten eingestellt“, betonte Programmchef Kurt Rossner bei einem Besuch der FLUG REVUE in Sevilla. Nach 18 Flugzeugen im letzten Jahr sollen 2016 nun 23 A400M fertiggestellt werden. Aus Sicht von Airbus sind die Nutzer mit dem täglichen Betrieb des Transporters durchaus zufrieden, wobei manche Nationen bei den Einsätzen „pragmatischer sind als andere“. Flüge nach Afrika und Südamerika, nach Kanada und 46 FLUG REVUE FEBRUAR 2016 www.flugrevue.de

Ein Frachtraum-Trainer ermöglicht Beladeübungen wie hier mit der H145M. selbst nach Australien und Neuseeland sind heute keine Besonderheit mehr. Bis Ende September hatten die fünf Luftstreitkräfte, die bisher die A400M fliegen, bei über 1100 Missionen rund 4500 Flugstunden in den Büchern. 91 Prozent der geplanten Einsätze sind laut Airbus durchgeführt worden. Der Löwenanteil ging mit 2700 Stunden auf das Konto der Armée de l´Air, die in Orléans bereits sieben Maschinen in Dienst hat. Unter anderem absolvierte eine A400M der Escadron 1/61 „Touraine“ in 15 Tagen einen Flug rund um den Globus, wobei man nur auf den mitgeführten Ersatzteilkit zurückgreifen musste. Das positive Bild betrifft natürlich nur die Verwendung in der Rolle als logistischer Transporter, denn für viele der vertraglich vereinbarten taktischen Fähigkeiten fehlt noch die Zulassung. Drei der Prototypen (MSN2, MSN4 und MSN6) sind daher weiter fleißig in der Luft – allein seit Mai 2014 wurden 1560 Stunden geflogen. Im letzten Herbst war die MSN2 zum Beispiel drei Wochen mit der Zulassung für den Betrieb auf Graspisten beschäftigt. In Écury-sur-Coole in Frankreich wurden die notwendigen Rollversuche sowie Starts und Landungen durchgeführt. Tests auf Sandpisten sind für 2016 angesetzt. Probleme zeigten sich derweil beim Absetzen von Fallschirmspringern aus den seitlichen Türen der A400M. Wegen der Strömungsverhältnisse werden die Springer Richtung Rumpfmitte gesaugt, wo sie bei gleichzeitigem Absprung aus beiden Türen kollidieren könnten. Nach vielen Versuchen, das Problem einzugrenzen, sollen nun Lösungsmöglichkeiten mit aerodynamischen Hilfen gesucht werden. Was die Fracht betrifft, wurde zuletzt der Abwurf von bis zu acht je 1050 Kilogramm schweren Paletten in einem Überflug nachgewiesen. Diese Fähigkeit soll bis auf 24 Paletten am Stück gesteigert werden. Ebenfalls im ersten Die A400M hat eine viel größere Kapazität als die Transall. www.flugrevue.de FLUG REVUE FEBRUAR 2016 47

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