Aufrufe
vor 2 Jahren

FLUG REVUE 02/2016

  • Text
  • Flug
  • Revue
  • Februar
  • Boeing
  • Airbus
  • Luftwaffe
  • Tampa
  • Aviation
  • Flugzeuge
  • Stuttgart

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Mirages in Argentinien Eine Mirage IIIDA wurde zum Abschied in den blau-weißen Farben der argentinischen Nationalflagge gestaltet. Zum Mirage-Abschied kam auch die IA-58 Pucará. Das Ende der Deltas Obwohl ein Nachfolger in den Sternen steht, haben Argentiniens Luftstreitkräfte im November 2015 ihre letzten Fighter der Mirage-Familie ausgemustert. Ein letztes Mal machten sich die Piloten der VI Brigada Aérea im September 2015 von ihrer Heimatbasis in Tandil südlich von Buenos Aires aus auf den Weg, um mit ihren IAI Dagger B, M5 Finger und Mirage IIIDA ganz in den Süden des Landes zu verlegen. Von der BAM Rio Gallegos in Patagonien aus stand die einwöchige Übung „Ariete 2015“ auf dem Plan. Zunächst wurden Abfangeinsätze trainiert. Dabei fungierte die M5 Finger als Zielflugzeug, das sich im Luftkampf gegen zwei Jets behaupten musste. Im zweiten Teil des Programms wurde die Navigation bei taktischen Einsätzen geübt. Dafür hatten die Delta-Kampfjets ihre großen Tanks unter den Tragflächen, was eine Flugdauer von eineinhalb bis zwei Stunden ermöglichte. Die Crews nutzten die Gelegenheit, Abschieds-Überflüge über diversen Städten wie Rio Grande und Puerto San Julián durchzuführen. Nach der Rückkehr hieß es dann bald Abschied nehmen von einer der berühmtesten Kampfflugzeug-Familien. Den würdigen Rahmen dafür bildeten eine kleine Airshow am 28. November und eine Feier am 29. November. Die Stars dabei waren fünf Flugzeuge, die eigens mit einer Sonderbemalung versehen wurden: eine Mirage IIIEA, eine Mirage IIIDA, eine Mirage 5 A Mara und eine IAI M5 Finger sowie ein Dagger- Doppelsitzer. Allein diese Aufzählung zeigt schon die lange und wechselvolle Geschichte der Mirage-Familie bei der Fuerza Aérea Argentina. Sie begann vor mehr als 40 Jahren. Am 23. September 1972 traf die erste von zehn Mirage IIIEA und zwei Mirage IIIDA (Doppelsitzer) in Argentinien ein. Sie gingen an die auf der Basis Mariano Moreno bei Buenos Aires stationierte VIII Brigada Aérea. Sechs Jahre später folgten 26 Dagger (Mirage 5 alias Nesher) von IAI aus Israel, mit denen die VI Brigada Aérea in Tandil ausgestattet wurde. FALKLANDKRIEG: ANGRIFFE AUF BRITISCHE SCHIFFE In den folgenden Jahren wurden weitere neun Mirage IIIEA/DA importiert und 13 weitere Dagger, die 1981 im Land eintrafen. Das war gerade noch rechtzeitig vor dem Krieg um die Falkland- Inseln (Malvinas). Die Mirage IIIEAs flogen dabei Patrouillen, um den Luftraum zu sichern. Dabei gingen zwei Maschinen verloren. Die Dagger wurde für Angriffe auf die Schiffe der britischen Flotte verwendet. Ihre Bilanz: Elf Schiffe wurden beschädigt, während die eigenen Verluste bei elf Flugzeugen lagen, wobei fünf Piloten ums Leben kamen. Unterstützung erhielt Argentinien unter anderem von zehn Mirage VP, die 56 FLUG REVUE FEBRUAR 2016 www.flugrevue.de

Bei den Mirage 5A Mara handelt es sich um modernisierte VP, die 1982 von Peru beschafft wurden. Die Mirages waren seit September 1972 in Argentinien in Dienst. Peru zur Verfügung stellte. Sie kamen zwar nicht mehr zum Einsatz, verblieben aber nach Kriegsende bei der VI Brigada Aérea. Hinzu kamen im Dezember 1983 noch 19 gebrauchte Mirage IIICJ/BJ aus Israel. Diese verteilte man auf die X Brigada Aérea in Rio Gallegos und die IV Brigada in Mendoza. Die alten Mirages wurden 1991 außer Dienst gestellt. Die Daggers dagegen wurden zum Teil mit Avioniksystemen der Kfir C2 modernisiert und dann als M5 Finger bezeichnet. Auch die Mirage VP durchliefen ein Upgrade auf den Standard Mirage 5A Mara mit moderner Avionik. Über die Jahre schmolz die Flotte zusammen, und die VIII sowie die X Brigada wurden aufgelöst, sodass ab 1997 die VI Brigada Aérea als letzter Mirage-Verband verblieb. Zu dieser Zeit hatte das Verteidigungsministerium in Buenos Aires schon mehrfach versucht, einen Nachfolger zu finden. Von den USA wurden Anfragen nach der F-16 und der F/A-18 negativ beschieden. Als weitere Kandidaten waren die Mirage F1, die Mirage 2000, die IAI Kfir und zuletzt sogar die Gripen NG im Gespräch. Finanzielle Schwierigkeiten und fehlender politischer Wille verhinderten bisher jedoch eine Entscheidung. Dass die Kampfflugzeuge jetzt trotzdem außer Dienst gestellt wurden, ist ihrem Alter und der zunehmend aufwendigeren Instandhaltung geschuldet. Wann ein Nachfolger beschafft wird, ist auch unter der gerade gewählten neuen Regierung unklar. Bis dahin müssen sich die Piloten in Tandil mit vier IA-63-Strahltrainern fliegerisch fit halten. FR SANTIAGO RIVAS / KS Für die Abschiedsfeier in Tandil gab es diverse Sondermarkierungen. Fotos: Santiago Rivas www.flugrevue.de FLUG REVUE FEBRUAR 2016 57

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG