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FLUG REVUE 03/2015

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Qatar Airways: A350 im Dienst Ariane 6: Europas neuer Träger Großes Special: Luftwaffe übernimmt A400M

Raumfahrt Orion

Raumfahrt Orion Exploration Flight Test 1 – EFT-1 ten“ ein und druckten stolz das attraktiv gestaltete Flugticket mit ihrem Namen darauf aus. Nicht wenige werden später beim ersten Flug zum Mars dieses Ticket hervorholen und sagen können, dass sie damals dabei waren, bei diesem ersten Flug einer Orion-Kapsel ins All. Tatsächlich dabei waren Tausende an den traditionellen Beobachtungsplätzen beiderseits des Damms, der das Raumfahrtzentrum mit dem Hinterland verbindet. Hier hatten schon in den allerersten Tagen der bemannten US- Raumfahrt Fans aus allen Landesteilen ihr Lager aufgeschlagen, um die besten Plätze für die Starts zu ergattern und das Abheben der Raketen dann mit eigenen Augen zu verfolgen. So war es auch dieses Mal. AM CAPE HERRSCHTE VOLKSFESTSTIMMUNG Zahllose Autos und Wohnwagen, hunderte Autobusse, große und kleine Zelte und wie immer ein gutes Geschäft für die ortsansässigen Händler für Snacks und Getränke – man spürte bereits wieder die Volksfeststimmung wie in den guten alten Tagen von Apollo und Space Shuttle. Morgens, fünf Minuten nach sieben Uhr Ortszeit, zündeten die mächtigen Triebwerke auf dem Space Launch Complex 37, und vor dem dunkelblauen Hintergrund der langsam versinkenden Nacht kamen die rotgoldenen Abgaswolken und der gleißende Feuerstrahl der Rakete besonders gut zur Geltung. Das Publikum vor Ort und an den TV-Geräten im ganzen Land war begeistert und selbstverständlich auch alle Beteiligten – jene, die das System erdacht und gebaut hatten, und schließlich jene, die jetzt im Flugleitzentrum, in den Kontrollstationen und bei der Bergungsflotte Dienst Fotos: NASA Tanks und Triebwerk der Oberstufe werden vor dem Flug eingekapselt. Auf der Grafik unten ist ihre Position gut zu erkennen. Letzte Arbeiten in der Montagehalle. Das Rettungssystem ist bereits montiert. Im späteren Serieneinsatz wird das Servicemodul von der ESA geliefert. 76 FLUG REVUE MÄRZ 2015

Exploration Flight Test 1 – Der Ablauf der Mission Startkonfiguration EFT-1 Rettungssystem LAS Orion-Crew-Modul Oberstufe Trägerrakete Delta IV Heavy Bahnkorrektur Abtrennung der Oberstufe Abtrennung der Serviceeinheit Start SLC-37B Landung und Bergung Trennung von der Rakete Abwurf des Rettungssystems Zündung der Oberstufe Am 6. Dezember 2014 um 07:05 Uhr EST startete die Delta IV Heavy auf dem SLC 37 der Cape Canaveral Air Force Station in Florida. Aufstieg, Einschwenken in die Umlaufbahn und Abtrennung der Nutzlast erfolgten programmgemäß. Nach knapp zwei Erdumkreisungen und rund viereinhalbstündigem Flug kehrte die Kapsel aus einer Höhe von etwa 5800 Kilometern zurück und wasserte südwestlich San Diegos im Pazifik. taten, um das Projekt zum ersehnten Erfolg zu führen. Das waren schon einige Tausende, die jetzt die Daumen drückten, dass nur ja alles glatt verliefe! Sie wurden aber auch nicht enttäuscht, denn zahllose Sensoren und eine ganze Reihe an Bord montierter Kameras gaben lückenlose Auskunft über den Zustand des Systems und den Ablauf der Mission. So konnte man sich mit eigenen Augen davon überzeugen, wie erst das Rettungssystem abgesprengt wurde, sich wenig später die Nutzlast von der Rakete trennte und kurz darauf Die Bergungskräfte waren gut trainiert und brachten Orion sicher „nach Hause“. die Schalen der Nutzlastverkleidung davonflogen. Selbst ein Blick auf die Erde war den Zuschauern vergönnt, schließlich sogar Wolken glühenden Plasmas beim Sturz durch die Erdatmosphäre und zum glücklichen Ende die Öffnung der drei riesigen orangerot-weiß gestreiften Fallschirme. DER MISSIONSERFOLG IST ANSPORN FÜR DIE ARBEIT Auch die Bergungsmannschaften waren zur rechten Zeit am rechten Ort und praktizierten ihre Arbeit wie laut Handbuch für Bergungstaucher. Anschließend brachte die USS „Anchorage“ die Kapsel sicher wieder an Land. Die Marine konnte zufrieden sein mit ihrem Beitrag zum Gelingen dieser historischen Mission. Inzwischen ist die Kapsel im Triumphzug per Landtransport wieder zum Cape überführt worden und wird auf das Gründlichste begutachtet. Geht man von den bisherigen guten Erfahrungen aus, könnten wohl auch die nächsten Programmpunkte dem Zeitplan entsprechend abgehakt werden. Exploration Mission 1: Am 30. September 2018 soll erstmals die neue Trägerrakete SLS (Space Launch System) eine unbemannte Orion-Kapsel zur Mondumrundung bringen. Die Flugdauer beträgt etwa zehn Tage. Exploration Mission 2: Anfang 2021 ist die erste bemannte Mondumrundung geplant. Exploration Mission 3: Das Startdatum 15. August 2023 wurde für diesen bemannten Flug zwar bereits geblockt, aber der Missionsablauf ist noch nicht geplant. Im Anschluss an all diese Erprobungs- und Zulassungsflüge dürfte das Crew Exploration Vehicle (CEV) Orion für bemannte Missionen über die Erdumlaufbahn hinaus zertifiziert sein. Die bemannte Raumfahrt der USA ist auf dem besten Wege, zu alter Größe zurückzufinden. FR www.flugrevue.de FLUG REVUE MÄRZ 2015 77

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