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FLUG REVUE 03/2016

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Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Jahresbilanz von Airbus und Boeing Von SEBASTIAN STEINKE Es war ein tolles Jahr“, schwärmte Fabrice Brégier, Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte, bei seiner Jahrespressekonferenz für 2015 am 12. Januar in Paris. „Wir haben die meisten unserer Ziele erreicht: 635 Flugzeuge ausgeliefert, sechs mehr als im Rekordvorjahr, die A350-Produktionsrate erhöht und 14 Flugzeuge ausgeliefert, und wir haben erstmals die A380-Produktion finanziell über die Gewinnschwelle bekommen.“ Auch bei den Auftragseingängen sah die Lage rosig aus: 1036 „Nettoaufträge“, also bereinigt um Änderungen und Abbestellungen, verzeichnete der europäische Hersteller. Darunter sind 897 Standardrumpfflugzeuge und 139 Großraumflugzeuge. Der Auftragsbestand steigt damit auf den branchenweiten Rekordwert von 6787 Flugzeugen im Wert von 996,3 Milliarden Dollar nach Listenpreis. „Das ist der Beweis, wie robust die kommerzielle und industrielle Nachfrage nach Flugzeugen weiterhin ist“, sagte Brégier. Auch Boeing meldete eine sehr gute Jahresbilanz. „Wir haben 762 Flugzeuge ausgeliefert und die Konkurrenz über- Fabrice Brégier, Vorstandschef der Verkehrsflugzeugsparte von Airbus (Mitte), und Verkaufs-Geschäftsführer John Leahy (links) stellten die Airbus-Jahresbilanz vor. troffen“, konterte Boeing-Marketingvorstand Randy Tinseth. „Auf die Auslieferungen kommt es an, denn die bedeuten Umsatz.“ Die Auftragsberge summieren sich bei beiden großen Herstellern zu beachtlichen Produktionsmengen: An die zehn Jahre volle Produktion kann Airbus mit den bestehenden festen Aufträgen füllen, rund acht Jahre Auslastung hat auch Boeing mit noch zu bauenden 5795 Jets in den Büchern. „Wir sind etwas risikobewusster bei unserer Kundenauswahl“, stichelte Boeing-Vorstand Tinseth gegen die Europäer. Sein Unternehmen sei konservativer als Airbus, wo man stärker auf Branchenneulinge setze. Boeing habe dagegen mit beispielsweise Southwest Airlines und Ryanair sehr solide Großabnehmer, die bei weitem noch nicht ihren gesamten gegenwärtigen Flottenbestand in Flugzeuge der neuesten Generation getauscht hätten. Wie sicher feste Flugzeugbestellungen sind, ist durchaus eine berechtigte Frage. Die Börse in den USA startete Auslieferungen 2015 Airbus Airbus A320: 491 Gesamt 635 Airbus A330: 103 Airbus A380: 27 Airbus A350: 14 Airbus hat die moderne Hamburger A320-Endmontage zuletzt in Mobile, Alabama (Foto links), dupliziert und baut seine wichtigste Familie damit weltweit bereits auf sieben Endmontagelinien. 24 FLUG REVUE März 2016 www.flugrevue.de

Bestellungen 2015 Airbus und Boeing (netto) Standardrumpfflugzeuge 737: 588 40% 60% A320: 897 A330: 140* Großraum-Jets 767: 49 16% 777: 58 18% 44% 22% 787: 71 A380: 2 50% Riesen 50% 747-8: 1 747-8F: 1 * Aufgrund von Stornierungen von A350-Bestellungen verringerte sich der Gesamt-Auftragseingang bei Airbus um drei Flugzeuge. 2016 mit einer negativen Entwicklung, aus China wird das schwächste Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren gemeldet, im Nahen Osten von Jemen bis Syrien toben Kriege, der einstige Wachstumsstar Russland leidet unter Wirtschaftsflaute und Kursturbulenzen und Europas vereinigter Schengen-Raum ächzt. Zudem verunsichern Terrorakte, wie der Absturz einer A321 über dem Sinai, die Passagiere. Während im Gegenzug der sehr niedrige Ölpreis den westlichen Fluggesellschaften, vor allem in den USA, finanziell wieder zu hervorragender Profitabilität verhilft, schmälert er zugleich die Einnahmen der wichtigen Flugzeugabnehmerstaaten aus dem Nahen Osten empfindlich. Manche vom Reichtum verwöhnte Ölnation musste beim eigenen Konsum bereits mehrere Gänge zurückschalten. „Bei uns wird es 2016 jedenfalls keine Verlangsamung geben“, entgegnete 777- und A380-Großkunde Tim Clark, der Chef von Branchenriese Emirates, Mitte Januar. „2016 erhalten wir 36 neue Flugzeuge, die wir auch zur Verjüngung unserer Bestandsflotte nutzen. Trotz des niedrigen Ölpreises werden wir weiter in die kraftstoffeffizientesten Neuflugzeuge investieren, weil man nur so langfristig und gesund wachsen kann“, kündigte Clark in einem Beitrag in der Wirtschaftszeitung Arabian Business aus Dubai an. Er räumte allerdings zugleich ein, dass der starke Dollar die Gewinne seiner Airline erodiere und dass er bei der Luftfracht nur mit einer Stagnation rechne. Dennoch bleibe die Auslieferungen 2015 Boeing Boeing 737: 495 Gesamt 762 Boeing 787: 135 Boeing 747: 18 Boeing 777: 98 Boeing 767: 16 Fotos: Airbus, Boeing (3) Mit modernsten Fertigungsmethoden und der großflächigen Einführung von Industrierobotern will Boeing die Produktionskosten weiter senken und die Produktionsraten erhöhen. www.flugrevue.de FLUG REVUE März 2016 25

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