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FLUG REVUE 03/2016

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Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Brasilianer steigen bei TAP ein Fotos: Steven Marquez/AirTeamImages, Lucio Daou/AirTeamImages, Simon Gregory/AirTeamImages Gerade mal vier Millionen Dollar Mehrgebot reichten dem portugiesisch-brasilianischen Konsortium Atlantic Gateway bei der Auktion zum Erwerb der portugiesischen Airline TAP im vorigen Sommer. Damit konnte es den einzigen Mitbewerber um die 75 Jahre alte staatliche Gesellschaft aus dem Feld schlagen. 350 Millionen Dollar wollte die von Avianca-Chef Germán Efromovich beherrschte Gruppe Sagef für TAP hinblättern. Dann boten David Neeleman, Gründer der brasilianischen Regionalfluglinie Azul, und sein Partner Humberto Pedrosa, Eigner des portugiesischen Transportunternehmens Barraqueiro, 354 Millionen und bekamen den Zuschlag für den Anteil von 61 Prozent. Auf weitere 34 Prozent besitzt Atlantic Gateway drei Jahre lang ein Vorkaufsrecht; die restlichen fünf Prozent sind Belegschaftsaktien. Doch der hauchdünne Aufpreis war für Portugals Regierung nicht das entscheidende Argument. Neeleman versprach nämlich, insgesamt 800 Millionen Dollar frische Mittel in die mit mehr als einer Milliarde Euro verschuldete TAP zu pumpen. Das war Musik in den Ohren Lissabons, das schon seit 15 Jahren versucht, die ungeliebte Airline loszuwerden. Zunächst scheiterte das Privatisierungsvorhaben, nachdem sich 2012 Efromovich als einziger Kandidat gemeldet hatte, aber nicht zum Zuge kam. Ende 2014 startete Lissabon dann die zweite Runde, obwohl sich im Parlament und in der portugiesischen Öffentlichkeit anfangs heftiger Widerstand gegen das Projekt regte. Doch die Privatisierungsgegner mussten sich sagen lassen, dass beim ersten Anlauf sogar die Sozialisten mit der Idee einverstanden gewesen waren. Denn sonst hätte Portugal nicht die von der EU und dem IWF zugesagten Gelder zur Sanierung des Staatshaushalts bekommen. So ging die zweite Runde erfolgreich über die Bühne, zumal allen Beteiligten klar war, dass es ohne eine Privatisierung für TAP keine Zukunft gab. Rätselhaft blieb jedoch sogar Luftfahrtexperten anfangs, wie denn ausgerechnet Neeleman die versprochenen 800 Millionen Dollar auftreiben will. Die von dem 55-jährigen Amerikaner mit brasilianischem Pass 2008 gegründete Azul hat zwar eine eindrucksvolle Karriere hinter sich: In nur sieben Jahren kletterte die Zahl der von ihr bedienten Destinationen von drei auf 100, und mit 900 Flügen pro Tag sowie einem Markt- 28 FLUG REVUE März 2016 www.flugrevue.de

TAP bildet mit ihrem Europanetz den Brückenkopf der Südamerikaner zur EU. Start in die Euro-Zone Durch den Einstieg bei der portugiesischen TAP will Firmengründer David Neeleman Brasiliens Regionalfluglinie Azul zu einem Global Player ausbauen. Das nötige Geld dazu kommt aus China und den USA. anteil von knapp 17 Prozent ist Azul heute nach TAM und GOL mit je 36,5 Prozent Brasiliens drittgrößte Airline. Die 143 Jets der Gesellschaft, darunter sieben Airbus A330-200, beförderten im Vorjahr 21 Millionen Passagiere (siehe Tabelle), und ihr Drehkreuz Campinas/ Viracopos, etwa 100 Kilometer nördlich von São Paulo, wird oft mit US-amerikanischen Hubs verglichen. AZUL-EXPANSIONSKURS IN GANZ GROSSEM STIL Jedoch hatte Azul letzthin, wie alle südamerikanischen Airlines, mit beträchtlichen Handicaps zu kämpfen. Durch die Verteuerung von Dollar und Kerosin Azul, hier am Flughafen Santos Dumont in Rio, ist Brasiliens drittgrößte Fluggesellschaft. www.flugrevue.de FLUG REVUE März 2016 29

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