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FLUG REVUE 03/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Tupolew Tu-160 neue Modell mit einem elektronischen Selbstschutzsystem bestückt. Unabhängig von der neuen Bewaffnung läuft parallel eine Modernisierung der Systeme. Zu der als M1 bezeichneten Phase der Maßnahmen gehören der Einbau neuer Navigationssysteme (neues Trägheitsnavigationssystem und GPS), eines neuen Autopiloten und verbesserte Funkgeräte. Das noch traditionell mit Rundinstrumenten bestückte Cockpit erhält Bildschirme. Die Verbesserungen werden in Kasan im Rahmen großer Überholungen durchgeführt. Als erste Maschine durchlief die Nummer 18 „Andrei Tupolew“ das Programm. Sie machte ihren ersten Flug wieder am 16. November 2014 und wurde am 19. Dezember 2014 an die Streitkräfte zurückübergeben. 2015 sind offenbar die 02 „Wassili Reschetnikow“ und die 11 für das M1-Programm in Kasan. Um die Modernisierung zu komplettieren, soll später auch noch das Obzor- K-Radar durch ein Nowella NW1.70 von Leninez ersetzt werden. PRODUKTION AB 2021? Doch damit nicht genug. Bei einem Besuch im Werk in Kasan kündigte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am 29. April 2015 an, dass der Bau der Tu-160 wiederaufgenommen werden soll. „Ich denke, wir werden 2021 das erste völlig neue Flugzeug bekommen“, erklärte Wiktor Bondarew, Kommandeur der Luft- und Weltraumkräfte, Mitte August. Ab 2023 sollen etwa drei Flugzeuge pro Jahr entstehen. Benötigt werden aus Sicht der Militärs mindestens 50 Maschinen. Die Tu-160M2 wird wohl weiter modernisierte Systeme erhalten. Darüber hinaus sind neue Triebwerke der NK- 32-Serie notwendig. Deren Produktion soll bei Kusnezow nach fast 25 Jahren Pause bereits 2017 wieder beginnen, denn auch bei der vorhandenen Flotte kommen die Turbofans an das Ende ihrer Lebensdauer. Geflogen werden sollen die Tu-160M dann noch 40 Jahre. Wann der PAK-DA-Bomber der nächsten Generation zur Langstreckenflotte stoßen wird, ist derzeit unklar, denn bei einer „kleinen Verschiebung“ der Entwicklung wird es wohl nicht bleiben. FR Tu-160 – Die Flugzeuge Nr. Kennung Name 02 RF-94102 Wassili Reschetnikow 03 RF-94101 Pavel Taran 04 RF-94112 Iwan Jarygin 05 RF-94104 Aleksandr Golowanow 06 RF-94105 Ilja Muromez 07 RF-94106 Alexandr Molodzij 08 RF-94115 Witali Kopylow 10 RF-94100 Nikolai Kusnezow Das Cockpit hat noch konventionelle Instrumente. Rumpf und Flügel - wurzeln der Tu-160 gehen ineinander über. Nr. Kennung Name 11 RF-94114 Wassili Senko 12 RF-94109 Alexandr Nowikow 14 RF-94103 Igor Sikorsky 15 RF-94108 Wladimir Sudez 16 RF-94-107 Aleksei Plochow 17 RF-94110 Waleri Tschkalow 18 RF-94111 Andrei Tupolew 19 RF-94113 Walentin Blisnjuk 48 FLUG REVUE März 2016 www.flugrevue.de

Russlands Luftstreitkräfte wollen die Bomberflotte vergrößern Mit Luftbetankung flog die „Blackjack“ schon bis Venezuela. Tu-160 – Die Geschichte Schon im November 1967 startete die Regierung der damaligen Sowjetunion einen Wettbewerb für einen neuen Langstreckenbomber. Keiner der Entwürfe konnte allerdings die extremen Anforderungen wie 3500 km/h Höchstgeschwindigkeit und 18 000 km Reichweite erfüllen. Nachdem man die Ziele mehrfach nach unten korrigiert hatte, erhielt schließlich Tupolew mit seinem Izdelije 70 (oder Izdelije K) den Zuschlag. Der Schwenkflügler erinnerte an die amerikanische B-1, war aber deutlich größer und schwerer. Neben 148 Tonnen Kraftstoff kann die Tu-160 in zwei hintereinander im Rumpf angeordneten Waffenschächten bis zu zwölf Marschflugkörper mitführen. Angetrieben von vier Kusnezow NK-32, ist der Bomber bis zu 2000 km/h schnell. Normalerweise wird aber mit Mach 0.77 geflogen. Die Tragflächen lassen sich auf 20, 35 und 65 Grad Pfeilung stellen. Zur vierköpfigen Besatzung zählen zwei Piloten, ein Navigator/Waffenbediener und ein Navigator/EloKa- und Funkbediener. Die erste Tu-160 wurde im November 1981 von amerikanischen Satelliten in Shukowski entdeckt. Sie startete am 18. Dezember 1981 mit Boris Weremej am Steuer zu ihrem Jungfernflug. Im folgenden Februar erreichte der Prototyp erstmals Überschallgeschwindigkeit. Als Produktionswerk wurde KAPO in Kasan bestimmt, wo bis 1994 insgesamt 33 Flugzeuge entstanden. Deren Lieferung begann im April 1987 an das 184. Schwere Bomberregiment in Priluki. Diese Basis gehörte nach dem Zerfall der Sowjetunion zur Ukraine, die somit 19 strategische Bomber erbte, mit denen sie nichts anfangen konnte. Ein Teil ging zurück nach Russland, der Rest wurde verschrottet. Das Bomberregiment in Priluki (heute Ukraine) flog bis Ende 1991. Fotos: Piotr Butowski (3), Tupolew/Alexei Nagajew www.flugrevue.de FLUG REVUE März 2016 49

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