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FLUG REVUE 03/2016

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Historie Die zweite

Historie Die zweite Avro-Vorserienmaschine DG595 flog erstmals am 13. Mai 1941. Avro Lancaster Das Rückgrat des Bomber Command Vor 75 Jahren flog der viermotorige Bomber Avro Lancaster zum ersten Mal. Zwischen 1941 und 1946 wurden 7377 Lancaster der verschiedenen Versionen gebaut und bei der Royal Air Force (RAF) eingesetzt. VON PHILIPP PRINZING Der erste Prototyp der Lancaster BT308, hier noch mit dem dritten Seitenruder in der Rumpfmitte. Um die Geschichte der Avro Lancaster zu beschreiben, muss man etwas weiter zurückgehen. 1936 legte das Air Ministry die Ausschreibung P13/26 verschiedenen britischen Flugzeugherstellern vor. Darunter waren Avro, Boulton Paul, Bristol, Handley Page, Shorts und Vickers. Die Regierung forderte einen schweren Bomber, der bis zu 4000 Kilogramm Bomben bei einer Geschwindigkeit von mindestens 443 km/h über mehr als 3000 Kilometer transportieren sollte. Weitere Inhalte des Pflichtenhefts waren, dass zwei Torpedos im Rumpf Platz finden und bis zu 16 voll ausgerüstete Soldaten befördert 82 FLUG REVUE MÄRZ 2016 www.flugrevue.de

Die Wartungsmannschaften der RAF schätzten die Lancaster für ihre solide und zuverlässige Technik. werden können sollten. Am Ende der Abgabefrist legten nur Avro und Handley Page Entwürfe vor. In Woodford entwickelte das Team rund um Roy Chadwick daraufhin die Avro 679 Manchester, einen zweitmotorigen Bomber, dessen auffälligstes Merkmal die drei Seitenruder waren. Im Juli 1939 erfolgte der Erstflug, und bereits Ende 1940 erhielten die ersten RAF-Staffeln das neue Flugzeug. PROBLEMMOTOR VULTURE Kurz nach der Einführung bei der 207 Staffel des Bomber Command im November 1940 zeigte sich, dass die Leistung der Motoren nicht ausreichte. Hinzu kam, dass die zwei Rolls-Royce (RR) Vulture extrem anfällig waren. Avro und der Motorenhersteller unternahmen Versuche, die Antriebe doch noch zuverlässiger zu machen, jedoch ohne Erfolg. Sogar die Nutzung von Bristol- Centaurus- oder Napier-Sabre-Motoren wurde überdacht, jedoch schnell wieder verworfen. RR-Chef E. H. Hives sah keine andere Möglichkeit, als selbst beim Air Ministry einen Plan für eine viermotorige Version der Manchester vorzuschlagen. Die neuen Merlin-X- Motoren waren dafür die erste Wahl. Für Avro war der Vorstoß von RR entscheidend, denn Chadwick hatte sich bereits vor der Fertigung der Manchester mit der Idee eines viermotorigen Bombers beschäftigt, und so war es Avro möglich, Ende 1940 innerhalb von drei Wochen die Manchester III zu entwerfen. An den verlängerten Flügeln kamen die neuen RR-Kolbenmotoren zum Einsatz. Ein konstruktiver Vorteil war, dass sie als gesamte Einheit inklusive Motorträger an die Tragflächen montiert werden konnten. BESTNOTEN FÜR DIE „LANC“ Chadwick gab nach erfolgreichen Testläufen am 5. Januar 1941 die Freigabe zur Flugerprobung. Auf dem Dokument ist zu diesem Zeitpunkt erstmals der Name Lancaster zu finden. Der Prototyp BT308 hob vier Tage später auf dem Flugplatz Ringway (heute Manchester Airport) mit Testpilot H. A. „Sam“ Brown und Copilot Sydney Albert „Bill“ Thorn im Cockpit ab. Nach dem 40-minütigen Erstflug zeigten sich die Testpiloten begeistert von den Flugeigenschaften des überarbeiteten Musters. Lediglich die Längsstabilität während des Flugs wurde etwas bemängelt. Dieses Problem vermuteten die Konstrukteure bereits schon im Vorfeld und fanden erneut eine schnelle Lösung. Die drei Seitenleitwerke wurden verworfen, und bereits der zweite Lancaster-Prototyp, mit der Kennung DG595, verfügte über das markante neue doppelte Leitwerk. Am 13. Mai 1941 erfolgte der Erstflug des überarbeiteten Prototyps. Neben der Eliminierung des dritten Leitwerks wurde Fotos: FR-Dokumentation www.flugrevue.de FLUG REVUE MÄRZ 2016 83

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