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FLUG REVUE 03/2017

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Take-Off Antonows

Take-Off Antonows größte Frachter Aus der An-22-Glaskanzel kann der Navigator Bodenmerkmale beobachten und „mitkoppeln“. Fotos: AirTeamImages / Jorge Guardia Aguil Ha, Flughafen Leipzig/Halle / Uwe Schossig (3) über entsprechend geballten Sachverstand. Sie können aus einem Baukastensystem Laderampen und Gleitbahnen bauen, um auch schwerste und sperrigste Ladegüter zu bewegen. Während die Antonow An-22 am Boden keinerlei Probleme kennt, bekommt ihre größte Schwester, die Antonow An- 225 Mrija gerade hier Schwierigkeiten. Sie ist das größte Flugzeug der Welt, ein gewaltiges Einzelstück mit 84 Metern Länge und 88,4 Metern Spannweite. Damit passt sie nur auf wenige Flughäfen, wo Rollwege, Lichtmasten und Abstellflächen ausreichend groß dimensioniert sind. Nur Howard Hughes’ achtmotoriges Wasserflugzeug H-4, genannt „Spruce Goose“, hatte mit 97,5 Metern noch mehr Spannweite. Oft kommt der exotische Gigant An-225 nur zu nächtlichen Stippvisiten, nimmt schnell sein Ladegut auf und ist im Morgengrauen schon wieder verschwunden, bevor der normale Flugbetrieb beginnt. Die An-225 entstand auf Basis der An-124; ein mittleres Flügelstück und zwei Triebwerke kamen hinzu. Gebaut wurde sie als Spezialtransporter, um auf ihrem Rücken die russische Raumfähre Buran zu befördern. Deshalb gibt es nur ein flugfähiges Exemplar und einen unfertigen Reserverumpf. Bis zu 250 Tonnen Fracht kann der sechsstrahlige Riese befördern. Er hält auch den Rekord für das schwerste Luftfracht-Einzelstück, einen 190 Tonnen schweren Generator. DREHKREUZ LEIPZIG SPIELT DIE SCHLÜSSELROLLE Das wichtigste „Nest“ der Riesen ist die deutsche Frachtdrehscheibe Halle/Leipzig. Hier hat das Unternehmen Ruslan SALIS GmbH seinen Sitz. SALIS steht für „Strategic Airlift Interim Solution“ (Zwischenlösung für den strategischen Lufttransport). Das vormals russisch-ukrainische Luftfrachtunternehmen stellte 20 FLUG REVUE MÄRZ 2017 www.flugrevue.de

RIESENNEST IN LEIPZIG Winterstimmung in Leipzig. Alle drei Antonow-Muster warten auf den nächsten Einsatz. seit 2006 für verschiedene NATO-Länder ständig zwei An-124-100-Schwerlasttransporter bereit und garantierte den bevorzugten Zugriff auf vier weitere innerhalb von neun Tagen. Wegen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine haben sich die beiden SALIS-Teilhaber jedoch überworfen und gehen seit dem Jahreswechsel getrennte Wege. So blieb der NATO Support and Procurement Agency nichts anderes übrig, als für 2017/18 nun zwei Verträge abzuschließen. Für 2017 wurden 1600 Flugstunden vereinbart, wobei die Russen knapp 1000 und die neu gegründete Antonov SALIS rund 600 bekommen. Dies ist etwa proportional zu den An-124-Flotten von Wolga-Dnepr (10) und Antonov Airlines (7). Wichtigster Nutzer von SALIS bleibt Deutschland mit voraussichtlich 1080 Stunden in diesem Jahr. Frankreich hat für seine Einsätze in Afrika ebenfalls einen erheblichen Bedarf. Gute Aussichten also auch weiterhin für die robusten Riesen aus 6 x 230 kN Schub bringen die Antonow An-225 auch bei 600 Tonnen maximaler Startmasse sicher in die Luft. dem Osten. FR Triebwerkslauf in der Leipziger Lärmschutzhalle. Die Triebwerke aus östlicher Produktion sind zuverlässiger und leiser geworden als zu Sowjetzeiten. www.flugrevue.de FLUG REVUE MÄRZ 2017 21

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