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FLUG REVUE 03/2017

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Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Watt-Flughafen Barra Das da unten könnte die Südsee sein. Tiefblaues Wasser, breite, schneeweiße Strände, üppiges Grün dahinter. Und das nicht einmal eine Flugstunde von Glasgow. Annag Bagley senkt die Nase der 19-sitzigen Turboprop, legt sie in eine Linkskurve. Die neue Series 400 Twin Otter ist eine von zwei erst im Sommer 2015 von Viking in Kanada gelieferten Neuflugzeugen, bestellt vom staatlichen schottischen Flughafenbetreiber Highland & Islands Airports Ltd. (HIAL) und betrieben von Loganair. Sie kommen auf drei subventionierten, sogenannten Public-Service-Obligation-(PSO-)Routen in Schottland zum Einsatz. Annag Bagley, die 35-jährige Pilotin mit schwarzer Brille und hochgesteckter Frisur, sitzt auf dem linken Sitz im Cockpit und hat ihre rechte Hand über der Instrumentenkonsole an den Leistungshebeln. Langsam drosselt sie die Kraft der beiden Pratt & Whitney-Motoren, das Dröhnen der Propeller wird leiser. Annag Bagley ist in Barra geboren und aufgewachsen, dieser kleinen Insel der Äußeren Hebriden westlich von Schottland, 90 Meilen übers Wasser von Oban entfernt. Rund 1200 Menschen leben hier. Heute morgen sitzen nur sieben Passagiere in der kleinen Kabine. Wer noch nie hier war, könnte jetzt erschrecken: Wo sollen wir hier eigentlich landen? Die Twin Otter überfliegt einen endlos breit scheinenden Strand, sinkt weiter. In Barra auf den Äußeren Hebriden in Schottland landen seit 80 Jahren Linienflüge auf dem Strand – weltweit einmalig. Rechts huscht ein kleines Abfertigungsgebäude unter der Tragfläche vorbei, doch durch die Cockpitscheibe sieht man nur Wasserlachen und Watt voraus. Eine Tür zwischen Piloten und Passagieren gibt es hier nicht. Und dann ist es so weit – manche Besucher kommen bis aus Australien her, um das zu erleben: die weltweit einzige Landung eines Linienfluges auf einem Strand! Mit einem kleinen Hüpfer setzt die blau-weiße Turboprop auf dem Sand auf. Es rüttelt ein wenig, die vom Wasser gleichmäßig geformten Riffeln am Strand sind in der Kabine zu spüren. Trotz Ebbe steht noch ein wenig Wasser auf der „Landebahn“ – auch wenn von einer Piste nichts zu sehen ist. Hüfthoch spritzt es an den beiden Rädern des Hauptfahrwerks hoch; wie ein Geländewagen pflügt das Flugzeug durch Wasser und Sand und bremst schnell ab. Dann stellen Annag Bagley und ihr Copilot die Maschine auf trockenem Sand nahe dem Terminal ab. Flug BE6851 aus Glasgow Schottlands Strand– In Schottland kann man „Wasserstarts“ auch von Land aus erleben. Im Flughafencafé warten die Passagiere geduldig auf das Eintreffen ihres Fluges. Die Twin Otter ist dank ihrer Robustheit perfekt für die schottische Extrempiste geeignet. 32 FLUG REVUE März 2017 www.flugrevue.de

Landebahn Die Twin Otter verträgt Sandpisten und salziges Spritzwasser. Nach dem Flug wird sie mit Süßwasser abgespült. Fotos: Andreas Spaeth www.flugrevue.de FLUG REVUE März 2017 33

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