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FLUG REVUE 03/2017

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Militärluftfahrt Suchoi

Militärluftfahrt Suchoi Su-30-Familie Der Auftrag aus Indien war maßgeblich für die Entwicklung der Su-30 mit Canards und Schubvektorsteuerung. Normalerweise haben Kampfflugzeuge, die nicht vom Heimatland des Herstellers gekauft werden, keine Chance auf dem Markt. Aber die Zeiten waren nicht normal, als Anfang der 1990er Jahre die Sowjetunion zerfiel und auch Suchoi mit seiner „Flanker“-Familie nicht mehr auf bedeutende Aufträge der russischen Luftstreitkräfte zählen konnte. Die einzige Hoffnung für die Zukunft des Konstruktionsbüros und der Herstellerwerke lag im Export. Chefkonstrukteur Michail Simonow persönlich sorgte für die Freigabe von Verkäufen an China und fädelte ein Geschäft mit Indien ein, das die Entwicklung der doppelsitzigen Mehrzweckversion Su-30MKI ermöglichte. Mit der MKI wurden die bereits beeindruckenden Fähigkeiten der Su-30 (NATO-Codename „Flanker“) noch einmal wesentlich gesteigert. Bewegliche Schubdüsen ermöglichen es dem Fighter zum Beispiel, ohne Kontrollverlust Anstellwinkel von 60 bis 70 Grad zu erreichen. Selbst 100 bis 120 Grad sind kurzzeitig möglich – was die Su-27 auch schon konnte, aber Manöver in diesen Regionen mit Perfektion hat sonst wohl nur noch die amerikanische F-22 Raptor zu bieten. Neben den Schubvektordüsen tragen auch kleine Canards vor den Tragflächen zur hohen Manövrierfähigkeit bei. Die komplexe Flugsteuerung besorgt ein neues digitales Fly-by-Wire- System. Nicht nur was die Triebwerke und Steuerung betrifft, wurde der Fighter gründlich überarbeitet, auch bei den Systemen besserte Suchoi nach. So wird das N011M-Bars-Radar von Tichimirow mit passiver elektronischer Strahlschwenkung verwendet. Um den Blickwinkel zu verbessern, sind die Sende-/ Empfangsmodule auf einer 25 Grad nach links und rechts beweglichen Plattform montiert. Die Gesamtmasse liegt bei 110 Kilogramm. Das Bars ist in der Lage, bis zu 15 Ziele gleichzeitig zu verfolgen, von denen vier bis sechs parallel mit Lenkwaffen angegriffen werden können. Kampfjets soll es auf 120 bis 140 Kilometer Abstand entdecken können. Wie bei russischen Kampfflugzeugen üblich, verfügt die Su-30MKI auch über ein Infrarot-Zielsuchsystem (OLS-30 von UOMZ) und ein Helmvisier. Ein Problem der Entwicklung für die Indien war, dass auf Wunsch des Kunden ein Sammelsurium an neuen Geräten der unterschiedlichsten Hersteller eingebaut werden musste. So stammt das Head-up-Display von Elop aus Israel, während die Bildschirme ebenso wie das Trägheitsnavigationssystem Sigma 95 von Sagem aus Frankreich beigesteuert werden. Indische Firmen sind mit dem Radarwarnempfänger und dem IFF 46 FLUG REVUE März 2017 www.flugrevue.de

Die Schubdüsen sind leicht versetzt angeordnet und lassen sich je 15 Grad nach oben und unten schwenken. So geben sie Steuerinputs um die Hoch- und die Querachse. BrahMos-A (Mitte) ist eine russisch-indische Abstandswaffe, die Überschallgeschwindigkeit erreicht. Die Freiflugtests stehen noch aus. Ansonsten kann die Su-30MKI ein umfangreiches Waffenarsenal tragen. Fotos: Piotr Butowski sowie dem Missionscomputer und Funkgeräten beteiligt. Als Integrator betätigte sich RPKB aus Ramenskoje. Bei der Bewaffnung konzentrierten sich die Inder zunächst auf russische Systeme wie die Luft-Luft-Lenkwaffen R-27, die R-73 und die RWW-AE oder die Lenkwaffen X-59, X-31 und X-29 für den Angriff auf Bodenziele und Schiffe. Allerdings sollen in Zukunft auch die Astra (erster Teststart im Mai 2014) sowie die BrahMos-A (erster Flug im Juni 2016) integriert werden. Obwohl der Vertrag mit Indien im November 1996 unterzeichnet wurde und der erste Prototyp im Juli 1997 zum Jungfernflug abhob, dauerte es mit dem Beginn der Lieferung bis zum Juli 2002. Als erste Einheit wurde die No. 24 Squadron in Pune mit dem neuen Muster ausgestattet. Als Interimslösung waren ab Frühjahr 1997 insgesamt 18 Su-30K geliefert worden. Im Laufe der Jahre hat Indien bisher 272 Su-30MKI bestellt. Die ersten 50 davon entstanden im Flugzeugwerk in Irkutsk, während anschließend schrittweise die Lizenzfertigung bei Hindustan Aeronautics aufgebaut wurde. Das erste in Nasik endmontierte Flugzeug war im Herbst 2004 fertig. Bisher wurden dort etwa 180 Su-30MKI mit wachsendem indischen Eigenanteil gebaut. Derzeit wird erwartet, dass die indischen Luftstreitkräfte noch 40 weitere Jets bestellen werden. Die Entwicklung der Su-30MKI bildete die Grundlage für weitere Verkäufe an Malaysia und Algerien. Malaysia be- www.flugrevue.de FLUG REVUE März 2017 47

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