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FLUG REVUE 03/2017

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Raumfahrt

Raumfahrt Laserkommunikation Über EDRS können Sentinel-Satelliten mehr als 100-mal so schnell wie bisher Daten übertragen. EDRS-C ist der zweite Knoten des Datenrelaissystems. ER soll im vierten Quartal 2017 starten. Die Sentinel-Satelliten nutzen EDRS und herkömmliche Funkübertragung. jedoch eine Funkverbindung im Ka- Band (26,5 bis 40 GHz) genutzt. Die Erdatmosphäre und Wettererscheinungen wie Wolken und Regen beeinträchtigen den Laserstrahl. Er wird stark gedämpft und verzerrt. Die Ingenieure arbeiten an Lösungen, um künftig auch Übertragungen mit Lasern direkt zur Erde zu realisieren. Der erste Relaissatellit wurde am 29. Januar 2016 von Baikonur in Kasachstan gestartet und in die geostationäre Bahn über dem Äquator befördert. Es handelt sich um den Kommunikationssatelliten Eutelsat 9B, der mit dem LCT ausgestattet ist. Für die Übertragung der Daten zur Erde nutzt Eutelsat 9B die ohnehin an Bord befindlichen Ka- Band-Transponder. Der Satellit des französischen Unternehmens Eutelsat wurde bei 9 Grad Ost stationiert. Er wird auch als Weltraumsegment EDRS-A bezeichnet. Am 1. Juni 2016 erfolgte über EDRS-A die erste Übertragung von Bildern des Copernicus-Radarsatelliten Sentinel-1A, und seit November 2016 ist das Relaissystem in die kommerzielle Phase eingetreten. Zur Erweiterung der Datenautobahn soll im vierten Quartal 2017 mit EDRS-C ein speziell für das Datenrelaissystem ausgelegter Satellit in den geostationären Orbit gebracht und bei 31 Grad Ost stationiert werden. Sein Bau erfolgt im Auftrag von Airbus bei OHB System in Bremen und basiert auf dem Satellitenbus SmallGEO (siehe Kasten auf S. 77). Das Bodensegment besteht aus mehreren Bodenstationen mit verschiedenen Aufgaben. Sie befinden sich in Ottobrunn, Oberpfaffenhofen, Weilheim, Redu (Belgien), Harwell (Großbritannien) und Matera (Italien). Von dort werden die empfangenen Daten an die Nutzer weitergeleitet. Um Sicherheit zu gewährleisten, sind sie auf allen Übertragungskanälen verschlüsselt. Die ersten Nutzer sind die europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-1A und -2A. Auch alle weiteren Satelliten des Copernicus-Programms werden mit entsprechenden Terminals ausgestattet. Ein zweiter Kunde wird das europäische Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS ist. Das System steht jedoch auch weiteren Interessenten offen. Passend dazu hat Airbus DS im Januar einen mit 75 000 Euro Preisgeld dotierten Wettbewerb ins Leben gerufen. Bis zum 30. April können kleine und mittlere Unternehmen, Gründer und Start-ups ihre Ideen für die Nutzung des EDRS einreichen. DRITTER SATELLIT FÜR GLOBALE ABDECKUNG Mit dem Betrieb der beiden Weltraumkomponenten wird die erste Phase von EDRS abgeschlossen sein. Ihr soll später ein weiterer Ausbau unter dem Projektnamen GlobeNet folgen, indem ein dritter Netzknoten in den geostationären Orbit gebracht wird. Damit soll die globale Abdeckung erreicht werden. Neben Satelliten können dann auch ferngesteuerte Luftfahrzeuge (UAVs oder Drohnen) einbezogen werden. FR OLAF GÖRING 76 FLUG REVUE MÄRZ 2017 www.flugrevue.de

Das Laser-Kommunikationsterminal von Tesat wurde bei Airbus DS in Toulouse in Eutelsat 9B integriert. Das EDRS-Laserterminal verfügt über ein bewegliches Teleskop, das auf den Empfänger ausgerichtet wird. Die Satelliten-Plattform SmallGEO von OHB System Eine Plattform für verschiedene Zwecke: Mit SmallGEO wollen ESA und OHB System Satelliten günstiger und flexibler machen. SmallGEO wurde in einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der ESA und dem Bremer Unternehmen OHB System sowie LuxSpace, OHB Sweden und RUAG Space im Rahmen des ESA-Programms ARTES 11 (Advanced Research in Telecommunications Systems) entwickelt. Es ist ein kostengünstiger, bevorzugt für die geostationäre Bahn gedachter Satellitenbus mit hoher Lageregelungsgenauigkeit. Er kann sowohl für Telekommunikationsanwendungen als auch für Erdbeobachtungssatelliten eingesetzt werden. Der modulare Aufbau soll kurze Integrationszeiten ermöglichen. OHB bietet den Bus in drei Antriebsvarianten an: SmallGEO Classic verfügt ausschließlich über chemische Antriebe, SmallGEO FLEX hat nur elektrische Antriebe (Ionentriebwerke), und SmallGEO FAST hat eine kombinierte (hybride) Antriebsausstattung. In der klassischen Version wiegt der Satellit 3600 Kilogramm und hat Kapazität für 300 Kilogramm Nutzlast. Die Variante mit elektrischen Antrieben ist 800 Kilogramm leichter und kann sogar 650 Kilogramm Nutzlast transportieren. Die projektierte Lebensdauer beträgt 15 Jahre, kann aber durch Erweiterungen bei elektrischen Antrieben verlängert werden. Als Trägerraketen kommen unter anderem Ariane 5 (Arianespace), Falcon 9 (SpaceX), Proton (ILS) und Atlas 5 (ULA) in Frage. Auf der SmallGEO-Plattform sind Transponder in allen üblichen Frequenzbändern installierbar. Das sind die Frequenzbänder P, L, S. C, X, Ku und Ka. Außerdem kann SmallGEO mit einem Laserterminal für die Übertragung via EDRS bestückt werden. Die dreiachsenstabilisierten Satelliten haben nach Angaben von OHB System eine sehr hohe Ausrichtungsgenauigkeit. SmallGEO wird zum ersten Mal für den spanischen Kommunikationssatelliten Hispasat AG 1 (Advanced Generation) eingesetzt. Im März 2016 erfolgte seine Umbenennung in Hispasat 36W 1. Der Satellit soll Europa, die Kanarischen Inseln und Südamerika mit schnelleren Multimedia-Diensten versorgen. Er sollte Ende Januar mit einer Trägerrakete Sojus-STB Fregat-MT von Kourou aus gestartet werden. Die zweite Anwendung von SmallGEO soll der Relaissatelliten EDRS-C sein. Hispasat 36W 1 ist der erste Satellit auf Basis der SmallGEO-Plattform. Fotos: Airbus DS, DLR/TESAT, ESA, ESA/ATG medialab (2), ESA/S. Corvaja www.flugrevue.de FLUG REVUE MÄRZ 2017 77

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