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FLUG REVUE 04/2015

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Das Ende der Riesen: Die Zukunft von 747 A380 Aus aller Welt: Transporthubschrauber für die Militärs Neue Serie: Lexikon der Luftfahrt

Zivilluftfahrt Schwere

Zivilluftfahrt Schwere Zeiten für Vierstrahler Giganten immer größere, hausinterne Konkurrenten an die Seite stellen. Die großen Zweistrahler gelten als ideal, wenn eine Airline pro Tag mehrere Flüge auf einer Hauptstrecke anbieten möchte, etwa um zahlungskräftige Geschäftsreisende wahlweise morgens und abends zu erreichen. Und sie können in ihrem Bauch noch viel lukrative Fracht mitnehmen. Das bekommen vor allem die früher unangefochtenen reinen Frachtflugzeuge, darunter die Boeing 747-8F, zu spüren. Die neue Macht der Zweistrahler drückt sich auch in deren selbstbewussten Listenpreisen aus. So kostet die künftige Boeing 777-9X stolze 388,7 Millionen Dollar. Die viel größere, vierstrahlige Boeing 747-8 gibt es dagegen schon für 367,8 Millionen Dollar im Boeing-Angebot. BEIDE PRODUKTIONSLINIEN BRAUCHEN NEUES FUTTER Bei Boeings Jumbo Jet sieht die Auftragslage sogar noch bedrohlicher aus als bei der A380. Wegen schwacher Nachfrage senkt der Hersteller die monatliche Jumbo-Produktion ab September 2015 von 1,5 auf 1,3 Flugzeuge pro Monat. Immer wieder hat Boeing bekräftigt, zur 747 zu stehen, aber von der jüngsten Generation, der 747-8, konnten bisher nur 68 Frachter und nur 51 Flugzeuge der Passagierversion verkauft werden. Einige fabrikneue Frachter flogen sogar direkt ab Werk auf die Wüstenparkplätze in Arizona, um bessere Zeiten am Frachtmarkt abzuwarten. Denn die oben genannten Zweistrahler machen mit Unterflurfracht dem Jumbo seine frühere Kernkompetenz Fracht zunehmend streitig. Noch schlechter steht es um die Jumbo-Passagierversion. Nur wenige Airlines, wie Lufthansa, Korean Air und Air China, entschieden sich bisher für den gestreckten Riesen, das längste Passagierflugzeug der Welt. Als VIP-Flugzeug hat die 747-8 dagegen ihren Markt gefunden: Acht der ersten 24 Passagierjumbos gab es in der VIP-Ausführung. Dagegen strich Airbus zum Jahresende 2014 den bisher einzigen Auftrag für die A380 in der VIP-Ausführung wieder aus der Bestellliste. Einen bröckelnden Auftragsbestand und ungewisse Kundenabnahmen erlebt Airbus auch bei der A380 in der regulären Airlineversion. Zwar hört man von Fotos: Andy Martin/AirTeamimages, Edwin Chai/Airteamimages, Lufthansa, Boeing Auch zwei fabrikneue 747-8F parkten bereits in der Wüste. Als Frachter punktet die 747-8 mit ihrem großen Bugtor. Die nächste Boeing 747-8 für Lufthansa wird ein „Retrojet“. 26 FLUG REVUE APRIL 2015 www.flugrevue.de

Ein neuer Jumbo kurz vor Verlassen der Endmontagehalle. Daten Boeing 747-8 Vierstrahliges Langstrecken-Verkehrsflugzeug mit Zweimanncockpit Allgemeine Angaben Antrieb: 4 GEnx-2B-67 mit 296 kN Schub Passagiere: 467 bei Dreiklassenbestuhlung Fracht: 16 LD1-Container oder 7 Paletten in der Passagierversion; in der Frachtversion mit großem Bugtor, kurzem Buckel und seitlichem Frachttor: im Hauptdeck 34 Paletten (2,4 x 3,2 m), davon 27 bis zu 3 Meter hoch, und im Unterdeck 12 Paletten (2,4 x 3,2 m) und 2 LD-1-Container Abmessungen und Massen Länge: 76,3 m Spannweite: 68,5 m Höhe: 19,4 m maximale Startmasse: 448 t Flugleistungen maximale Reisegeschwindigkeit: Mach 0.90 Reichweite: 14800 km (Frachter: 8130 km) Dienstgipfelhöhe: 13100 m (FL 430) Listenpreis: 367,8 Mio. Dollar (Frachter: 368,4 Mio. Dollar) Aktuelle Bestellungen (davon bereits ausgeliefert) Airbus A380-800 Emirates 140 (85) Singapore Airlines 24 (19) Amedeo 20 (0) Qantas 20 (12) Lufthansa 14 (12) Air France 12 (10) British Airways 12 (9) Etihad Airways 10 (1) Hong Kong Airlines/Hainan Group 10 (0) Korean Air 10 (10) Qatar Airways 10 (4) Asiana Airlines 6 (2) Malaysia Airlines 6 (6) Thai Airways 6 (6) Virgin Atlantic 6 (0) China Southern Airlines 5 (5) Transaero Airlines 4 (0) Air Austral 2 (0) gesamt: 317 (154) Boeing 747-8 Lufthansa 19 (16) Cargolux Airlines 14 (11) Cathay Pacific Cargo 14 (13) Nippon Cargo Airlines 14 (8) Korean Air 10 (0) Atlas Air 9 (9) Boeing Business Jet/VIP-Version 9 (8) Air China 7 (0) Korean Air Cargo 7 (5) Volga-Dnepr Airlines 5 (5) Transaero Airlines 4 (0) Arik Air 2 (0) Silk Way Airlines 2 (2) Saudia Cargo 2 (2) Air Bridge Cargo Airlines 1 (1) gesamt: 119 (84) den großen klassischen Airline-Betreibern der A380 durchweg zufriedene Urteile über die Einsatzzuverlässigkeit der A380 und die gute Passagierakzeptanz, aber kleinere Aufträge wie die von Air Austral (2), Virgin Atlantic (6) oder Transaero (4) gelten keineswegs als gesichert. Bereits gestrichen hat Airbus vier Bestellungen der japanischen Skymark, nachdem Raten nicht überwiesen wurden. Andere Airlines, wie Qantas, haben ihr Geschäftsmodell geändert und benötigen, da nun direkt mit dem von Emirates verbündet, nicht mehr die ursprünglich geplante Liefermenge. LETZTER AUFRUF FÜR DIE BOEING 747-8? Wie sieht die Lösung für die Riesen aus? Eine nochmalige Überarbeitung für die Boeing 747-8 scheint ungewiss, denn Boeing hat mit der 777X mittlerweile eine leistungsfähige Alternative im Programm. Derzeit kann der Hersteller die Jumbo-Produktion mit den festen Bestellungen etwa bis zum Jahr 2017 auslasten, danach bräuchte man weitere Festaufträge. Gerade hat die US Air Force beschlossen, die Boeing 747-8 als nächstes Präsidentenflugzeug für die USA zu beschaffen. Damit dürften, nach einer formellen Auftragserteilung, frühestens 2017 oder 2018 noch drei Flugzeuge ge- baut werden, vielleicht die letzten Jumbo Jets. Bei Boeing und im Werk Everett gehen dann aber keinesfalls die Lichter aus, denn genau hier baut man mit der Boeing 777-300ER einen der härtesten Jumbo-Konkurrenten und mit der künftigen 777-9X vielleicht sogar den „Jumbo-Killer“ im selben Hallentrakt. Mit der Entscheidung zur Überarbeitung der noch auf viel Wachstum ausgelegten A380, dem deutlich jüngeren Grundentwurf, winkt dem größten Airbus-Programm dagegen noch eine längere Produktionsdauer. Emirates-Chef Tim Clark sprach öffentlich bereits von rund zwölf Prozent besseren Verbrauchswerten einer A380neo mit neuen Triebwerken, Turbofans, die genau der A330neo- Leistungsklasse entsprechen würden. Deshalb dürfte Airbus hierbei auf eine Zusammenarbeit mit Rolls-Royce, wahrscheinlich sogar auf eine alleinige Triebwerkspartnerschaft mit den Briten, setzen. Unterdessen greift der Jumbo Jet noch einmal die A380 an: Wie die amerikanische Website „Leeham News“ meldete, übermittelte Boeing der Emirates- Eigentümerfamilie über diplomatische Kanäle ein Angebot, 100 Boeing 747-8 zum Vorzugspreis zu liefern. Die Dubai Air Show im kommenden November dürfte für A380 oder 747-8 endgültige Klarheit bringen. FR FLUG REVUE APRIL 2015 27

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