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FLUG REVUE 04/2015

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Das Ende der Riesen: Die Zukunft von 747 A380 Aus aller Welt: Transporthubschrauber für die Militärs Neue Serie: Lexikon der Luftfahrt

Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Star-Mitglied Air India formieren. Bei der Star Alliance heißt es, ohne ihn hätte man Air India nicht in die Allianz aufgenommen. Die ursprüngliche Einladung erging bereits 2007. Dann verunglückte die Fusion von Air India mit der früheren Inlands- Staatslinie Indian Airlines, was beide Airlines zunächst ins Chaos führte. Star setzte daraufhin die Integration von Air India im August 2011 aus. Doch schon zwei Monate später nahm man die Verhandlungen wieder auf. Im Juli 2014 schließlich wurde Air India zum Star- Alliance-Mitglied. Zunächst wurde gemeinsam mit Lufthansa Consulting analysiert, in welchen Bereichen es am Kundenservice mangelte, insgesamt 20 wurden aufgelistet. „Wir haben Star versichert, dass wir die Mängel innerhalb von einem halben Jahr beheben, gedauert hat es dann nur viereinhalb Monate“, sagt Rohit Nandan. Beim Bordservice wurde die Qualität des Essens und der Getränke verbessert, und es wurden auch erstmals für jedes Mitglied des Kabinenpersonals genaue Aufgaben definiert. „Im Ausland wurde oft über die Sicherheit von Air India diskutiert. Star hat mit uns ein sehr hartes Audit gemacht, bevor sie uns aufnahmen. Die sind bekannt für ihre Sicherheitsstandards, und Mitglied zu sein heißt, dass 26 Airlines an uns glauben. Das ist wichtig für unser Markenimage“, sagt der Air-India-Chef. „Um die nötigen Finanzspritzen der Regierung zu bekommen, müssen wir jetzt auch jeweils vorher gesteckte Ziele in der Betriebseffizienz erreichen. Wir erhalten Geld jeweils nur basierend auf DIE BOEING 777 PASST NICHT MEHR INS KONZEPT Blick in die moderne Kabine der Business Class mit sechs Schlafsesseln pro Reihe an Bord der neuen Dreamliner. Als Teil ihrer Neustrukturierung hat Air India den Werftbetrieb, hier in Mumbai, und die Bodendienste ausgelagert, um den überhöhten Personalbestand zu reduzieren. Fotos: Steve Flint/AirTeamimages, Rene Köhler, Bao Luo/AirTeamimages (2), Spaeth 30 FLUG REVUE APRIL 2015 www.flugrevue.de

Zahlen und Fakten Air India IATA-Code: AI ICAO-Code: AIC Eigentümer: NACIL (Staatsholding) Betriebsaufnahme: 15. Oktober 1932 Mitarbeiter: ca. 13 000 beförderte Passagiere: 2013: 15,6 Mio., 2012: 13,8 Mio. Flotte: 22 x Airbus A319-100 19 x Airbus A320-200 20 x Airbus A321-200 5 x Boeing 747-400 3 x Boeing 777-200LR 12 x Boeing 777-300ER 18 x Boeing 787-8 Flugzeugbestellungen: 17 x Airbus A320-200 3 x Boeing 777-300ER 3 x Boeing 787-8 6 x Boeing 787-9 Drehkreuze: Delhi, Mumbai Streckennetz: 51 Inlands- und 38 internationale Destinationen Geschäftsergebnis: 2013: 655 Mio. Dollar Verlust, 2012: eine Milliarde Dollar Verlust www.airindia.in der Performance der vergangenen drei Monate, und bisher haben wir alle Vorgaben erreicht“, berichtet Rohit Nandan. Für die finanzielle Bilanz gilt das nicht. „Der Dollar ist gestiegen und der Ölpreis, außerdem wuchs der indische Markt nicht wie erwartet um elf bis zwölf Prozent“, begründet der Firmenchef dies, aber versichert: „Wir sind auf dem richtigen Weg: Wir haben bereits mehr als 250 Millionen Dollar bei den variablen Kosten erwirtschaftet, wollen 2018 Cash-positiv werden und 2022 profitabel nach Steuern. Wenn der Ölpreis weiter sinkt, könnte es sogar früher gelingen.“ Von der Idee, die ganze Airline dichtzumachen und neu anzufangen, hält Rohit Nandan nichts: „Das wurde auch in der Regierung schon diskutiert, aber das ist eine rein akademische Diskussion und sehr schwer umzusetzen“, wendet der Chef ein. „Allein schon aus rechtlichen und Infrastruktur-Gründen: Air India hat den großen Air India Express setzt die Boeing 737 ein, ihre Mutter die A320-Familie von Airbus. Vorteil von Großvaterrechten bei der Sloterteilung, eine neue Firma hätte den nicht. Dafür müsste sie einen Preis zahlen, den sie nicht überleben würde.“ Stattdessen bemüht sich Rohit Nandan, Wasserköpfe bei Air India zu beseitigen. Etwa die extrem hohe Zahl von 23 000 Angestellten, was Spötter oft dazu animiert, die Airline eher als Sozialamt zu betrachten. „Aber das war bevor wir Wartung und Bodendienste ausgegliedert haben“, sagt Nandan. „Für die eigentliche Airline arbeiten jetzt etwa 13 000 Leute, etwa 130 pro Flugzeug, und das ist besser als bei Jet Airways.“ Da das Air-India-Personal im Schnitt 48 Jahre und damit recht alt ist, werden in den nächsten Jahren etwa 7000 Mitarbeiter in Pension gehen, „ohne dass wir jemandem kündigen müssen“, so Rohit Nandan. „Dann wird Air India etwa 9000 Angestellte haben, geplant sind 92 Mitarbeiter pro Flugzeug ab 2017 – das ist eines der besten Verhältnisse weltweit.“ Eine der Noch mit deutscher Fahne am Leitwerk rollt eine A320 in Finkenwerder zum Probeflug. www.flugrevue.de FLUG REVUE APRIL 2015 31

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