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FLUG REVUE 04/2015

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Das Ende der Riesen: Die Zukunft von 747 A380 Aus aller Welt: Transporthubschrauber für die Militärs Neue Serie: Lexikon der Luftfahrt

Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Regionalflugzeug-Bilanz 2014 Positiver Trend hält an Die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge steigt weiter und erreicht den höchsten Stand seit fünf Jahren. Die Verkäufe liegen knapp unter der Bestmarke von 2013. Dennoch müssen alle Hersteller verschiedene Herausforderungen meistern. Embraer lieferte im vergangenen Jahr den 1100. E-Jet aus. ATR muss nach den letzten Rekordergebnissen die Produktionsraten weiter steigern. Nach dem Vorjahr, das dank der Großbestellungen für die neue E-Jet-Generation von Embraer das beste Ergebnis der letzten fünf Jahre erzielte, war 2014 ein weiteres gutes Jahr für den Regionalflugzeug-Sektor. Dies zählt umso mehr, als das Verhältnis zwischen den drei Großen der Branche – ATR, Bombardier und Embraer – erstmals recht ausgeglichen ist, sowohl bei Verkäufen als auch Auslieferungen. Das einst fast totgesagte ATR-Konsortium legte mit seinen Turboprops das beste Ergebnis der Firmengeschichte bei Verkäufen (160 Flugzeuge) und bei Auslieferungen (83 Exemplare) hin. Das Unternehmen verkaufte sogar mehr Flugzeuge als die sonst dominierenden Konkurrenten aus Brasilien und Kanada. ATR MIT REKORDERGEBNIS Auch der Umsatz mit 1,8 Milliarden Dollar (1,57 Mrd. Euro) und der Auftragsbestand (280 Flugzeuge im Wert von 6,8 Mrd. Dollar) erreichten neue Rekorde. Nun liegt die Herausforderung im weiteren Hochfahren der Produktion, um die hohe Nachfrage zu bedienen; 2016 will ATR die Marke von 100 gefertigten Maschinen durchbrechen. Ein turbulentes Jahr hat Bombardier hinter sich: Nach einem Triebwerksschaden mussten die Kanadier die Flugerprobung der CSeries für rund drei Monate einstellen. Die Gesamtkosten des Programms stiegen auf 5,4 Milliarden Dollar, eine Milliarde mehr als zuletzt geplant. Prominentester Betroffener des Abbaus von 1800 Stellen war der Präsident von Bombardier Aerospace, Guy Hachey. Er fiel der Neuorganisation der Luftfahrtabteilung zum Opfer. Die Chefs der drei Sparten Commercial Aircraft, Business Aircraft und Aerostructures and Engineering Services berichten nun direkt an die Unternehmensleitung. Trotz der Maßnahmen sowie deutlich gestiegener Verkaufs- und Auslieferungszahlen bei den Regionalflugzeugen fuhr Bombardier Aerospace beim operativen Ergebnis einen Verlust von 995 Millionen Dollar (870 Mio. Euro) ein. Nun soll Alain Bellemare als neuer Chef der Firmengruppe und Nachfolger von Pierre Beaudoin Abhilfe schaffen. Er war Präsident von Pratt & Whitney Canada und leitete zuletzt die Integration von Goodrich in die United Technologies Corporation (UTC). Damit liegt die Führung von Bombardier erstmals außerhalb der Gründerfamilie der Traditionsfirma – ein Schritt, der Beobachtern zufolge als längst überfällig galt. AKTUELLE E-JETS GEFRAGT Bei Embraer bewegten sich die Auslieferungen auf Vorjahresniveau. Die Verkäufe konnten zwar nicht den Rekord von 2014 erreichen, waren aber immer noch dreimal so hoch wie 2012. Die Zukunft der E170 und E195 bleibt angesichts des Auftragsbestands von nur zwölf Exemplaren aber fraglich. „Die Fertigungslinien der E170 und der E195 sind dieselben wie für E175 und E190, so dass – auch wenn wir nicht viele Bestellungen für diese zwei Modelle bekommen sollten – die Linien geöffnet bleiben”, sagte Paulo Cesar de Souza e Silva, Chef der Verkehrsflugzeugsparte, gegenüber der FLUG REVUE. Für dieses Jahr erwartet er eine höhere Zahl verkaufter Flugzeuge mit ausgewogenen Anteilen für die aktuellen und die E2-E-Jets sowie gleichblei- 34 FLUG REVUE APRIL 2015 www.flugrevue.de

ende Auslieferungszahlen. In Grenzen halten sich neue Bestellungen für den Mitsubishi Regional Jet (MRJ). Mögliche Käufer warten weiter den Verlauf der Flugerprobung ab. Eine erneute Verspätung dürfen sich die Japaner nicht leisten, da besonders die großen US-Kunden abspringen könnten. Derweil läuft die Produktion des Suchoi Superjet 100 weiter hoch. Zuletzt lagen die Auslieferungen hinter dem Plan zurück, was zu Finanzproblemen des Herstellers führte. In diesem Jahr will Suchoi rund 50 Flugzeugen bauen; das Ziel liegt bei 60 Einheiten pro Jahr. Das Muster wird bald auch hierzulande zu sehen sein, denn als erster Betreiber aus Westeuropa fliegt VLM Airlines im Sommer mit zwei geleasten Superjets von Antwerpen aus. Bei Antonow haben sich dagegen die Hoffnungen auf größere Erfolge nicht erfüllt. In China erhielt der ARJ21-Regionaljet nach langer Verspätung am 30. Dezember seine Zulassung. Verlässliche Zahlen über aktuelle Festbestellungen liegen jedoch nicht vor. FR PATRICK HOEVELER Bombardier steht vor vielen Herausforderungen. Einen soliden Beitrag liefert dagegen die Q400. Fotos: Embraer, Hoeveler Regionalflugzeuge 2014 ATR bleibt weiter auf Rekordkurs. Auslieferungen Festbestellungen Muster 2014 2013 2014 2013 ATR ATR 42-600 7 7 27 10 ATR 72-600 76 67 133 79 Gesamt 83 74 160 89 Bombardier Q400 25 29 41 17 CRJ-Serie 59 26 46 30 CSeries – – 61 34 Gesamt 84 55 148 81 Embraer Embraer 170 1 4 5 4 Embraer 175 62 24 69 182 Embraer 190 19 45 15 34 Embraer 195 10 17 – 3 Embraer 175-E2 – – – 100 Embraer 190-E2 – – 35 25 Embraer 195-E2 – – 25 25 Gesamt 92 90 149 373 Mitsubishi MRJ90 – – 26 – Suchoi Superjet 100 27 13 25 26 Gesamt 286 232 508 569 Verkäufe und Auslieferungen Die Produktionszahlen steigen weiter. 600 500 400 300 200 100 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 500 400 300 200 Auslieferungen Verkaufsduell Jets gegen Turboprops Das Comeback der Props hält an. Jets Verkäufe 100 Turboprops 0 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Verkaufsanteile 2014 Die Anteile der großen Drei bei den Festbestellungen sind ausgewogen. Mitsubishi 26 Embraer 149 Suchoi 25 Gesamt 508 Bombardier 148 ATR 160 FLUG REVUE APRIL 2015 35

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