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FLUG REVUE 04/2015

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Das Ende der Riesen: Die Zukunft von 747 A380 Aus aller Welt: Transporthubschrauber für die Militärs Neue Serie: Lexikon der Luftfahrt

Raumfahrt Russlands

Raumfahrt Russlands neuer Schwerlastträger Die Proton-Rakete schafft 22 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit. Nun soll ihre Produktion zugunsten der Angara bis 2025 halbiert werden. 74 FLUG REVUE APRIL 2015 www.flugrevue.de

Knapp bei Kasse Die Proton startet bereits seit 50 Jahren ins All. Der Jungfernflug der nächsten Generation, der Angara 5, war ein voller Erfolg – obwohl lange Zeit ohne Geld nichts los war. Von RUDOLF HOFSTÄTTER Selbst in der Raumfahrt ist eine 20 Jahre lange Vorbereitungszeit eher die Ausnahme von der Regel. Wieso es mit der Angara so lange gedauert hat? Des Rätsels Lösung heißt 15 Jahre andauernder Geldmangel. Die gute Nachricht ist, dass trotzdem laufend gestartet werden konnte, durchschnittlich jeden zehnten Tag eine Sojus-Rakete und alle sechs Wochen eine Proton. Noch im Oktober 2014 bestätigte Andrej Kalinowski, der Generaldirektor des russischen Staatsbetriebes Chrunitschew: „Das Hauptproblem ist der finanzielle Zustand des Unternehmens. Wir brauchen Hilfe so schnell wie möglich.“ Der Betrieb hat riesige Verluste angehäuft und nicht einmal genug Geld, um den Bau der Raketen zu finanzieren. Die Wurzel des Übels der finanziellen Probleme sei „die unzureichend organisierte Produktion“. Nun sollen neue Technologien und Arbeitsmethoden die Produktivität steigern. Bis 2025 will Chrunitschew rund 56 Milliarden Rubel (zirka 800 Mio. Euro) in die Sanierung des Konzerns investieren. Rund die Hälfte davon soll der Verkauf von Immobilien bis Ende 2015 bringen: „Wir brauchen das Geld aber schon heute, eigentlich schon gestern.“ Beim Sanierungsprogramm des defizitären Unternehmens soll auch der Staat helfen. „Wir ersuchen die Regierung um 34 Milliarden Rubel und garantieren ihr eine volle Rückzahlung bis 2022“, sagte Kalinowski. Mitte Dezember, rechtzeitig zum Start der 400. Proton und der ersten Angara 5, wurde der Hilferuf erhört. Eine Staatsbank sagte dem Konzern 37 Milliarden Rubel zu. Die Proton, die den Konzern nach wie vor „ernährt“, wird in Moskau gebaut. Die Angara entsteht am schon modernisierten zweiten Chrunitschew-Standort Omsk in Sibirien. Dort nutzt der volle Produktionszyklus bereits neue Technologien und neue Arbeitsmethoden, so dass man auch dort frei gewordene Immobilien verkaufen will. Der dritte Chrunitschew-Betrieb, eine Waggonfabrik im Ural-Gebiet Tscheljabinsk, die Straßenbahnen baut, ist profitabel und macht Gewinne. SEIT 50 JAHREN IST DIE PROTON IM EINSATZ Am 15. Dezember wurde in Baikonur mit dem 400. Start der Proton der geostationäre Kommunikationssatellit Jamal-401 für Gazprom Space Systems erfolgreich gestartet. Im Juli 1965 hatte die Rakete erstmals die zwölf Tonnen schweren Satelliten namens Proton als die eigentlichen Namensgeber des Schwertransporters gestartet. Das heißt, dass die Proton seit 50 Jahren startet, seit 1996 auch für Kunden aus aller Welt. „Die vereinzelten Fehlstarts der Proton-M der letzten Jahre und der Oberstufe Bris-M sind auf menschliche Fehler zurückzuführen, wie zum Beispiel 2013 auf seitenverkehrt montierte Sensoren einer Proton“, sagte der frühere Chrunitschew-Generaldirektor und Chefkonstrukteur der Proton und Angara, Wladimir Nesterow: „Früher wurde jedes fertige Produkt der Raumfahrtindustrie von Teams der besten Leute drei Mal kontrolliert. Seit dem Ende der Sowjetunion leben wir in einer an- Mit fast 60 Metern Länge, maximal neun Metern Durchmesser und 773 Tonnen Startmasse ist die Angara 5 derzeit Russlands größte Rakete. Fünf Booster bilden die erste und zweite Stufe. Fotos: Roskosmos, Russisches Verteidigungsministerium www.flugrevue.de FLUG REVUE APRIL 2015 75

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