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FLUG REVUE 04/2015

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Das Ende der Riesen: Die Zukunft von 747 A380 Aus aller Welt: Transporthubschrauber für die Militärs Neue Serie: Lexikon der Luftfahrt

Historie Sikorsky

Historie Sikorsky kombinierte das Antriebssystem der S-61 mit einem schlanken Rumpf. High-Speed S-67 Baujahr: 1970 Stückzahl: 1 Höchstgeschwindigkeit: 335 km/h Sikorsky S-67 Blackhawk Schnell, aber erfolglos Wäre sie in Serie gegangen, hätte sich die S-67 vielleicht zu einem der vielseitigsten Kampfhubschrauber entwickelt. Trotz ihrer guten Leistungen konnte Sikorsky aber keine Kunden für die Blackhawk finden. Von PATRICK HOEVELER Die S-67 erhielt für ihren Besuch in Farnborough 1974 einen Tarnanstrich (hier vor ihrem letzten Flug). Im Wettbewerb für einen neuen Kampfhubschrauber der US Army unterlag Sikorsky mit der S-66 im Jahr 1965 der Lockheed AH-56 Cheyenne, die aber von technischen und finanziellen Problemen geplagt blieb. Sikorsky verfolgte das Thema weiter und entschloss sich schließlich zur Entwicklung eines Helikopters mit eigenen Mitteln, wohl in der Hoffnung, im Fall des Scheiterns der Cheyenne doch noch zum Zuge zu kommen. Die Firma vermarktete die S-67 als Waffensystem mit niedrigen Kosten und niedrigem Entwicklungsrisiko. Die Kombination von bewährten Elementen mit neuen Technologien sollte gleichwertige 82 FLUG REVUE APRIL 2015 www.flugrevue.de

Während ihrer Verkaufstournee 1972 war die S-67 auch in Deutschland zu Gast (hier über Köln). Fotos: Redemann (1), Sikorsky oder bessere Leistungen als vergleichbare teurere Muster erzielen. Antriebsund Rotorsystem stammten von der S-61-Familie, so dass Sikorsky die S-67 in nur neun Monaten nach dem Programmstart im Januar 1970 in die Luft bringen und das Budget von drei Millionen Dollar einhalten konnte. Der Erstflug des Prototyps mit der Kennung N671SA erfolgte am 20. August 1970. Die große, gepfeilte Heckflosse sorgte für die Seitenstabilität und übernahm diese Aufgabe bei Geschwindigkeiten über 40 Knoten vom Heckrotor. Ein von Sikorsky „Stabilator“ genanntes Höhenleitwerk erzielte eine geringere Belastung des Hauptrotors und eine höhere Wendigkeit. Letztere wurde auch durch an den Stummelflügeln angebrachte Luftbremsen erhöht. Den aerodynamischen Widerstand reduzierte eine Verkleidung des Rotorkopfs. Die Rotorblattspitzen waren nach hinten gebogen und konnten Blattspitzengeschwindigkeiten bis zu Mach 0.96 ohne größere Probleme ertragen. Die Besatzung (Bordschütze vorne, Pilot hinten) brachten die Ingenieure in einem Tandemcockpit unter. Sogar ein Head-up- Display von Norden und ein Helmvisier von Honeywell kamen zum Einsatz. NEUER WELTREKORD FÜR GESCHWINDIGKEIT Am 19. Dezember 1970 stellte die S-67 mit 355 km/h über einen 15 bis 25 Kilometer langen Kurs von Milford nach Branford in Connecticut einen neuen Weltrekord auf. Sie schlug damit die Bestmarke der Sud Super Frelon und erzielte auch die bis dahin höchste absolute Geschwindigkeit eines Helikopters. Am Steuer saß Testpilot Kurt Cannon. Im leichten Sturzflug erreichte das Muster sogar eine Geschwindigkeit von 384 km/h. Von den Vorzügen konnten sich während einer dreiwöchigen USA- Tour 150 Piloten aller US-Teilstreit- Die Bewaffnung bestand unter anderem aus ungelenkten Raketen. www.flugrevue.de FLUG REVUE APRIL 2015 83

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