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FLUG REVUE 04/2016

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Zivilluftfahrt Airbus

Zivilluftfahrt Airbus A320neo im Liniendienst Ohne Triebwerke abgestellt, warten Kundenflugzeuge, hier von Qatar Airways und Indigo, in Toulouse auf die Modifikation ihrer Antriebe. Qatar Airways wollte ursprünglich die erste A320neo in Dienst stellen, verweigerte aber ihre Abnahme. ten Wochen gab es jedoch auch vier Flugausfälle. Bis Jahresende 2016 will Lufthansa schon die ersten fünf Flugzeuge in Dienst gestellt haben. Allerdings haben die neuen Getriebefans noch Kinderkrankheiten. Airbus-Geschäftsführer Tom Williams hatte im Januar nur vage eingeräumt, dass es in der Anlassphase der Getriebefans durch ungleichmäßige Temperaturverteilung im Triebwerk zum Reiben der Fanschaufeln am Gehäuse kommen könne. Durch eine veränderte Softwaresteuerung wolle man dieses Problem schon kurzfristig abstellen. Immerhin bewogen die Probleme Qatar Airways, ihre ursprünglich geplante neo- Erstabnahme vor dem Jahreswechsel abzusagen. Stattdessen warten die Katarer mit ihrer Übernahme nun auf überarbeitete Triebwerke. Sogar Airbus zog bei der nächsten DIE GETRIEBEFANS SIND BEIM ANLASSEN NOCH EMPFINDLICH neo-Premiere, dem erfolgreichen Jungfernflug der A321neo am 9. Februar, die Version mit dem LEAP-1A-Triebwerk der ursprünglich geplanten A321neo mit Getriebefan vor. So hob die D-AVXB (CFM) statt der D-AVXA (PW) zum ersten Flug des längsten neo-Mitglieds ab. Sie startete und landete in Finkenwerder und bewies mit fünfeinhalb Stunden Flugzeit einen problemlosen Erstflugverlauf. Im Cockpit saß der deutsche Testpilot Martin Scheuermann. Sein Copilot war der Spanier Bernardo Saez Benito Hernandez. Außerdem waren die Flugtestingenieure Gérard Leskerpit, Sandra Bour Schaeffer und Emiliano Requena Esteban an Bord. Schon wenige Tage nach dem Erstflug erlitt das Flugzeug bei Tests in Perpignan einen Tailstrike. Es konnte zwar zur Reparatur nach Toulouse geflogen werden, fällt aber wohl einige Wochen aus. Die A321neo ist das Topmodell der Familie. Es ist mit bis zu 240 Sitzen wesentlich größer als die Konkurrenz aus Renton und könnte bald die Hälfte aller neo-Bestellungen ausmachen. Außerdem will Airbus eine geringer bestuhlte Langstreckenvariante mit Zusatztanks im Frachtraum ableiten, die Transatlantikstrecken schafft, um den Markt älterer Boeing 757 zu beackern. Vor allem dank der konkurrenzlosen A321neo kommt 28 FLUG REVUE April 2016 www.flugrevue.de

Die erste A320neo im Liniendienst an ihrer neuen Heimatbasis Frankfurt. Listenpreise A319neo 98,5 Mio. $ A319ceo 89,6 Mio. $ A320neo 107,3 Mio. $ A320ceo 98,0 Mio. $ A321neo 125,7 Mio. $ A321ceo 114,9 Mio. $ neo-Bestellungen Während die kleine A319 in der neo-Familie zum Exoten wird, verzeichnet das größte Modell A321neo stark steigende Verkaufsanteile. A319neo 50 A321neo 3357 Gesamt 4508 1101 A320neo Ein für Indigo vorgesehenes Flugzeug startet in Finkenwerder noch unlackiert zum Probeflug. die neue Familie gegenüber der Boeing 737 MAX derzeit auf einen Marktanteil von 60 Prozent. Wie lange es dauern wird, bis Pratt & Whitney die neo-Triebwerke modifiziert hat, war bei Redaktionsschluss noch nicht ganau abzusehen. Nötig sind sowohl Software- als auch Hardware-Änderungen. In jedem Fall besteht Eile, denn die A320neo-Produktion läuft steil hoch. Schon parken fertiggestellte Flugzeuge ohne Triebwerke auf den Vorfeldern in Toulouse und Finkenwerder. Da die Triebwerke direkt zum Flugzeug gehören und kein vom Kunden ausgewähltes, sogenanntes „buyer furnished equipment“ sind, dürfte Airbus als Hersteller gegenüber den Airlines haftungsseitig und finanziell zunächst in der Pflicht stehen, die Antriebe schnell nachzubessern. Wenigstens scheint der Fehler weder mit den eigentlichen Getrieben der Getriebefans noch mit den Verbrauchswerten zusammenzuhängen. Das neue Triebwerk PW1100G-JM ist bekanntlich seit November 2015 in den USA und Europa zugelassen. Airbus hatte mit über 1000 Flugstunden, darunter 300 Stunden unter simulierten Bedingungen des Airline- Betriebs, den Antrieb auf eine möglichst reibungslose Einführung vorbereiten wollen. FR Erst das zweite Lufthansa-Flugzeug, hier noch vor der Auslieferung, trägt deutliche Hinweise auf die neue Generation und deren Leistungsverbesserungen. Fotos: Eurospot, Dirk Grothe (2), Lufthansa www.flugrevue.de FLUG REVUE April 2016 29

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