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FLUG REVUE 04/2017

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News ZIVIL- UND MILITÄRLUFTFAHRT PROTOTYP MSN4 Erste A380 landet im Museum Seinen aktiven Dienst hat der Airbus A380-Prototyp MSN4 (F-WWDD) mit einem letzten Flug von Toulouse nach Paris am 14. Februar beendet. Im berühmten Luftfahrtmuseum von Le Bourget wird der Doppelstock-Vierstrahler zunächst konserviert und dann mit einer speziellen Ausstellungs- Inneneinrichtung versehen, bevor er 2018 zur Besichtigung freigegeben wird. Die am 18. Oktober 2005 zum Erstflug gestartete MSN4 diente Airbus für Triebwerkstests mit den Antriebsvarianten von Rolls-Royce und zuletzt der Engine Alliance. An Bord des reinen Testflugzeugs waren nur Computer, eine Messwarte und Ballasttanks, aber keine Passagierkabine installiert. Auf dem Flugstundenzähler stehen rund 3300 Stunden. Airbus betreibt weiterhin den ersten A380- Prototyp MSN1. Er dient derzeit für Tests des Triebwerks der A350-1000. Die Stiftung „Airbus Heritage“ will auch noch die A380 MSN2 und die erste A340-600 an ein Museum in Toulouse übergeben. Foto: Airbus Foto: GE Aviation CMC-Komponenten des GE9X im Test GE Aviation hat Brennkammer-Innenwände, Deckbänder der ersten sowie Leitschaufeln der ersten und zweiten Stufe der Hochdruckturbine aus keramischen Verbundwerkstoffen (CMC) für das neue GE9X-Triebwerk (Boeing 777X) erfolgreich erprobt. Die Teile durchliefen in einem GEnx-Demonstrator fast 4600 Zyklen. CMC ist besonders leicht und hitzeresistent, was die Triebwerkseffizienz erhöht. Safran kauft Zodiac Der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Safran plant eine freundliche Übernahme des ebenfalls französischen Kabinenausrüsters Zodiac Aerospace. Durch den Kauf entsteht nach Einschätzung von Safran das weltweit drittgrößte Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einem Umsatz von rund 21 Milliarden Euro und 92 000 Mitarbeitern. Safran will den Deal bis Anfang 2018 unter Dach und Fach bringen, zuvor müssen die Aktionäre der beiden Unternehmen sowie die entsprechenden Behörden zustimmen. Foto: Safran Berijew baut Be-200TschS Die erste bei PJSC Berijew in Taganrog gebaute Be-200 TschS wurde am 12. Januar an das russische Notfallministerium EMERCOM ausgeliefert. Im Laufe des Jahres sollen vier weitere der Amphibienflugzeuge folgen. Die Serienproduktion war in den letzten Jahren von Irkut zu Berijew verlagert worden. Das Unternehmen, das zur OAK-Holding gehört, benötigte allerdings zuletzt eine Finanzspritze in Höhe von 3,5 Milliarden Rubeln (56 Mio. Euro), um seinen Verpflichtungen nachzukommen. OAK hofft weiter auf Exportverkäufe in China und Asien. Foto: OAK 14 FLUG REVUE April 2017 www.flugrevue.de

VIP-Interview Kölns Flughafenchef Michael Garvens ist seit Jahresbeginn auch Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Verkehrsflughäfen (ADV). Deren Mitglieder haben in den letzten 20 Jahren die Zahl ihrer sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 90 000 mehr als verdoppelt. Sie machen jährlich über 5,5 Milliarden Euro Umsatz und investieren jährlich zwei Milliarden Euro in ihren Ausbau. Wie lief das Jahr 2016 für die deutschen Flughäfen? Passagier- und Frachtaufkommen legten um 3,4 Prozent gegenüber dem Vor - jahr zu. Aber die Wachstumsraten der deutschen Flughäfen hinken denen der europäischen Wettbewerber hinterher. Deutschlands Flughäfen verlieren Marktanteile. Die ADV hat schnellere politische Weichenstellungen angemahnt. Welche Themen sind dabei am wichtigsten? Die Möglichkeit für einen bedarfsgerechten Ausbau von Flughafeninfrastruktur muss ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Rein politisch motivierte Eingriffe in bestehende Betriebsgenehmigungen und weitere Einschränkungen bei den bestehenden Betriebszeiten müssen unterbleiben. Die Einführung einer Lärmobergrenze in Frankfurt lehnen wir ab. Drittens muss die wettbewerbsverzerrende Luftverkehrssteuer abgeschafft werden. Ebenfalls ist eine Absenkung der viel zu hohen Luftsicherheitsgebühren ein Gebot der Stunde. Und last but not least, fordern die Flughäfen auch für das Streikrecht neue Regeln. Eine zwingende Ankündigungsfrist für Streiks, eine Schlichtung, bevor über einen Streik entschieden wird, Urabstimmungen und die Aufrechterhaltung einer Luftverkehrsgrundversorgung sind Lösungsansätze, die es zu vertiefen gilt. Beim Wachstum gibt es große Unterschiede. Warum liegen die deutschen Flughäfen so weit auseinander? Die deutschen Flughäfen verbuchten in den letzten drei Jahren stabile Zuwächse von jährlich sechs Millionen Fluggästen. Dieser Zuwachs verteilt sich jährlich neu auf die Standorte. Das ist ein klarer „Die Nutzung der Tagesrandzeiten ist unumgänglich“ Beleg für den Wettbewerb zwischen den Standorten. Tatsächlich waren einzelne Flughäfen von Verkehrsrückgängen besonders betroffen. Ursachen waren die einbrechenden Touristikverkehre nach Ägypten und in die Türkei sowie die Konsolidierung bei den etablierten Airlines. Viele Flughäfen kämpfen mit roten Zahlen. Wie könnten sie wirtschaftlicher werden? Derzeit erwirtschaften nur zehn von 22 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland einen Gewinn nach Steuern. Hauptursache hierfür sind nicht kostendeckende Aviation-Entgelte. Foto: Köln Bonn Airport In Zukunft muss es den Flughäfen möglich sein, angemessene Entgelte am Markt zu erzielen. Nur so kann die Nutzerfinanzierung erfolgreich sein. Neue Flugzeugmuster, wie 787 oder A350, machen neue Direktverbindungen möglich. Erwarten Sie Veränderungen in der Flughafenlandschaft? Auch in Zukunft wird die überwiegende Zahl der Interkont-Flüge von den Hub- Flughäfen abgewickelt werden. Neue Flugzeugmuster erschließen zusätzliche Langstreckenverbindungen an den großen dezentralen Flughäfen. Dies ist eine große Chance für die Regionen und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Bundesregierung ist aufgefordert, neue Verkehrsrechte für neue Langstreckenverbindungen zu verhandeln. Bewirken immer schärfere Sicherheitsmaßnahmen, dass der Passagierkomfort auf der Strecke bleibt? Sicherheit hat für die Flughäfen höchste Priorität. Gleichzeitig muss eine Brücke geschlagen werden, die den Reisenden pünktliche Abfertigungsprozesse und hohe Servicequalität ermöglicht. Zusammen mit den Sicherheitsbehörden möchten die Flughäfen an intelligenten und innovativen Sicherheitskonzepten arbeiten. Neue, passagierfreundliche Kontrollstellen, wie etwa Easy Security am Flughafen Köln/Bonn, sind auch an den anderen Flughäfen umzusetzen. Welchen Wert erzeugen die Flug häfen für die Gesellschaft? Die Flughäfen sind ein wichtiger Motor für Wirtschaftswachstum, Beschäftigung, Handel und Mobilität in einer globalen Welt. Die deutsche Luftverkehrswirtschaft trägt zirka 2,0 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. FR Die Fragen stellte Sebastian Steinke Mehr im Internet: Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Verkehrsflughäfen - ADV stellt auf ihrer Website adv.aero Statistiken und aktuelle Informationen zu den wichtigsten Branchenthemen aus ihren Fachbereichen zur Verfügung. www.flugrevue.de FLUG REVUE April 2017 15

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