Aufrufe
vor 11 Monaten

FLUG REVUE 04/2017

  • Text
  • Flug
  • Revue
  • April
  • Airbus
  • Boeing
  • Luftwaffe
  • Lufthansa
  • Piloten
  • Flugzeug
  • Flugzeuge

Zivilluftfahrt Erster

Zivilluftfahrt Erster Airbus A321 für den Iran nahmemannschaften von Airbus und Iran Air dann im Toulouser Auslieferungszentrum die gelungene Übergabe. In Marathonsitzungen zwischen Weihnachten und Neujahr hatten sie die erst am 22. Dezember vertraglich fixierte Bestellung und den zugehörigen Papierkrieg bewältigt. Flugzeugbau ist ein internationales Geschäft, und so sind auch andere Nationen in die vielseitigen Genehmigungsprozesse eingebunden. Etwa die USA, wenn es um die Lieferung dieser A321 mit CFM56-5B3/3-Triebwerken geht oder um deren moderne Cockpitavionik. 200 NEUE FLUGZEUGE IN DEN NÄCHSTEN ELF JAHREN „Wir wollen insgesamt 200 neue Verkehrsflugzeuge in den nächsten elf Jahren kaufen“, sagte Iran-Air-Vorstandschef Farhad Parvaresh in Toulouse. In diesem Jahr kämen noch fünf weitere Flugzeuge der A320-Familie hinzu und drei Airbus A330. „Das gab es noch nie: Wir haben bestellt, und schon wenige Wochen später wurde geliefert“, staunte der iranische Manager. Nur noch 23 ältere Jets, Durchschnittsalter 25 Jahre, konnte er zuletzt im aktiven Bestand von Iran Air einsetzen, um sechs Millionen Passagiere im Jahr zu befördern. Der Rest, darunter alleine acht Boeing 747, musste abgestellt werden, weil sich die Wartung wirtschaftlich einfach nicht mehr lohnte. Rein technisch beherrschen die Iraner dagegen auch die Reparatur von exotischsten Oldies, die sie mit sämtlichen, aktuell erlassenen Lufttüchtigkeitsanweisungen nach allen Regeln der Kunst auf dem Laufenden halten. So gehört auch noch immer ein Airbus A300B4, Mit großen Bildschirmen ist die neue A321-Kabine komfortabel ausgestattet. Piloten und Flugbegleiter von Iran Air in einem Airbus A300B4. Noch immer fliegt bei Iran Air die A300B4 im Liniendienst. 32 FLUG REVUE April 2017 www.flugrevue.de

Bei ATR wartet diese ATR 72-600 auf ihre Auslieferung. Triumphierende Blicke bei Airbus und Iran Air bei der Übergabe in Toulouse. Baujahr 1980, zur aktiven Flotte. Iran Air war schon zu Zeiten des Schahs Boeing- und Airbus-Kunde. Bereits 1978 waren sechs A300B bestellt worden. Der luftfahrtbegeisterte Monarch und Pilot hatte Luftwaffe und Zivilluftfahrt seines Landes damals mit den besten Mustern ausgestattet, die er mit den Rohstoffmilliarden seines Landes kaufen konnte. Außerdem baute er moderne Flughäfen auf und ließ das Personal nach westlichen Standards sehr gut ausbilden. Noch heute merkt man dem iranischen Luftfahrtsektor seine soliden Grundlagen an. KEINE PLÄNE MEHR FÜR A380 UND BOEING 747-8 Seit 1979 ist der Iran eine „islamische Republik“ mit 80 Millionen, überwiegend jungen Einwohnern. Liberale Kreise versuchen, das im Westen entstandene Misstrauen gegenüber der manchmal schrillen Revolutionsrhetorik zu überwinden. Bei einer erhofften weiteren Entspannung der Beziehungen winken dem Iran neue Rohstoffeinnahmen, Tourismus und Handel. Schon träumt Iran Air von einer neuen Rolle als Betreiberin eines Luftfahrtdrehkreuzes im Nahen Osten, das es mit Dubai, Doha und Abu Dhabi aufnehmen könnte. „Dank unserer nördlicheren geografischen Lage würde man auf Flügen von Europa nach Asien beim Umsteigen im Iran über zwei Stunden Flugzeit sparen“, wirbt Vorstandschef Parvaresh. Anders als noch 2016 angekündigt, hat Iran Air aber weder bei Airbus noch bei Boeing dafür große Vierstrahler bestellt. „Hinsichtlich A380 und 747-8 haben wir auch keine Pläne mehr“, räumt Farhad Parvaresh auf Nachfrage der FLUG REVUE ein. Seine Mitarbeiter hätten anhand der Routen und Nachfrage den Bedarf genau analysiert und zunächst kleine und mittlere Muster ausgewählt. „Wir kaufen zunächst nur bis zur Größe der A350-1000 (Lieferung ab 2021) und 777-300ER.“ Erst einmal müsse man die iranische Flughafeninfrastruktur modernisieren und schrittweise vorgehen. Für die fernere Zukunft will er die ganz großen Flugzeuge aber nicht ausschließen. Sicher sei auch, dass neben Airbus, Boeing und ATR in den nächsten elf Jah- Fotos: Airbus; AirTeamImages / Mehrad Watson (3), Jonathan Zaninger, Dirk Grothe; FR / Steinke Die nagelneue A321 rollt nach der Ankunft aus Toulouse vor der Stadtkulisse von Teheran aus. Diese A300B2 wurde mittlerweile abgestellt. ren keine anderen Hersteller, etwa Embraer und Bombardier, zum Zuge kämen. Man wolle sich nicht mit neuen Mustern verzetteln und habe die Bestellungen sorgfältig aufeinander abgestimmt. Während die Airbus-Lieferungen bereits begonnen haben, erwartet Parvaresh seine ersten neuen US-Flugzeuge erst ab 2018. Das extreme Tempo bei der ersten Airbus-Auslieferung an Iran Air lag auch am Regierungswechsel in den USA. Die Übergabe erfolgte gerade www.flugrevue.de FLUG REVUE April 2017 33

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG