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FLUG REVUE 05/2015

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- Germanwings-Absturz: Erste Erkenntnisse der Unfallermittler - Italiens Eurofighter: Einsatz über dem Mittelmeer - A380neo: Emirates drängt auf Entscheidung

Take-Off Eurofighter bei

Take-Off Eurofighter bei der Aeronautica Militare Italiana In Italien wird der Eurofighter ausschließlich als Jäger genutzt. Vorflug-Check an den EJ200-Triebwerken, die je 90 Kilonewton Schub liefern. Das 36° Stormo ist mit zwei Staffeln in Gioia del Colle in Süditalien stationiert. Nach der Freigabe durch den Tower rollen wir mit unserem Doppelsitzer auf die Bahn 21 in Grosseto und nehmen links Aufstellung. Rechts positioniert sich ein weiterer Typhoon der 20° Gruppo, und hinter uns stehen zwei Eurofighter der 9° Gruppo bereit zum Start der Mission A612, während der Luftbetankung, Abfangjagd und enger Luftkampf geübt werden sollen. Mein Pilot, Gruppenkommandeur „Bobo“, bringt den Schubhebel auf MAX DRY, löst die Bremsen und gibt vollen Nachbrennerschub. Die Beschleunigung ist beeindruckend, nicht grob wie in anderen Jets, sondern flüssig und stabil bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten. 20 FLUG REVUE MAI 2015 www.flugrevue.de

ZEHN JAHRE IM DIENST Auf den Basen, wie hier in Grosseto, ist die Wartung für die beiden Staffeln eines Geschwaders zentralisiert. Schon zwölf Sekunden nach dem Lösen der Bremse sind wir bei 270 km/h und heben ab. Fahrwerk ein, weiter am Knüppel gezogen – und ab geht es fast senkrecht mit 420 km/h auf 1360 Meter! Dann fliegen wir eine sanfte Rechtskurve und nehmen die Nachbrenner heraus, um auf die anderen zu warten, die im Abstand von etwa sieben Sekunden hinter uns starten. Bei 550 km/h liegt die Maschine stabil in der Luft, und selbst vom hinteren Sitz aus kann man die ausgezeichnete Rundumsicht genießen. Nur nach hinten ist das Blickfeld etwas eingeschränkt, was aber nur beim Doppelsitzer so ist. LUFTBETANKUNG ÖSTLICH VON KORSIKA In der Zone D67, östlich von Korsika, klettern wir auf 5450 Meter, wo „Marcotte“, unser C-135FR-Tanker von der Armée de l´Air, bereits wartet. Nach der Annäherung greifen die internationalen Verfahren. Wir positionieren uns auf der linken Seite, bevor sich auf Anweisung der Tankercrew die ersten beiden Euro- fighter an die aus den Flügelbehältern ausgefahrenen Schläuche hängen. Wir nehmen 2900 Kilogramm Kraftstoff auf und wechseln auf die Warteposition rechts der C-135FR. Nach 30 Minuten sind alle vier Jets durch. Weiter geht es nach Süden, zur Area D115 östlich von Sardinien, wo uns der komplette Luftraum ab 600 Meter Höhe zur Verfügung steht. Die Formation trennt sich. Mit unserem Flügelmann positionieren wir uns weiter südlich, als „Red“-Rotte, die den Gegner für die beiden anderen Typhoons spielt. Diese nehmen eine weit auseinandergezogene Patrouillenformation ein, um die imaginäre Grenze zu überwachen. Für uns heißt das, 180 Grad kehrtzumachen, um in 9100 Meter Höhe einige Einflüge ins „gegnerische“ Gebiet zu beginnen. Teilweise ist unser Radar passiv, dann wieder schalten wir auf Angriffsmodus und spielen verschiedene Abfangszenarien durch. Die defensiven Eurofighter der 9° Gruppo werden dabei vom Leitstand „Barca“ in Licola unterstützt. Ihr Ziel ist es, in eine gute Position für einen Lenkwaffenschuss gegen uns zu kommen. Nach jeder Kampfphase trennen sich die Jets wieder und positionieren sich neu. Fast 50 Minuten dauern die Manöver, bei der sich die enorme Wendigkeit des Eurofighters zeigt. Die Steuerung ist präzise, aber nicht hart, sondern sehr fließend – viel angenehmer als zum Beispiel in einer F-16 Fighting Falcon. TYPHOON BLEIBT LUFTÜBERLEGENHEITSJÄGER Schließlich treffen sich alle vier Eurofighter wieder für den Rückflug zur 350 Kilometer entfernten Basis Grosseto. Während die beiden Typhoons der 9° Gruppo direkt zur Landung ansetzen, machen wir noch eine Schleife nach Westen für einen langen Anflug. Im Final liegt die Geschwindigkeit bei 305 km/h, und im Head-up-Display wird dem Piloten der korrekte Anstellwinkel von 12 bis 14 Grad angezeigt. Nach kurzem Anschweben setzt die Maschine mit 270 km/h auf. Wir bremsen nicht stark, sondern lassen sie ausrollen, was mit den www.flugrevue.de FLUG REVUE MAI 2015 21

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