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FLUG REVUE 05/2015

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- Germanwings-Absturz: Erste Erkenntnisse der Unfallermittler - Italiens Eurofighter: Einsatz über dem Mittelmeer - A380neo: Emirates drängt auf Entscheidung

Zivilluftfahrt Indiens

Zivilluftfahrt Indiens modernes Drehkreuz Delhi International Airport Delhi „Indira Gandhi“ Das gigantische Terminal 3 in Delhi ist Indiens größter Neubau seit der Unabhängigkeit. Betreiber: GMR Group IATA-Code: DEL ICAO-Code: VIDP Startbahnen: 11/29 (4430 m), 10/28 (3810 m), 09/27 (2813 m) Terminals: 2 abgefertigte Passagiere 2014: 39,7 Mio. abgefertigte Luftfracht 2014: 680 000 t Terminal 3: 78 Passagierbrücken, 95 Einreiseschalter, 14 Gepäckbänder und 20 000 qm Ladenfläche eigenes Flughafen-Klärwerk Betriebsdirektor Marcel Hungerbühler im zentralen Kontrollraum des Airports. neuen Boeing 787 der Air India bis zum Jahresbeginn noch nicht. Fliegen und Flughäfen, das bedeutete in Indien noch vor wenigen Jahren Chaos. Am Indira Gandhi International Airport (IGI) kann man sich das heute kaum noch vorstellen. „Indien hat sehr große Fortschritte gemacht, in manchen Monaten sind wir in Delhi einer der pünktlichsten Flughäfen der Welt“, sagt der 64-jährige Ostschweizer. Heute ist Indiens verbesserte Flughafeninfrastruktur mit neuen oder ausgebauten Airports in Delhi, Mumbai, Hyderabad und Bangalore in der Lage, das enorme Wachstum aufzunehmen. Erstmals gibt es sogar noch Kapazitätsreserven. Die Zeit der Veränderung hat Marcel Hungerbühler seit 2007 in Bangalore, wo er den Bau des neuen Flughafens als Chef begleitete, und seit 2011 in Wassersalut für Singapore Airlines bei ihrer A380-Premiere in Delhi. Geschäfte und Aufenthaltsbereiche erhöhen den Komfort beim Warten. 34 FLUG REVUE MAI 2015 www.flugrevue.de

Delhi erlebt. „Als ich hier anfing, hatte Delhi 16 Millionen Passagiere pro Jahr, bei einer Kapazität von nur zwölf Millionen, und konnte gerade mal 32 Flüge pro Stunde bewältigen“, erinnert sich der COO. Seit 2006 wurden in Delhi durch das private Betreiberkonsortium GMR, an dem neben den 26 Prozent der indischen Regierung je 10 Prozent auch Fraport sowie die malaysischen Flughäfen halten, 2,6 Milliarden US-Dollar investiert: vor allem in die dritte Start- und Landebahn, 2008 eröffnet, und in das 2010 fertiggestellte Terminalgebäude, das alleine 34 Millionen Passagiere pro Jahr bewältigen kann. Es ist Indiens größter Neubau und entstand in nur 37 Monaten. Es bietet geräumige Lounges, Geschäfte und Restaurants, ein Transithotel im Sicherheitsbereich sowie ein Spa – ein Angebot also, von dem Passagiere in Indien bisher nicht einmal zu träumen gewagt hätten. 95 Prozent aller Ankömmlinge, so die Vorgabe, sollen 45 Minuten nach dem Aufsetzen ihres Flugzeugs im Taxi sitzen können oder in der 2011 eröffneten Express-Metro, die den Flughafen staufrei in nur 18 Minuten mit der 23 Kilometer entfernten Innenstadt verbindet. Auch das eine Sensation in Indien. „2014 fertigten wir erstmals rund 40 Millionen Fluggäste ab und verzeichneten ein Wachstum von zehn Prozent. Pro Stunde sind maximal 86 Starts und Landungen möglich“, erklärt Hungerbühler. Derzeit können zwar zwei Pisten gleichzeitig betrieben werden, aber nicht unabhängig voneinander. Von 86 Flugbewegungen pro Stunde ist man daher in der Praxis weit entfernt. „Koordiniert sind 60 pro Stunde, zu Spitzenzeiten 78“, räumt Marcel Hungerbühler ein. Damit kommt Delhi auf 850 bis 900 Bewegungen am Tag, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 324 000. DIE NÄCHSTEN TERMINALS SIND SCHON GEPLANT Nur fünf Prozent der Bevölkerung fliegen bisher mindestens einmal pro Jahr. „In China sind es schon 50 Prozent, in den USA 200 Prozent, und der indische Premier hat den Wunsch, dass bis 2030 jeder Inder einmal im Jahr fliegen kann, das wären dann eine Milliarde zusätzliche Passagiere“, sagt Marcel Hungerbühler. Auf solche Verkehrsströme bereitet man sich am IGI bereits vor. Bis 2036, darauf ist der Masterplan ausgerichtet, könnten es bereits 115 Millionen Fluggäste in Delhi sein. Dafür ist eine vierte Bahn geplant, die dank Parallelbetrieb mit einer der bestehenden Pisten dann die Kapazität auf 110 Flüge pro Stunde steigern würde. Langfristig sind auch schon die Terminals 4, 5 und 6 geplant. An den beiden jeweils 1,2 Kilometer langen Piers des Terminals 3 können insgesamt 48 Flugzeuge direkt am Gebäude an 78 Fluggastbrücken andocken. An neun Positionen kann die A380 abgefertigt werden, an vier davon ist das gleichzeitige Einsteigen auf zwei Decks möglich. Derzeit kommen schon Lufthansa und Singapore Airlines mit der A380, die nur auf der neuen Piste 29/11 verkehren kann. Emirates dagegen setzt mit vier bis fünf Boeing 777 täglich eher auf Frequenz. Mehrere Kilometer entfernt steht das modernisierte Terminal 1, das ausschließlich von den indischen Billigairlines IndiGo, GoAir und SpiceJet für Inlandsflüge genutzt wird. Die Kapazität liegt bei zehn Millionen Passagieren pro Jahr. Terminal 1 kann pro Stunde bis zu Fotos: Delhi Airport (3), Spaeth (2), Zaninger/AirTeamImages Eine Boeing 777 schwebt nach einem Langstreckenflug zur Landung ein. Die Weite im Terminal 3 bietet eine entspannte Abfertigung der Passagiere. www.flugrevue.de FLUG REVUE MAI 2015 35

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