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FLUG REVUE 05/2015

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Seefernaufklärer Boeing baut beim MSA Systeme auf Basis der P-8A auch in einen Challenger- Geschäftsreisejet ein. Apertur) und ISAR ermöglichen die Identifizierung von Schiffen anhand ihres Profils. Neben dem Radar gehören elektro-optische Kameras und Infrarotsensoren zur Grundausstattung. Auch sie bieten heute eine beachtliche Reichweite. SONAR GEGEN U-BOOTE Seefernaufklärer, die auch für die U- Boot-Jagd genutzt werden sollen, benötigen zudem ein akustisches System mit Sonarbojen, die auch leise U-Boote ausmachen können. Hilfreich ist zudem eine Magnetfeldsonde, mit der sich kleinste Störungen im Erdmagnetfeld durch die U-Boote detektieren lassen. Auch Sensoren für Funk- und andere elektromagnetische Strahlen sind wünschenswert. Alle gesammelten Daten werden zu einem einheitlichen Lagebild zusammengefügt, was heute dank immer leistungsfähigerer Computer einfacher ist. Wesentlich ist eine gute Präsentation für die Bediener, so dass sie sich auf taktische Aufgaben konzentrieren können. Die Auswertung an Bord ist aber nur der erste Schritt. Im heutigen vernetzten Umfeld geht es vor allem darum, die Informationen allen wichtigen Akteuren zur Verfügung zu stellen. Umfassende Kommunikationssysteme mit HF-, VHF- und UHF-Funk sowie SatCom sind somit unverzichtbar. All diese Systeme kosten natürlich und erfordern je nach Reichweitenforde- Die C295 ist groß genug für eine komplette Ausrüstung zur U-Boot- Jagd, inklusive Torpedo-Bewaffnung. Fotos: Airbus, Airbus Military, Boeing/Parker, US Navy 48 FLUG REVUE MAI 2015 www.flugrevue.de

Japan hat sich für eine Eigenentwicklung entschieden. Die Kawasaki P-1 nutzt auch einheimische Triebwerke von IHI. Selbst kleine Muster wie die C212 lassen sich für Küstenüberwachungs- Aufgaben nutzen (hier Südkorea). Wichtige Seeüberwachungsflugzeuge – Die Daten Muster Antrieb Start- Spann- Länge (m) maximale Marschge- Patrouillen- Reichweite leistung weite (m) Abflug- schwindigkeit zeit (h) (km) masse (kg) (km/h) Airbus C212 2 x TPE331 2 x 690 kW 20,27 16,15 8100 361 8,5 Flugdauer ca. 1325 Airbus C295 MPA 2 x PW127G 2 x 1970 kW 25,81 24,50 23 200 480 8+ (200 NM) ca. 2150 Airbus HC-144 (CN235) 2 x CT7-9C 2 x 1305 kW 25,81 21,40 16 500 454 9+ (200 NM) ca. 1825 ATR 42 2 x PW127E 2 x 1790 kW 24,57 22,67 18 600 520 7 (200 NM) ca. 1560 ATR 72 2 x PW127M 2 x 2050 kW 27,05 27,16 23 000 510 6,5 (200 NM) ca. 1860 Boeing P-8A Poseidon 2 x CFM56 2 x 121 kN 37,67 39,47 85 140 907 4 (2220 km) ca. 5400 Dassault Falcon 2000 MRA 2 x PW308C 2 x 31,1 kN 21,38 20,23 19 140 Mach 0.77 n.b. ca. 7400 Dornier 228 2 x TPE331 2 x 580 kW 16,97 15,04 6400 445 7 (100 NM) ca. 1040 Embraer EMB-145MP 2 x AE3007A 2 x 33,7 kN 20,04 29,87 20 990 Mach 0.75 n.b. ca. 1430 Iljuschin Il-38 4 x AI-20M 4 x 3150 kW 37,40 40,18 66 000 645 n.b. ca. 7500 Kawasaki P-1 4 x F7-10 4 x 59,8 kN 35,40 38,00 79 700 830 n.b. ca. 7950 Lockheed Martin P-3C Orion 2 x T56 2 x 3660 kW 30,37 35,61 64 410 610 3 (2495 km) ca. 7500 Saab 340 MPA 2 x AE2100A 2 x 3095 kW 24,76 27,28 23 000 650 5,5 (200 NM) ca. 3700 rung ein mehr oder weniger großes und damit teures Flugzeug. Seeüberwachungsflugzeuge gibt es daher in den unterschiedlichsten Gewichtsklassen. Fast allen Mustern gemeinsam ist dabei, dass sie nicht speziell für diese Aufgabe konzipiert wurden, sondern die Entwicklung auf Verkehrs- oder Transportflugzeugen basiert. EIGENENTWICKLUNG IN JAPAN Dies gilt auch für den derzeit wohl leistungsstärksten Seefernaufklärer im Angebot, die Boeing P-8A. Bei der Poseidon handelt es sich um eine modifizierte 737-800/900, die man sogar mit einem Waffenschacht hinter den Tragflächen versehen hat. Die P-8A tritt bei der US Navy die Nachfolge der unverwüstlichen P-3 Orion an und ist für alle denkbaren Szenarien gerüstet. In der Kabine sind fünf Bedienerstationen eingebaut, wobei sich die Crew über ein viel bequemeres Arbeitsumfeld als bei der Orion freuen kann. 117 P-8A sollen beschafft werden, dazu kommen bereits Exportaufträge aus Indien (acht plus vier Optionen) und Australien (acht plus vier Optionen, Lieferung ab 2017). Fast 30 Maschinen sind bereits gebaut, wobei in den nächsten Jahren noch geplante Verbesserungen wie Torpedoabwurf aus großer Höhe oder Luftbetankungsmöglichkeit anstehen. Der Jetantrieb der P-8A erlaubt es, viel schneller im Einsatzgebiet zu sein als Muster mit Turboprop-Antrieb. Ähnliche Überlegungen gelten auch für die Kawasaki P-1, den neuen Seefernaufklärer der japanischen Marineflieger. Der Vierstrahler (F-7-10-Turbofans von IHI) mit Fly-by-Light-Flugsteuersystem wurde von Anfang an für die Aufgabe konstruiert, nutzt aber den Außenflügel, der auch beim Transporter C-2 verwendet wird. Das Programm begann im November 2001, und nach dem Erstflug im September 2007 wurde die erste Serienmaschine am 26. März 2013 in Gifu übergeben. 70 Flugzeuge sollen beschafft werden. Neben den großen Jets werden in den letzten Jahren auch vermehrt modifizierte Geschäftsreiseflugzeuge für die Seeüberwachung angeboten. Boeing will zum Beispiel seine Erfahrung mit der P- 8A nutzen und Systemkomponenten für www.flugrevue.de FLUG REVUE MAI 2015 49

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