Aufrufe
vor 1 Jahr

FLUG REVUE 05/2016

  • Text
  • Flug
  • Revue
  • Airbus
  • Luftwaffe
  • Boeing
  • Embraer
  • Stuttgart
  • Flugzeuge
  • Lockheed
  • Einsatz

Fotos: Flughafen

Fotos: Flughafen München, Sebastian Steinke Zivilluftfahrt München erweitert das Terminal stelle. Auch wenn das Terminal an vielen Stellen schon komplett fertig wirkt, könnten WC-Wegweiser noch ins Nichts oder Treppenhäuser in Sackgassen führen, werden die Teilnehmer des Probebetriebs informiert. Ein eigenes Netzwerk von Funknotrufsäulen ist im Terminal verteilt worden, um bei Bedarf sofort Hilfe holen zu können. Nur mit farbcodierter Warnweste darf man heute teilnehmen, in Neonrosa für Journalisten. Vom abgeklärten Vielflieger bis hin zur flugbegeisterten Bayerin, die noch nie in einem Flugzeug gesessen hat, reicht das Spektrum der Probepassagiere, die dunkelgrüne Westen tragen und als Entlohnung lediglich ein Mittagessen erhalten. Sie werden auf ihren Wegen durch das 609 Meter lange Terminal mit sechs Etagen, davon vier Passagierebenen, von orange gewandeten Flughafenmitarbeitern begleitet und genau beobachtet: Findet man alle Wege auf Anhieb, oder läuft man in die Irre? Hängen die Hinweisschilder an den richtigen Stellen? Gibt es Flaschenhälse im Ablauf? Gehen gar Passagiere verloren? FLUG VON „UNCLEAN“ NACH „SCHENGEN“ Mit ganzen Serien von Probebetriebstagen, typischerweise an zwei Tagen pro Woche, tastet sich der Flughafen an die Eröffnung heran. Dabei werden bevorzugt kompliziertere Umsteigeverbindungen geübt, die im Satellitengebäude auf unterschiedlichen Etagen abfertigt werden: aus dem Schengen-Raum in die USA, also mit Zusatzkontrolle, aus „unreinen“ Staaten in den Schengen- Raum hinein – und dazwischen in die entsprechenden Lounges – und natürlich im reinen EU-Inlandsverkehr. Aufgrund dieser Betriebserfahrungen werden die Details optimiert. Immerhin sollen hier bald bis zu elf Millionen Passagiere pro Jahr zusätzlich abgefertigt werden, um dem dynamisch wachsenden Aufkommen gerecht zu werden. Auch für das Abfertigungspersonal der Airlines und des Flughafens, aber auch für die Feuerwehr, die Bundespolizei, den Zoll und andere Profis sind die Probebetriebstage willkommene Generalproben in der 125 800 Quadratmeter großen, neuen Arbeitsumgebung. Manchmal wird die ganze Gruppe von Probepassagieren gebündelt und wie eine Herde auf einem Flugsteig versammelt, um dann nach einem Startkommando von dort ins Terminal zu stürmen. Sogar Zollhund Pitt darf heute schon einmal probeschnüffeln, ob hier etwa Verbotenes eingeführt wird. Im 650 Millionen Euro teuren erweiterungsbau – innen vermittelt er die bewährt-übersichtliche Ästhetik des Terminals 2 – findet man sich auf Anhieb gut zurecht. Noch arbeiten überall Handwerker, vor allem um Läden und Gastronomie pünktlich mit allen Einbauten auszustatten. Herzstück des Gebäudes ist ein Lichthof rund um den Vorfeldtower, der wie ein Säule das Terminal durchstößt. Der Lichthof, mit Ausblick nach Osten, heißt nennt sich „Viktualienmarkt“ und soll vor allem die gastronomische Hauptanlaufstelle für die Passagiere sein. Diese nutzen „landseitig“ auch die herkömmlichen Anlagen im Terminal 2 mit, falls sie in München aussteigen, einchecken oder Koffer aufgeben und abholen. In der Mitte des Terminals 2 führen neue Rolltreppen ins Untergeschoss E01, wo die neue Bombardier-Kabinenbahn wartet. Sie bringt fahrerlos mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h in etwa 60 Sekunden die Fluggäste unter dem Vorfeld zum Satellitengebäude oder zurück. Die drei Züge mit zwölf Waggons können bis zu 9000 Passagiere pro Stunde und Richtung befördern. Dabei reisen die Fluggäste im Zug getrennt nach den Kontrollgruppen „Schengen“, „Non- Schengen“ und „un clean“. Für die Lufthansa-Passagiere, und jene der Star Alliance bedeutet das neue Terminal auch den Abschied von einem Großteil der ungeliebten Vorfeld-Busfahrten. Bis zu 19 Großraumflugzeuge, inklusive der A380, oder bis zu 27 Standardrumpfflugzeuge passen an das neue Satellitengebäude und ermöglichen das wettergeschützte Ein- und Aussteigen. Dort will Lufthansa ihre Passagiere zudem in neuen Lounges auf 4500 Quadratmetern Fläche verwöhnen. Das Satellitengebäude wird, wie bereits Terminal 2, gemeinsam von Luft- Der „Viktualienmarkt“ bildet das Herzstück des neuen Gebäudes. Dank Satellitengebäude kann München weiter wachsen. 32 FLUG REVUE Mai 2016 www.flugrevue.de

Zollhund Pitt beschnüffelt beim Probebetrieb „ankommende“ Passagiere. Testbetrieb unter Beobachtung. Nur mit Bordkarte geht es durch die Sperre. Die neuen Körperscanner zeigen grobe Umrisse, aber genaue Verdachtsflächen. Eine Kabinenbahn pendelt unterirdisch vom Terminal 2 zum Satelliten. www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2016 33

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG