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FLUG REVUE 05/2016

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Business Aviation

Business Aviation Heli-Expo 2016 in Louisville Im Schatten der Öl-Krise Der Rückgang im Geschäft mit Versorgungsflügen in der Öl- und Gasindustrie hat auch gravierende Auswirkungen für die Hubschrauberhersteller. Für Neuigkeiten auf der Heli-Expo sorgten daher diesmal eher die kleineren Muster. Der Verfall der Preise von Rohöl und Erdgas hat nicht nur positive Folgen für den Endverbraucher. Die Förderindustrie verzeichnete erhebliche Gewinneinbußen, und infolgedessen haben die Firmen, die Versorgungsflüge zu Ölplattformen anbieten, weniger zu tun und halten sich mit Neubestellungen zurück. Airbus Helicopters verbuchte 2015 zum Beispiel nur zwei Aufträge für die H225 – ein Indikator für den Zustand des noch vor Kurzem boomenden Markts der schwereren Hubschrauber für den Offshore-Einsatz. Auch die Lieferungen der neuen H175 kommen nur langsam in Schwung. Bisher hat lediglich NHV aus Belgien sechs der 7,5 Tonnen schweren Hubschrauber in Dienst gestellt und innerhalb eines Jahres rund 1500 Versorgungsflüge mit 22 000 Passagieren durchgeführt. In diesem Jahr sollen nun zehn H175 an Kunden übergeben werden, darunter an die Pegaso-Gruppe aus Mexiko als zweiten Betreiber. Wie andere Hersteller auch versucht Airbus Helicopters die schwierige Lage in einem Marktsegment durch verstärkte Aktivitäten in anderen Bereichen zu kompensieren. So ist man gerade bemüht, der Super-Puma-Familie (AS332) neues Leben einzuhauchen. Sie wird nun als H215 bezeichnet, und die Fertigung wird zwecks deutlicher Kostensenkung nach Rumänien verlagert. Die Heli-Expo in Louisville bildete den Auftakt für eine US-Verkaufstour. Nach der Messe besuchte die Maschine die US Army in Fort Rucker, machte einen Abstecher nach Washington und wurde schließlich in Sacramento dem California Fire Department vorgeführt. In der Feuerlöschrolle rechnet sich Airbus Helicopters für Die H215 ging nach der Heli-Expo auf große USA-Tour. In Kalifornien war man beim Feuerlösch-Kongress. Bisher fliegt die H175 nur bei NHV ab Belgien und Norwegen zur Versorgung von Ölplattformen in der Nordsee. 40 FLUG REVUE Mai 2016

Die Era Group fliegt als erster Kunde die S-92 mit höherer Abflugmasse. Fotos: Airbus Helicopters/Nicolas Gouhier, Bell, Finmeccanica, Toni Ganzmann, Lockheed Martin die H215 gute Chancen aus. Trotz der Einbußen bei Auftragseingang und Produktion konnte Airbus Helicopters 2015 seine führende Position auf dem zivilen Markt behaupten. Hier hofft Bell in Zukunft wieder auf höhere Anteile – nämlich dann, wenn die beiden derzeit in Entwicklung befindlichen Modelle 505 und 525 ausgeliefert werden. Für die kleine, fünfsitzige 505 Jet Ranger X wird die Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA noch in diesem Jahr erwartet. Drei Prototypen der erstmals beim US-Hersteller mit einer Turbomeca-Wellenturbine bestückten Maschine haben inzwischen 575 Flugstunden absolviert. Von der 525 Relentless sind sogar fünf Prototypen geplant. Das Testprogramm ist auch wegen der Fly-by- Wire-Steuerung sehr umfangreich und zieht sich planmäßig noch bis 2017 hin. Gerade hat man mit den Wintertests in Alaska und Kanada begonnen. Bisher gibt es 75 Kaufinteressenten. Sikorsky – gerade für neun Milliarden Dollar (8 Mrd. Euro) von Lockheed Martin aufgekauft – macht zwar den Hauptteil seines Umsatzes mit Militärhubschraubern, doch im zivilen Bereich ist man ausgerechnet stark vom Offshore-Geschäft abhängig. Deshalb hat man die S-92 einer Produktpflege unterzogen und die maximale Abflugmasse um 545 Kilogramm auf 12 565 Kilogramm erhöht. Wie Sikorsky erst auf der Heli-Expo bekannt gab, ist die neue Version bereits seit Oktober 2015 bei der Era Group für die Versorgung von Ölplattformen im Golf von Mexiko unterwegs. Bisher wurden über 275 S-92 ausgeliefert. Der größte Kunde dürfte die Bristow Group sein, die alleine 75 Hubschrauber in Europa, am Kaspischen Meer, in Afrika, Nordamerika und Asien betreibt. Für die S-76 kündigte Sikorsky in Louisville einen Nachrüstkit an, mit dem S-76C+-Modelle auf den S-76C++-Standard gebracht werden können. Laut Hersteller wird durch die Modifikationen, die beim Betreiber vorgenommen werden können, die Einsatzfähigkeit verbessert. Unter anderem sinkt die Arbeitsbelastung des Piloten und die Zuladung steigt. Letzteres gilt allerdings nur, wenn bei Turbomeca separat eine Aufrüstung des Arriel 2S1 auf den Standard 2S2 in Auftrag gegeben wird. Der Rüstsatz soll im zweiten Quartal 2016 verfügbar sein. Finmeccanica (früher AgustaWestland) richtet sein Augenmerk nach der Einführung der AW189 und AW169 nun auf leichtere Muster. In Louisville wurde die in Polen gebaute SW-4 erstmals als AW009 präsentiert. Im Laufe des Jahres soll das 1,8 Tonnen schwere Muster mithilfe von AAL seine amerikanische Zulassung erhalten. Diese beinhaltet die Umrüstung auf ein modernes Avioniksystem von Genesys Aerosystems. In Cascina Costa absolvierte unterdessen während der Messetage eine neue Version der AW109 mit Kufenlandegestell ihren ersten Flug. Die AW109 Trekker ist als günstigere Alternative zur AW109 mit Einziehfahrwerk positioniert. Vor allem Arbeitseinsätze und Rettungsmissionen sollen ihre Domäne sein. Die Zertifizierung durch die EASA (European Aviation Safety Agency) wird bis Ende des Jahres erwartet. Für Kunden, die keine zwei Triebwerke benötigen, hat Finmeccanica weiter die AW119KXe im Angebot. NEUE AVIONIK FÜR MD 902 EXPLORER Neben den Großen der Industrie ist die Heli-Expo auch immer die Bühne für die kleineren Hersteller. MD Helicopters präsentierte seine Pläne für ein neues Bildschirmcockpit von Universal Avionics, das im MD 902 Explorer getestet wird. Das InSight-System besteht im Wesentlichen aus zwei oder drei großen Farbdisplays, die frei konfiguriert werden können und für deren Bedienung Zur Messezeit hob die AW109 Trekker zum Erstflug ab. Als AW009 wird nun die SW-4 vermarktet, ein Produkt der von Finmeccanica aufgekauften Firma PZL-Swidnik. Bell hat inzwischen zwei 525 Relentless in der Flugerprobung. Der Hubschrauber verfügt über Fly-by-Wire-Steuerung. FLUG REVUE Mai 2016 41

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