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FLUG REVUE 05/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Finmeccanica M-346 Master Die T-346A fliegen bei der 212° Gruppo. Geübt wurden Luftkämpfe gegen den Eurofighter. Die MB.339CD bleibt noch etwa bis 2018 im Dienst. 46 FLUG REVUE Mai 2016 www.flugrevue.de

Für gute Sicht von hinten sind die Sitze in der Höhe gestaffelt. Das Cockpit erinnert an den Eurofighter. GRÖSSERES EINSATZSPEKTRUM tes Simulationssystem, das die Daten von (real nicht vorhandenen) Sensoren wie dem APG-68-Radar auf den Bildschirmen im Cockpit abbildet. Auch die elektronische Kampfführung und der Einsatz von lasergelenkten oder per GPS gesteuerten Präzisionsbomben können virtuell im Flug trainiert werden. Besonders interessant ist die Nutzung des Datenlinks: Die fliegenden T-346A können mit den Simulatoren am Boden in Lecce vernetzt werden, was die Lerneffekte erhöht. Gerade in Bodeneinrichtungen wurde mit der Einführung des neuen Trainers viel investiert. So gibt es in Lecce ein neues Gebäude für die 212° Gruppo, das die Full-Mission-Simulatoren und die etwas einfacheren Part-Task-Trainer aufnimmt. Diese ermöglichen die Nutzung von Nachtsichtbrillen wie auch von künftigen Helmdisplays. In der zweiten Etage sind die Missionsplanungsstationen untergebracht, die auch einer detaillierten Nachbesprechung der Schulflüge dienen. Für das selbstständige Lernen stehen neun einfache Cockpitnachbildungen mit Touchscreens bereit. Geflogen wird aber auch noch fleißig. Nach Abschluss der Abnahmeflüge durch das RSV (Reparto Sperimentale Volo – Testzentrum der AMI) im Januar 2015 wurde die erste Master am 26. Februar an das 61° Stormo übergeben. In Windeseile begann die Qualifizierung der Fluglehrer, die parallel die Handbücher für den Betrieb und den neuen Ausbildungsplan erstellen mussten. Schon im März ging es mit inzwischen drei Flugzeugen nach Decimomannu auf Sardinien, wo eine Kampagne mit dem Abwurf von Übungsbomben und der Qualifizierung des neuesten Flugdatenrekorder-Behälters durchgeführt wurde. Am 1. August 2015 begann dann der erste Kursus mit vier Flugschülern, die für später einmal auf dem Eurofighter eingesetzt werden sollen. Ihre ersten Flüge auf der T-346A machten sie am 8. Oktober. Etwa zehn Monate sind für die neu strukturierte Phase IV der Ausbildung angesetzt. Sie umfasst etwas mehr Flüge als bisher auf der MB.339CD, was aber im Gegenzug zu einer Reduzierung der Flüge in den OCU-Staffeln (Operational Conversion Unit) um 20 bis 30 Prozent führen soll. Dies vor allem deshalb, weil auf der Master bereits Dinge wie Luftkampf auf lange Distanzen, Luftnahunterstützung und die Nutzung von Nachtsichtbrillen geübt werden. Untermauert werden die 90 Trainingsszenarien im Flug mit einem praktisch gleich hohen Anteil an Simulatorstunden. Neben der T-346A, von der inzwischen acht der 19 bestellten Maschinen verfügbar sind, wird bei der 212° Gruppo auch die FT-339C noch bis etwa 2018 im Dienst bleiben. „Hier sehen wir derzeit trotz des Alters der Maschinen und der schwierigen Ersatzteillage insbesondere beim Triebwerk eine nie dagewesene Verfügbarkeit“, freut sich Col. Tarantino. Dies gilt auch für die T-339A, die bei der 213° Gruppo für Ausbildungsschritte wie grundlegende Luftkampfmanöver oder die Handhabung von Abwurfwaffen verwendet wird. Auch spezifische Manöver mit hohen Lastvielfachen werden nun schon in dieser Phase III geübt. Die Grundausbildung (Phase II) wird ebenfalls in Lecce auf der T- 339A absolviert, und zwar bei der 214° Gruppo. Phase I, die Auswahlschulung, wird beim 70° Stormo in Latina auf der T-260B (SF.260EA) durchgeführt. Mit der Einführung der T-346A und der Neustrukturierung der Abläufe sowie dem Bau neuer Infrastruktur will die Aeronautica Militare nicht nur die Ausbildung ihrer eigenen Piloten optimieren. Es geht auch darum, Lecce-Galatina für ausländische Kunden attraktiv zu machen. Derzeit sind ein Dutzend Piloten aus Ländern wie Österreich, Griechenland, Singapur und Kuwait vor Ort. Auch die Niederlande schickten im Sommer 2015 zwei Schüler und einen Lehrer nach Lecce, um zu überprüfen, ob der Kurs die Vorbereitung der Piloten auf die neue F-35A Lightning II verbessern könnte. „Wir glauben, dass wir einen ausgezeichneten Kursus zu wettbewerbsfähigen Kosten entwickelt haben. ... Keine andere Luftstreitkraft hat einen so fortschrittlichen LIFT-Anteil (Lead in Fighter Training). Darin steckt kostbares Know-how, das wir weiterentwickeln wollen“, erläuterte Col. Tarantino im Gespräch mit der FLUG REVUE. Als Beleg sieht er die Tatsache, dass zwei österreichische Schüler im Anschluss bei der Umschulung auf den Eurofighter in Deutschland an erster und dritter Stelle in ihrem Kurs abschlossen. Fotos: Aeronautica Militare (1), Alenia Aermacchi (1), Selex Galileo (1), Riccardo Niccoli (2) www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2016 47

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