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FLUG REVUE 05/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt KC-130J Harvest HAWK Die Crew setzt die Griffin-Startrohre manuell auf den Auswurfschacht. Fotos: Ted Carlson wird im Frachtraum mitgeführt und durch eine sogenannte „Derringer Door“ – eine modifizierte Tür – auf der linken Seite ausgestoßen. Nach einem kurzen Flug mit GPS-Navigation findet er sein Ziel ebenfalls via Laserbeleuchtung. Zu Beginn des Harvest-HAWK-Programms waren die Griffins noch in einem Startgestell auf der Heckrampe untergebracht. Ihr Abwurf erforderte eine Öffnung der Druckkabine, was in den üblichen Einsatzhöhen von 6400 Metern das Anlegen von Sauerstoffmasken notwendig machte – eine unnötige und zeitraubende Komplikation. KONTROLLSTATION AUF PALETTE MONTIERT Kontrolliert werden der Sensor und die Waffen von der Fire-Control-Konsole aus. Sie wurde von der Bedienerstation des Seahawk-Hubschraubers abgeleitet und auf einer verstärkten Standardpalette 463L montiert. Der Feuerleitoffizier (FCO) verfügt über zwei große Bildschirme und die zugehörigen Bedienelemente. Neben ihm sitzt ein Assistent, Neben der hinteren Tür wurde eine Halterung für zehn Griffins montiert. 52 FLUG REVUE Mai 2016

Den Sensorbehälter trägt die KC-130J an den Tragflächen. der insbesondere für die Koordinierung des Funkverkehrs verantwortlich ist. FCOs kommen aus Bereichen, die schon zuvor mit der Luftnahunterstützung befasst waren, zum Beispiel in der AV-8B Harrier oder der F/A-18 Hornet. Auch die Cockpitcrew ist in den Waffeneinsatz involviert. Sowohl Flugzeugkommandant als auch Copilot können auf Android-Tablets hinter der Steuersäule die Videos und Infos der TCC mitsehen. „Ziele wie Aufständische, die sich hinter Büschen bewegen oder mit dem Motorrad auf einer belebten Straße unterwegs sind, sind schwierig“, weiß Major Michael „Britany“ Spears, ein Pilot der in Miramar stationierten Staffel VM- GR-352 „Raiders“. „Selbst wenn wir ein Insgesamt zehn KC-130J sind mit dem Harvest-HAWK-System verkabelt. Bei den Einsätzen in Afghanistan wurden viele Lenkwaffen verschossen. Die Hellfire dominierte. offensichtliches Ziel sehen, können wir nicht selbst einen Angriff einleiten. Die Freigabe muss von einem Kommandeur am Boden kommen“, so Spears. „Die Soldaten am Boden überlegen, welche Unterstützung sie benötigen. Wir sprechen oft lange mit dem JTAC (Joint Terminal Attack Controller), während wir über dem Zielgebiet kreisen und das Ziel nicht aus den Augen lassen“, ergänzt Captain Adam Christiansen. Nach der Freigabe „bedenken wir die beste Angriffsmethode, die Anflugrichtung und die passende Waffe sowie deren Zündeinstellung. Der Pilot ist dabei die letzte Instanz, die den Abschuss freigibt, während sich der Co auf die Flugführung konzentriert.“ Bei ihren Verlegungen nach Afghanistan war die Harvest HAWK schnell ein gefragtes Einsatzmittel. „Wir flogen praktisch jeden Tag, und oft wurden wir speziell von den Bodentruppen angefordert. Es kamen für die Besatzungen leicht 110 Flugstunden pro Monat zusammen. In unseren neun Monaten vor Ort haben wir rund 60 Hellfire verschossen. Unser einziges Flugzeug war damit für fast die Hälfte aller Lenkwaffeneinsätze der US-Truppen verantwortlich“, erklärt Captain Dusty Cook von der VMGR-252. „Die Harvest HAWK bietet für die Bodentruppen genau die Unterstützung, die sie bei den heutigen Kampfszenarien benötigen“, ist Generalmajor Steven Busby vom 3rd Marine Air Wing überzeugt, das eined der treibenden Kräfte bei der Einführung der bewaffneten KC- 130J war. „Am wichtigsten ist aber vielleicht, dass sie von Marines geflogen wird, … die zum Teil die Soldaten am Boden persönlich kennen und die sich in die Gefahrenlage sehr gut hineinversetzen können.“ FR www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2016 53

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