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FLUG REVUE 05/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Chengdu J-20 Die J-20 verfügt über einen großen Waffenschacht im Rumpf. In einem seitlichen Schacht ist Platz für Luft-Luft-Lenkwaffen des Typs PL-10. Momentan ist die J-20 wohl noch mit russischen AL-31FN- Triebwerken bestückt. Eine Eigenentwicklung ist in Arbeit. Chengdu J-20 – Daten Allgemeine Angaben Hersteller Chengdu Aircraft Corp. Besatzung 1 Antrieb Saturn AL-31FN Abmessungen Länge 20 m Höhe 4,5 m Spannweite 13 m Flügelfläche 78 m² Massen Leermasse 19 400 kg max. Startmasse 36 300 kg Alle Angaben geschätzt COM-Systemen besitzt. Ansonsten bleibt die größte Frage wieder einmal der Antrieb, denn auch offiziell hinkt die Entwicklung des geplanten chinesischen WS-15 Emei doch deutlich hinter der Entwicklung des Flugzeuges selbst hinterher. Aktuellen Berichten zufolge ist nicht vor 2017 mit diesem Triebwerk zu rechnen. Derzeit ist die J-20 vermutlich mit dem russischen AL-31FN bestückt, möglicherweise mit der etwas leistungsstärkeren Series-III-Variante, die 137 Kilonewton Schub liefert. Fotos: Internet China Insgesamt war vor allem 2014 mit dem Erstflug von vier Maschinen sehr erfolgreich: Nr. 2011 flog am 1 März, Nr. 2012 am 26. Juli, Nr. 2013 am 29. November und Nr. 2015 am 19. Dezember. Entsprechend soll die Erprobung sowohl in Chengdu-Huangtianba als auch beim staatlichen Flugtestzentrum in Xi’an- Yanliang zügig vorankommen. PROTOTYPEN BEIM STAATLICHEN TESTZENTRUM Seitdem sind zwei weitere, nochmals leicht modifizierte Flugzeuge – die Nummern 2016 (am 18. September 2015) und 2017 (24. November 2015) – hinzugekommen. Mitte 2015 mehrten sich die Gerüchte, wonach mit der Fertigung einer ersten Vorserie begonnen worden sei. Tatsächlich tauchte als „Weihnachtsgeschenk“ die 2101 auf. Sie zeigte sich zunächst in kanariengelber Grundierung mit roter Kennung. Der Erstflug fand am 18. Januar statt, und seither ist auch die 2102 in Chengdu gesichtet worden. Da alle aktuellen Serienmodelle der J-10B/C ganz ähnliche Nummern tragen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich tatsächlich um die ersten Vorserienexemplare der J-20A handelt. Folglich hätte CAC nach fünf Jahren in etwa einen Entwicklungszyklus erreicht, der dem der F-22 und F-35 zu einem vergleichbaren Zeitpunkt entspricht. Stellt sich nun die Frage, wie es weitergeht. Auch ohne den endgültigen Antrieb scheinen die chinesischen Luftstreitkräfte alles daran zu setzen, die J-20A so früh wie möglich in Dienst zu stellen, um Erfahrungen zu sammeln. Es bleibt daher spannend, ob CAC die Fertigungsrate aufrechterhalten kann, die 2014/15 vorgelegt wurde. Wenn die Erprobung ähnlich rasch wie bei der J-10B voranschreitet, dann kann damit gerechnet werden, dass die ersten Serienmodelle an das FTTC (Flight Test and Training Center) in Cangzhou/Cangxian in der Nähe von Tianjin und später nach Dingxin beziehungsweise Jiugucheng AB gehen. Dort erfolgen die taktische Erprobung und auch die Schulung der ersten Besatzungen. Sollte alles ohne Komplikationen verlaufen, dann könnte tatsächlich schon 2018/19 das erste reguläre Regiment mit der J-20A ausgerüstet werden. FR ANDREAS RUPPRECHT 56 FLUG REVUE Mai 2016 www.flugrevue.de

Neue Kräfte Militärluftfahrt HForce von Airbus Helicopters Mit einem einheitlichen, aber flexiblen System will Airbus Helicopters die Bewaffnung von Modellen wie H125M, H145M und H225M vereinfachen. Das soll auch die Kosten senken. HForce wird für die H125M, H145M und H225M (von links) angeboten. Diverse Kanonen- und Raketenbehälter gehören zur möglichen Bewaffnung. Ein einfaches Helmvisier hilft dem Piloten beim Waffeneinsatz. Fotos: Airbus Helicopters/Raz, Rockwell Collins (1) Herzstück von HForce ist der Rechner von Rockwell Collins aus Deutschland. Selbst wenn Sie zunächst nur unsere Option 0 kaufen, haben Sie schon einen Abschreckungsfaktor, denn Ihre Nachbarn wissen, dass Sie Ihre Drehflügler recht schnell in einen leichten Kampfhubschrauber verwandeln können“, wirbt Marketing-Manager Philippe Kohn für das neue HForce-System. Mit ihm will Airbus Helicopters im Bereich der bewaffneten Mehrzweckhubschrauber seine Geschäfte ausweiten und Drittanbieter verdrängen. Der Ansatz ist dabei einfach: Mithilfe eines leistungsstarken Zentralrechners von Rockwell Collins Deutschland (FMC-4212 mit Mehrkernprozessor und Videofähigkeiten) und der bei der Montage des Hubschraubers verlegten Verkabelung ist der Hersteller in der Lage, vielfältige Sensoren und Waffen mit viel geringerem Aufwand als bei bisherigen Einzelfalllösungen zu integrieren. „Wir haben 50 Jahre Erfahrung und können nun quasi ein Schweizer Taschenmesser anbieten“, so Kohn, der auch die modularen Ausbaumöglichkeiten besonders betont. Beschaffungen können somit flexibel den verfügbaren Budgets angepasst werden. Mit der Option 0 wird, wie eingangs erwähnt, die Grundlage geschaffen. Die nächste Stufe ist dann die Option 1, bei der der Pilot mit einem Helmvisier ausgerüstet wird. Er kann so MGs (12,7 mm), Kanonen (20 mm) oder ungelenkte Raketen (70 mm) einfach und präzise einsetzen. Bei der Option 2 wird auch der Copilot mit einem Helmvisier ausgestattet, und für Flüge unter schwierigen Bedingungen wird ein Sensorbehälter mit Infrarot- und TV-Kameras unter dem Bug installiert. Die dritte Stufe umfasst schließlich die Integration von Lenkwaffen, seien es Raketen mit Lasersuchkopf, Luft-Luft- Lenkwaffen (Mis-tral) oder Luft-Boden- Lenkflugkörper (wie Hellfire). Der Copilot wird dann fast wie in einem richtigen Kampfhubschrauber zum Bordschützen, der sich auf die Zielbekämpfung konzentriert. Für die Waffen bedarf es natürlich auch der geeigneten, typenspezifischen Aufhängungen. Für manche Muster wie die H125M (AS355 Fennec oder AS350) oder die H225M gibt es aus früheren Programmen bereits passende Konstruktionen; bei der H145M laufen derzeit entsprechende Entwicklungen. Als Testträger für das HForce-System wird eine H225M verwendet, die man komplett mit Sensor von Wescam, Helmvisier von Thales, 12,5-mm-MG und 70-mm-Raketen von FZ ausstattet. Der Erstflug war im Dezember 2015. Im Mai sollen die Schießversuche anlaufen, sodass bis 2017 die erste Konfiguration zertifiziert sein kann. Acht potenzielle Kunden sind laut Kohn derzeit „stark“ an der „erschwinglichen“ Lösung interessiert, und Airbus Helicopters hofft, noch in diesem Jahr die ersten Verträge unter Dach und Fach zu bringen. Zudem gibt es zwei Länder, die bereits eines der drei Muster im Dienst haben und nun an eine Nachrüstung denken. Die ist allerdings nicht ganz simpel, denn man muss eine neue Verkabelung verlegen und Platz für den zusätzlichen Rechner finden. FR KARL SCHWARZ www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2016 57

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