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FLUG REVUE 05/2016

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Briefing Luft- und

Briefing Luft- und Raumfahrt von A bis Z FOLGE 013 APU Bordcomputer, Licht, Heizung und sogar die Toilettenspülung: Der Energiebedarf eines Flugzeugs ist enorm. Im Flug liefern die Generatoren der Triebwerke den Strom für diese Verbraucher. Bei den meisten größeren Flugzeugen wird zudem für die Klimatisierung heiße und komprimierte Luft (sogenannte Zapfluft) aus dem Verdichter der Triebwerke entnommen. Damit die Passagiere am frühen Morgen nicht in ein kaltes und dunkles Flugzeug einsteigen, ist auch am Boden die Versorgung mit Energie notwendig. Dafür gibt es eine Hilfsgasturbine, die Auxiliary Power Unit (APU), die meist im Heck des Flugzeugs sitzt. Der Bauraum ist von einem Brandschott abgetrennt. Es handelt sich dabei meist um eine Gasturbine, die keinen Schub, sondern nur eine Wellendrehleistung erzeugt. Seltener kommen auch Kolbenmotoren zum Einsatz. Gespeist werden sie vom normalen Kraftstoffsystem des Flugzeugs. An die Hilfsturbine ist ein Drehstromgenerator gekoppelt, der Strom für die elektrischen Verbraucher liefert. An die Welle ist auch ein mechanischer Kompressor angeflanscht; er speist Druckluft in das pneumatische System ein und ersetzt damit die Zapfluft der Triebwerke. Die verdichtete Luft wird nicht nur für die Klimaanlage benötigt, sondern auch zum Anlassen der Triebwerke. Während des Anlassvorgangs wird diese in das Innere des Antriebs geleitet und sorgt so für das Hochfahren des Triebwerks. Durch diese Funktionen wird das Flugzeug autark von bodenseitigen Einrichtungen am Flughafen. Aufgrund der starken Geräuschentwicklung bei laufender APU beschränken viele Flughäfen deren Gebrauch auf das Nötigste. In diesem Fall oder bei einer defekten APU sind bodenseitige Einrichtungen nötig: So kann das Flugzeug an den meisten Flughäfen mit Bodenstrom versorgt werden, Druckluft für die Klimatisierung und das Anlassen der Triebwerke steht meist ebenfalls zur Verfügung. Dadurch können die meisten Flugzeuge auch mit einer defekten oder ausgebauten Hilfsturbine operieren. Bei bestimmten Flugzeugmustern oder weiten Flügen über unbewohntes Gebiet erfordern die Regularien teilweise jedoch ein funktionstüchtiges Hilfstriebwerk. Normalerweise wird die Hilfsgasturbine nach dem Start beider Triebwerke ausgeschaltet. Da die Entnahme von Triebwerkszapfluft zu Lasten der Leistung geht, versorgt die APU an heißen Plätzen mit kurzer Startbahn die Kabine mit kühler Luft und wird erst in der Luft Zapfluftventil Verdichter Turbine Generator Ölpumpe Anlasser Getriebe Lastkompressor Flap-Motor Meist dient eine Gasturbine als APU. Der Lastkompressor liefert die Druckluft für das pneumatische System. Foto: Lufthansa Technik, Grafik: Ralf Athen Die Hilfsturbine, hier bei einem Airbus A340-600, ist meistens im Heck untergebracht und für die Wartung über Klappen erreichbar. ausgeschaltet. Im Flug wird sie meist nur im Falle eines Triebwerksausfalls verwendet, um den Generator des verbleibenden Antriebs zu entlasten. Gestartet wird die Hilfsturbine in der Regel elektrisch mit dem Strom aus den Batterien. Das ist sowohl am Boden als auch in der Luft möglich. Die APU ist, wie die Triebwerke auch, mit einem Steuerungscomputer sowie einem Feuerlöschsystem ausgestattet. FR MAX KÜHNL 68 FLUG REVUE MAI 2016 www.flugrevue.de

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