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FLUG REVUE 05/2016

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Raumfahrt Amerikanisches

Raumfahrt Amerikanisches Mini-Space-Shuttle Auftrieb für den Dream Chaser Seit Jahrzehnten läuft die Entwicklung einer kleinen Alternative zum Space Shuttle. Mit einem Auftrag der NASA soll es nun endlich vorangehen. Von FRANK WUNDERLICH-PFEIFFER Foto: SNC Der Traum von einem Raumschiff, das fliegen und landen kann wie ein Flugzeug, ist so alt wie die Raumfahrt selbst. Während das amerikanische Space Shuttle und der russische Buran nur noch Museumsstücke sind, wird dieser Traum heute vom Dream Chaser verkörpert. Das Mini-Shuttle der Sierra Nevada Corporation (SNC), die ihren Sitz in Sparks, Nevada, hat, soll im Rahmen des nächsten Vertrags zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz kommen. Die Idee hinter den kleinen Shuttles hat eine lange Geschichte. Keine drei Wochen nach dem Sputnik-Flug vergab die US Air Force 1957 den ersten Auftrag zum Bau eines Flugzeugs, das auch in den Weltraum fliegen können sollte. Die Boeing X-20 Dyna-Soar wurde über sechs Jahre entwickelt. Mit nur einem Astronauten und etwa fünf Tonnen Startgewicht war sie ein Winzling im Vergleich zum Space Shuttle, das beim Start 120 Tonnen wog. Kurz nachdem die X-20 fertig entwickelt war, wurden 1963 die Gelder für den Bau eines Prototyps gestrichen. Doch schon 1966 flog der Prototyp eines anderen Konzepts. Die HL-10 – HL steht für horizontale 74 FLUG REVUE MAI 2016 Landung – bestand aus einem aerodynamischen Rumpf, der den Hauptteil des Auftriebs lieferte. Sie wurde mit einem XLR-11-Raketentriebwerk ausgerüstet und mit Überschallgeschwindigkeit getestet, aber nie für einen Flug in den Weltraum ausgestattet. Das Konzept wurde erst weiterverfolgt, nachdem am 3. Juni 1982 ein australisches Aufklärungsflugzeug einen sowjetischen Prototyp für den Raumgleiter BOR-4 fotografierte. Seine Form erwies sich in Tests mit Nachbauten aus Kirschholz als ein sehr guter Kompromiss für den Flug bei hohen Überschall- und Unterschallgeschwindigkeiten. Eine sowjetische Entwicklung war damit eine wesentliche Inspiration für den HL-10-Nachfolger, die HL-20. Sie wurde als kleine Alternative zum Shuttle entwickelt, die Astronauten zur geplanten Raumstation „Freedom“ bringen und auch als Rettungsschiff dienen sollte. Gebaut wurde von der HL-20 aber nur ein Modell in der vollen Größe. Mit ihm haben Studenten aus North Carolina getestet, ob für die Astronauten im Inneren genug Platz wäre. Ein flugfähiges Modell blieb ein Traum, bis Jim Benson die Baupläne der HL-20 von der NASA lizenzierte und mit seiner Firma Spacewww.flugrevue.de

Die Frachtversion des Dream Chaser verfügt über ein Cargomodul, das beim Wiedereintritt verglüht. www.flugrevue.de FLUG REVUE MAI 2016 75

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