Aufrufe
vor 2 Jahren

FLUG REVUE 05/2016

  • Text
  • Flug
  • Revue
  • Airbus
  • Luftwaffe
  • Boeing
  • Embraer
  • Stuttgart
  • Flugzeuge
  • Lockheed
  • Einsatz

Historie Die

Historie Die J34-Triebwerke von Westinghouse boten zu geringe Leistung. McDonnell XF-88 Voodoo Voodoo Nr. 1 Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte McDonnell einen „Penetration Fighter“, der es aber nicht in die Serie schaffte. Ein Prototyp wurde schließlich für Tests mit überschalltauglichen Propellern verwendet. VON KARL SCHWARZ Roll-out in St. Louis am 11. August 1948. Danach ging es zur Muroc AFB. 82 FLUG REVUE Mai 2016 www.flugrevue.de

XF-88 Voodoo Baujahr: 1948 – 1949 Stückzahl: 2 Herstellungsland: USA D ie Bomberoffensiven der US Army Air Forces (USAAF) im Zweiten Weltkrieg basierten auf dem Einsatz von Langstrecken-Begleitjägern – ein Konzept, das man in die Zeit der aufkommenden Fighter mit Strahlantrieb fortschreiben wollte. Am 8. August 1945, zwei Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima, gab das Air Materiel Command (AMC) daher eine Angebotsaufforderung für einen „Penetration Fighter“ (Kampfflugzeug zum Eindringen in den gegnerischen Luftraum) heraus. Er sollte 1125 km/h schnell sein und einen Aktionsradius von 1450 Kilometern haben. Bei der McDonnell Aircraft Corp. in St. Louis machten sich Chefingenieur Kendall Perkins und Projektingenieur Edward „Bud“ Flesh mit ihrem Team an die Arbeit, die reichlich ambitionierten Forderungen zu erfüllen. Die Triebwerke des Model 36 waren zunächst in den Flügelwurzeln montiert, dann an den Tragflächenspitzen und schließlich im Rumpf. Als einzig passendes Aggregat erwies sich das Westinghouse XJ34. Das Studium von frisch verfügbaren deutschen Unterlagen zur Aerodynamik führte zum Wechsel auf einen schmalen Flügel mit einer Pfeilung von 35 Grad. Ein V-Leitwerk verwarf man nach Versuchen im Windkanal wieder. PER LASTWAGEN NACH MUROC Die XF-88 hatte einen dünnen, gepfeilten Flügel – beeinflusst durch deutsche Versuchsergebnisse. Der endgültige Entwurf wurde am 13. Oktober 1945 beim AMC eingereicht. Insgesamt acht Angebote standen zur Wahl, und nach einer relativ langen Bewertungsphase erhielten McDonnell (XP-88) und Lockheed (XP-90) den Zuschlag für geheime Entwicklungsprogramme. In St. Louis liefen die Arbeiten im April 1946 an, während die offizielle Vertragsunterzeichnung noch bis 13. Juni auf sich warten ließ. Etwa zwei Monate später stand ein 1:1-Modell für die Inspektion bereit. Die Freigabe für den Prototypenbau folgte im Februar 1947. Die erste, nun als XF-88 Voodoo bezeichnete Maschine (Kennung 46-525), rollte am 11. August 1948 aus der Halle des Herstellers am Lambert Field in St. Louis. Nach Funktionstests wurde sie per Lastwagen zur Muroc Air Force Base (heute Edwards AFB) gebracht. Dort startete Robert M. Edholm am 20. Oktober 1948 zum Erstflug, gute sieben Monate vor der konkurrierenden XF- 90. Die Versuche verliefen recht zufriedenstellend, auch wenn die Flugleistungen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 1030 km/h ziemlich enttäuschend ausfielen. Das lag auch daran, dass die Masse des Jägers 16 Prozent über Plan lag. Kleinere Nachbesserungen betrafen Hilfsklappen in den Lufteinläufen und eine Vergrößerung der Querruder für bessere Rollraten. Auch ein Gierdämpfer musste installiert werden. Fotos: McDonnell, USAF, San Diego Air & Space Museum www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2016 83

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG