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FLUG REVUE 05/2017

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Zivilluftfahrt Neue

Zivilluftfahrt Neue 787-Version für 330 Passagiere Dreamliner-Premiere in Charleston Kein Geringerer als der neue Präsident Donald Trump kam zum feierlichen Roll-out der größten Dreamliner-Version, der Boeing 787-10, ins Werk nach North Charleston. S prechchöre mit patriotischen „USA, USA“-Rufen hallten durch den Endmontagetrakt in Charleston, als Präsident Trump in seiner Rede eine Prise Wahlkampf verbreitete: „Amerika zuerst! Kauft amerikanisch und stellt Amerikaner ein!“, versuchte er den Dreamliner sogleich zum Symbol einer wiederbelebten US-Industrie zu machen. Aber gerade der Dreamliner ist auch ein Beispiel, wie die USA von der globalen Zusammenarbeit mit Partnern und vom Welthandel profitieren, hier insbesondere mit Japan und Italien. Ohne die großen Technologiekonzerne in Asien und ihr Know-how in moderner Produktion hätte Boeing seinerzeit den Leichtbau- Dreamliner im hausintern vorgegebenen Kostenrahmen nicht aus revolutionärer Kohlefaser bauen können. Gleichzeitig ist Japan auch größter Abnehmer der Die sich öffnenden Hallentore geben den Blick auf die erste 787-10 frei. 32 FLUG REVUE Mai 2017 www.flugrevue.de

Das neue Boeing-Werk in Charleston ist auf großes Wachstum ausgelegt. neuen Zweistrahler. Alleine ANA hat 83 Dreamliner bestellt, Japan Airlines weitere 45. Die neueste 787-10 ist eine um 5,5 Meter gestreckte 787-9. Sie bietet, bei Zweiklassenbestuhlung, Platz für 330 Passagiere an Bord, hat also 14 Prozent mehr Sitze als die 787-9 und 15 Prozent mehr Frachtraumvolumen als die kleine Schwester. Der Kraftstoffverbrauch soll gegenüber älteren Flugzeugen der gleichen Größe, etwa der Boeing 767-300 und 777-200, um rund 25 Prozent sinken. Selbst gegenüber aktuellen Konkurrenzmustern liege die 787-10 noch um zehn Prozent besser, wirbt Boeing. Damit die gestiegene Leermasse der von 63 auf 68,27 Meter Rumpflänge gestreckten 787-10 kein neues Fahrwerk und keine größeren Modifikationen erfordert, bleibt Boeing bei der gleichen maximalen Startmasse und reduziert dafür die Reichweite. Mit nun 11 910 Kilometern statt 14 140 Kilometern wie bei der 787-9 könne die 787-10 aber immer noch rund 90 Prozent aller weltweit mit Großraumflugzeugen bedienten Routen bedienen, rechnet Boeing vor. 95 Prozent der Teile beider Typen sind baugleich, was die Ersatzteilkosten senkt und die Wartungsausbildung vereinfacht. DER LÄNGSTE DREAMLINER ENTSTEHT NUR IN CHARLESTON Boeing montiert die 787-10 ausschließlich in Charleston, da ihre hier produzierte verlängerte mittlere Rumpfsektion zu lang für den Lufttransport zum anderen 787-Werk in Everett wäre. Mit einem Listenpreis von 306,1 Millionen Dollar übertrifft die Sparmeisterin ihre Schwestern 787-9 (264,4 Mio. Dollar) und 787-8 (224,6 Mio. Dollar) deutlich. „Dieses Flugzeug ist das effizienteste seiner Klasse. Es ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit und Bemühungen unserer Mitarbeiter, Lieferanten und Partner in South Carolina und auf der ganzen Welt“, lobte der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Kevin McAllister. „Wir sind uns sicher, dass unsere Kunden, darunter Erstkunde Singapore Airlines, lieben werden, wie die 787-10 ihre Flotten bereichert. Wir können es gar nicht abwarten, sie starten zu sehen!“ Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatte Boeing den Erstflug der 787- 10 für den 31. März angesetzt. Die erste Auslieferung ist nach der Zulassung 2018 vorgesehen. Bisher wurden 149 feste Aufträge für die größte Dreamliner-Version erteilt. FR SEBASTIAN STEINKE Die verlängerte 787-10 eignet sich vor allem für mittlere Strecken. Weiter ohne Gewerkschaft Die 3000 Boeing-Mitarbeiter im neuen Werk Charleston sprachen sich Mitte Februar in einer Abstimmung gegen die Vertretung durch die Gewerkschaft „International Association of Machinists and Aerospace Workers“ (IAM) aus. Von den 2800 teilnehmenden Wählern lehnten 74 Prozent eine gewerkschaftliche Vertretung ab. Boeing hatte den neuen Standort im strukturschwachen und steuerlich günstigeren amerikanischen Südosten auch wegen seiner geringen Durchdringung mit Gewerkschaften ausgewählt. Der mittlere Stundenlohn liegt hier bei 23 Dollar, in Seattle bei 31 Dollar. Fotos: Boeing www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2017 33

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