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FLUG REVUE 05/2017

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Flugbereitschaft des BMVg Fotos: Stefan Petersen Von STEFAN PETERSEN Wenn der Bundespräsident, die Kanzlerin und ihre Minister sowie andere Volksvertreter auf Reisen gehen, nutzen sie spezielle Flugzeuge: Ausgestattet mit VIP-Einrichtung und mit schwarz-rot-goldenem Zierband sowie dem Schriftzug „Bundesrepublik Deutschland“ versehen, steht für die Beförderung herausgestellter Persönlichkeiten des politisch-parlamentarischen Bereichs die „Weiße Flotte“ der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung parat. Beheimatet auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn, sorgen zwei Langstrecken-A340-300 sowie zwei A319 (ACJ) und vier Bombardier Global 5000 hauptsächlich für kürzere und mittlere Distanzen dafür, dass hochrangige Regierungsvertreter ihre Ziele erreichen. Kurztrips übernehmen drei in Berlin-Tegel stationierte AS532 Cougar von Airbus Helicopters. Auf allen Maschinen prangt das Eiserne Kreuz, denn die Flugbereitschaft, die dieses Jahr ihren 60. Geburtstag feiert, ist ein Lufttransportverband der Luftwaffe. Sie besitzt mit der „Grauen Flotte“ von fünf A310 – einem Passagierjet und vier in der Version MRTT (Multi-Role Transport Tanker) – auch eine Komponente für militärische Aufgaben. Dabei bringen Aufgabenstellung und Typenvielfalt besondere Herausforderungen mit sich. TECHNIKER MIT „FLIGHT KITS“ BEHEBEN STÖRUNGEN VOR ORT „Die Anforderungen an die Verfügbarkeit von Luftfahrzeugen und Crews sind in den vergangenen Jahren ständig gestiegen, während die Vorlaufzeiten für die Flugplanung tendenziell immer geringer wurden“, sagt Oberst Stefan Neumann, Global-5000-Pilot und seit Mai 2014 Kommandeur der Flugbereitschaft. „Das variiert von mehreren Monaten, zum Beispiel bei Staatsbesuchen des Bundespräsidenten, bis zu wenigen Stunden, etwa bei Sondersitzungen des Sicherheitskabinetts.“ Daher stehe auch an Wochenenden und Feiertagen eine Bereitschaft von fliegendem und technischem Personal zur Verfügung. „Fluggesellschaften halten auf ihrem Liniennetz Reparaturkapazitäten vor und können Ausfälle oft mit Ersatzmaschinen kompensieren, aber das ist der Flugbereitschaft mit ihrer Kleinstflotte, die weltweit zu meist wechselnden Zielen unterwegs ist, nicht möglich“, so Neumann. Abhilfe schaffen mitfliegende Techniker und Flight Kits, die je nach Flugzeugmuster und Mission von Betriebsstoffen über Ersatzteile bis zu Spezialwerkzeug vieles beinhalten, um technische Störungen an jedem Ort der Welt beheben zu können. „Wir sind sehr stolz auf unsere extrem geringe Ausfall- 48 FLUG REVUE Mai 2017 www.flugrevue.de

Die A340 wird vor allem für große Delegationen auf der Langstrecke genutzt. Die A319 (ACJ) bietet bis zu 44 Reisenden Platz. Es gibt auch einen VIP-Bereich. Mit der Global 5000 kommt man nonstop fast 9000 Kilometer weit. quote“, sagt der Oberst. Er bedauert, dass sein Verband meist nur ins Rampenlicht rückt, wenn wirklich mal ein Flugzeug liegen bleibt. „Dabei hätte ein ziviler Betreiber auf Flugplätzen ohne eigene Station dieselben Probleme.“ Anforderungsberechtigte für Sonderflüge melden ihren Beförderungsbedarf beim zuständigen Staatssekretär im Verteidigungsministerium an. Sitzt der Mandatsträger erst einmal in einem Jet der „Weißen Flotte“, kann er sich auch in Gegenden sicher fühlen, die gewisse Risiken bergen: Sowohl in den A340- als auch in den A319-Airbussen ist mit dem AN/AAQ-24(V) LAIRCM (Large Aircraft Infrared Countermeasures) von Northrop Grumman ein Selbstschutzsystem für Großflugzeuge gegen tragbare, infrarot-gelenkte Flugkörper eingerüstet, die – durch Terroristen von der Schulter abgeschossen – eine Gefahr bei Start und Landung bilden können. Das System erfasst anfliegende Raketen und DIE AIRBUSSE SIND DURCH DAS LAIRCM-SYSTEM GESCHÜTZT blendet deren Hitzesuchkopf per Infrarot-Laserstrahl, autark und ohne Zutun der Crew. Auch die Global 5000 soll es erhalten. Für die Einsatzplanung und -führung der „Grauen Flotte“ ist seit 2010 das im niederländischen Eindhoven beheimatete European Air Transport Command (EATC) verantwortlich. Ob Transportflug, Luftbetankungsmission oder Evakuierung von Erkrankten und Verwundeten auf große Entfernung (Strategic Air Medical Evacuation) – der Auftrag kommt vom EATC. Für letztere Aufgabe steht eine deutsche A310 MRTT zur Verfügung. „Der MedEvac-Airbus und seine Crew sind 365 Tage rund um die Uhr in Bereitschaft und spätestens 24 Stunden nach Alarmierung gestartet“, so Oberstabsarzt Benedikt Schüller, Fliegerarzt bei der Flugbereitschaft. „Das passiert in der Regel für im Einsatz schwer verletzte oder erkrankte Soldaten, bei denen die Erstversorgung schon vor Ort stattgefunden hat, die dringende Weiterversorgung in Deutschland jedoch zeitkritisch ist.“ Betreut werden Verwundete und Kranke von einer in Zusammensetzung und Stärke auf den jeweiligen Transport abgestimmten Medical Crew. „Die besteht aus Ärzten und Sanitätspersonal unter Leitung eines Fliegerarztes der Luftwaffe in der Funktion als Medical Director, der vom Medical Crew Chief und dem Medical Technician unterstützt www.flugrevue.de FLUG REVUE Mai 2017 49

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