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FLUG REVUE 06/2015

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IATA-Satistik: Wie sicher ist fliegen? Bombardier unter Zeitdruck: Cseries im Flugtest Boeing 747-8: Neue Nachfrage für den Jumbo?

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News ZIVIL- UND MILITÄRLUFTFAHRT Foto: Dassault Aviation/Gosset MODERNISIERUNGSPROGRAMM BEI DASSAULT Indien erhält erste Mirage 2000 I/TI Knapp fünf Jahre nach Auftragserteilung haben Dassault und Thales in Istres die ersten beiden modernisierten Mirage 2000 an Indien übergeben. Der Einsitzer war seit 16. Dezember 2013 im Flugtest, während der Doppelsitzer nach der Umrüstung bereits seit 5. Oktober 2013 wieder flog. Nach den Musterumbauten beim Hersteller sollen die weiteren Arbeiten bei Hindustan Aeronautics in Bangalore durchgeführt werden. Das Programm dürfte sich bis 2021 hinziehen und insgesamt 49 Flugzeuge umfassen. Neben einer Lebensdauerverlängerung um etwa 15 Jahre umfassten die Arbeiten vor allem die Integration eines praktisch komplett neuen Avionik- und Waffensystems. Dazu gehören das RDY-3-Radar, ein neues EloKa- System, Link-16-Datenfunk und Helmvisier (aus Israel). Die Mirage 2000 fliegen bei den Staffeln No. 1 Tigers und No. 7 Battle Axes. Foto: US Navy Sternenkrieger-Lackierung bei ANA Im Stil des Roboters „R2-D2“ aus dem Film „Star Wars“ lackiert die größte japanische Fluggesellschaft, ANA, im Herbst eine Boeing 787-9 aus ihrem Bestand. Fünf Jahre lang soll der ”R2-D2 Jet”, der in Partnerschaft mit Disney und Lucasfilm Ltd. entsteht, auf Transpazifikstrecken für ANA- Flüge nach Japan werben. Am 12. Juni eröffnet ANA mit Houston ihre neueste US-Destination, womit 37 weltweite Ziele angesteuert werden. X-47B schafft Luftbetankung Zum ersten Mal hat ein unbemanntes Fluggerät in der Luft Kraftstoff von einem Tanker aufgenommen. Der Test am 22. April war die letzte geplante Demonstration im X-47B- Programm. Der zweite X-47B-Prototyp übernahm vor der Küste von Maryland und Virginia etwa 1800 kg Kraftstoff von einem K-707-Tanker der Omega Aerial Refueling Services. Der Vorgang erfolgte nach Freigabe durch den Tanker voll autonom. Für die Annäherung und die Ankopplung an den Schlauch nutzte die X-47B dabei ein System, das Differential- GPS-Daten und Bilder eines optischen Sensors verarbeitet. Foto: ANA 14 FLUG REVUE JUNI 2015 www.flugrevue.de

VIP-Interview Generalleutnant Karl Müllner führt die Luftwaffe seit Mai 2012. Er durchlief eine typische Karriere als Kampfflugzeugpilot (Ausbildung auf der F-4F Phantom), mit dem Höhepunkt als Kommodore des Jagdgeschwaders 74. Im Verteidigungsministerium kümmerte er sich um Militärpolitik und Rüstungskontrolle. Wo steht die Luftwaffe in der Umsetzung der Reformprozesse? Sind Anpassungen nötig? Seit 2012 haben wir unsere Organisationsstruktur erheblich optimiert. Stäbe wurden reduziert, taktische Verbände und Einheiten gestärkt. Mit der Aufstellung des Luftfahrtamtes der Bundeswehr konnten zahlreiche bisher durch die Luftwaffe in Pilotfunktion wahrgenommene Aufgaben zentralisiert werden. Dies hat uns weitere Spielräume eröffnet, unsere Führungsorganisation weiter zu verschlanken und zu verbessern. Das wird zum 1. Juli dieses Jahres umgesetzt. Welche Einsatzanforderungen kann die Luftwaffe angesichts der Materialprobleme derzeit überhaupt erfüllen? Die Debatte um die materielle Einsatzbereitschaft der fliegenden Waffen systeme der Bundeswehr hat in der Öffentlichkeit leider ein zu negatives Bild davon gezeichnet, was die Luftwaffe leisten kann und was nicht. Zunächst einmal können wir alle unsere laufenden Einsatzanforderungen erfüllen. Dazu trägt die vorbildliche Motivation und hohe Leistungsbereitschaft aller Angehörigen der Luftwaffe wesentlich bei. Das verdient Anerkennung. Angesichts der sich ändernden sicherheitspolitischen Lage in und um Europa muss jedoch die Frage gestellt werden, ob das reicht, um auf künftige mögliche Herausforderungen angemessen und glaubhaft reagieren zu können. Aus meiner Sicht müssen wir hier besser werden. Die durch die Bundesministerin für Verteidigung eingerichteten Task Forces zur Verbesserung der materiellen Einsatzbereitschaft werden dazu ebenso beitragen wie die mittlerweile durch das Bundeskabinett geplante Erhöhung des Verteidigungsetats. Ich bin daher optimistisch, „Wir müssen Fähigkeitslücken schließen.“ dass wir als Luftwaffe auch künftig unseren geforderten Beitrag zur Sicherheit unseres Landes werden leisten können. Foto: Luftwaffe Wo liegen die Prioritäten bei neuen Beschaffungen? Die Luftwaffe hat mehrere Prioritäten. Dabei geht es zum einen darum, vorhandene benötigte Fähigkeiten auch künftig zu erhalten, zum anderen aber auch darum, vorhandene und absehbare Fähigkeitslücken zu schließen. Zum Fähigkeitserhalt gehören der Ersatz der betagten Transall durch die A400M sowie spätestens im nächsten Jahrzehnt die Ablösung der alternden CH-53-Transporthubschrauber. In der Luftverteidigung brauchen wir ebenfalls in der Mitte des nächsten Jahrzehnts die Ablösung der bisherigen Patriot-Luftabwehrsysteme durch ein neues taktisches Luftverteidigungssystem, das auch zur Raketenabwehr befähigt ist. Wie steht es aus Ihrer Sicht um den Kauf von unbemannten Fluggeräten? Müssen MALEs bewaffnet werden? Im Bereich der Aufklärung gilt es, die nach der Außerdienststellung der Breguet Atlantic im Jahr 2010 und nach dem Stopp des Euro-Hawk-Projektes bestehende Fähigkeitslücke bei der Signalaufklärung zu schließen. Die Erfahrungen aus den Einsätzen haben uns zudem gezeigt, dass wir über unzureichende Fähigkeiten bei der lang andauernden Überwachung in Einsatzgebieten verfügen. Diese Fähigkeitslücke kann nur mit einem ausreichend leistungsfähigen MALE UAV geschlossen werden. Und ja, dieses sollte bewaffnungsfähig sein. Denn ich halte es für eine moralische Pflicht, unseren Soldaten am Boden unmittelbar helfen zu können, wenn sie durch einen Hinterhalt in Not geraten. Wie weit ist die Luftwaffe mit der Übernahme der CH-53 von den Heeresfliegern vorangekommen? Die Übernahme der CH-53 ist weitestgehend abgeschlossen. Die aktuellen Einsatzverpflichtungen, beispielsweise in Afghanistan, können wir in vollem Umfang erfüllen. Nachholbedarf haben wir jedoch bei der aufgabengerechten Ausbildung des Personals, wo sich bereits vor der Übernahme der CH-53 vom Heer ein Stau gebildet hatte. Noch nicht abgeschlossen ist auch die Konzentration der technisch-logistischen Unterstützung in Holzdorf. Die Fragen stellte Karl Schwarz FR Mehr im Internet: Weitere Informationen zu den vielfältigen Aufgaben der Luftwaffe, ihrer Verbände, ihrer Ausrüstung und ihrer aktuellen Einsätze finden Sie auf www.luftwaffe.de. www.flugrevue.de FLUG REVUE JUNI 2015 15

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