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FLUG REVUE 06/2015

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IATA-Satistik: Wie sicher ist fliegen? Bombardier unter Zeitdruck: Cseries im Flugtest Boeing 747-8: Neue Nachfrage für den Jumbo?

Zivilluftfahrt Air

Zivilluftfahrt Air Canada erfolgreich saniert Beförderte Passagiere 34,9 Mio. 35,7 Mio. 38,5 Mio. 2012 2013 2014 Im Netz www.aircanada.com Gewinn $ 84 Mio US$ 10 Mio. US$ 2013 2014 vor KLM, hat gerade einen guten Lauf. „Die vergangenen Jahre waren richtig gut, aber das letzte Jahrzehnt war schwierig“, räumt Benjamin Smith ein. „Für uns war es noch schwieriger als für andere: Toronto war das Epizentrum von SARS in Nordamerika, Mitte des letzten Jahrzehnts haben wir eine volle Restrukturierung vergleichbar dem US- Chapter 11 hinter uns, und dann dauerte es sehr lange, die schwierige Fusion mit Canadian Airlines zu verarbeiten.“ KOSTENSENKENDE EINIGUNG MIT DEN PILOTEN Doch nun steht alles auf Grün: „Wir haben unsere Pensionszahlungen geregelt, unsere Bargeldreserven erhöht, vor allem aber unsere Flotte endlich gezielt modernisiert, unser Produkt verbessert und endlich eine hervorragende Umsteiger-Infrastruktur an den großen Flughäfen geschaffen, dank derer wir nun den US-Markt in einer Weise angreifen können, wie es früher nicht möglich war“, erklärt Smith. „Wir haben große Anstrengungen unternommen, um unsere Airline in ein wesentlich nachhaltigeres Geschäftsmodell zu verwandeln“, betont er. Dabei hat die kanadische Airline etwas erreicht, das etwa der Lufthansa bisher fehlt – ein weitreichendes Abkommen mit ihren Piloten. „Mit denen einen Deal über zehn Jahre zu bekommen, war ein zentraler Punkt unseres ‚Go Forward’-Plans“, sagt Benjamin Smith. Es war eine große Anstrengung, eine gemeinsame Strategie mit den Cockpitbesatzungen festzuklopfen. „Das ist ein riesiger Meilenstein für Air Canada, wir hatten zwei Jahrzehnte lang kein belastbares Abkommen mit den Piloten“, so Smith. „Die genauen Abmachungen sind nicht öffentlich, aber aus finanzieller Perspektive sind wir extrem zufrieden.“ Seit 2013 ist Air Canada wieder profitabel, und Smith ist unbescheiden genug zu verkünden: „Wir haben das beste Produkt in Nordamerika.“ Es ist ein ungleiches Duell zwischen Kanada und dem großen Nachbarn im Süden, den USA. Das fängt schon mit schwierigeren äußeren Bedingungen an: Air Canada – Daten und Fakten IATA-Code: AC ICAO-Code: ACA Eigentümer: ACE Aviation Holdings (11 %), Streubesitz und andere (89 %) Betriebsaufnahme: 1. Januar 1965 (als Air Canada), Vorgänger: 1937 Mitarbeiter: 27 000 Flotte: (März 2015) Embraer 190: 45 Airbus A319: 18 Airbus A320: 42 Airbus A321: 11 Airbus A330-300: 8 Boeing 767-300ER: 20 Boeing 777-200LR: 6 Boeing 777-300ER: 17 Boeing 787-8: 8 Flugzeugbestellungen: Airbus A321: 3 Boeing 737 MAX 8: 33 Boeing 737 MAX 9: 28 Boeing 777-300ER: 2 Boeing 787-8: 7 Boeing 787-9: 22 Drehkreuze: Toronto, Montreal, Calgary, Vancouver Streckennetz: 186 Ziele, 61 davon in Kanada, 50 in den USA und 75 internationale Destinationen, darunter Frankfurt und München in Deutschland 26 FLUG REVUE JUNI 2015

„In den USA ist die Nutzung der Infrastruktur viel billiger, kanadische Flughäfen sind extrem teuer“, erklärt Benjamin Smith. „Wir haben Gesamtkosten von 13 Milliarden Dollar pro Jahr. Wenn wir in den USA ansässig wären, dann wäre es eine Milliarde billiger.“ NEUE PLÄNE FÜR EUROPA-FLÜGE Und natürlich ist Kanada geografisch und demografisch im Nachteil. „Wir haben gerade mal die Bevölkerung von Kalifornien, aber diese 33 Millionen Kanadier sind sehr weiträumig verteilt“, sagt der leitende Manager. Daher ist Erfolg im US-Markt für seine Firma entscheidend. Möglich wird das durch ein Open- Sky-Abkommen mit dem Nachbarn, das den Kanadiern unbegrenzten Zugang gewährt. „Wir sind der größte ausländische Carrier in den USA und fliegen 50 Ziele dort an“, bestätigt Air-Canada- Vorstandschef Calin Rovinescu. „Wir befördern viel Verkehr von sekundären US-Städten wie Pittsburgh, Boston oder Cleveland, die keine eigenen Direktdienste haben, via Toronto oder Vancouver zu interkontinentalen Zielen.“ Und: „Das sind fantastische Märkte für uns, aber auch Los Angeles zum Beispiel.“ Toronto ist nach Air Canadas Strategie vor allem ein Drehkreuz für Asienflüge von vielen US-Städten aus und kann dabei auf geringere Reisezeiten verweisen, als sie bei Umsteigeverbindungen via Chicago, New York-JFK, Newark oder Atlanta üblich sind. Auch für Europäer sind Flüge via Kanada oft die schnellere Lösung. „Der Transfer ist reibungslos, ohne das Abholen des Gepäcks beim Umsteigen, wie es in den USA verlangt wird. Unsere Mindestumsteigezeit zwischen Europa und US-Zielen sind 80 Minuten“, ergänzt Benjamin Smith. Mit einem Viertel aller Flüge und 20 Prozent des Umsatzes ist der USA-Verkehr für Air Canada bisher schon ein be- Air Canada ist Marktführer im Inland. Im Hintergrund rollt ein Flugzeug ihrer Niedrigpreistochter Rouge (Rot) zum Start. Landeanflug eines Airbus A330 in Frankfurt. Dank der Star Alliance ist Air Canada in Europa gut vernetzt. Dieser A319-Retrojet trägt die historischen Farben von Air-Canada-Vorläufer TCA. Fotos: Kawin Kowsari/AirTeamImages, Mathieu Pouliot/AirTeamImages, Spaeth, Flink www.flugrevue.de FLUG REVUE JUNI 2015 27

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