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FLUG REVUE 06/2015

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IATA-Satistik: Wie sicher ist fliegen? Bombardier unter Zeitdruck: Cseries im Flugtest Boeing 747-8: Neue Nachfrage für den Jumbo?

Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Lockheed Martin U-2S Die Druckbelüftung des Cockpits wurde 2013 verbessert. Lange Missionen im Raumanzug sind für die Piloten strapaziös. Dank ihres F118-Triebwerks hat die U-2S sehr gute Start- und Steigleistungen. Die U-2-Verbände der USAF Dem 9th Reconnaissance Wing unterstehen die 1st und 99th Reconnaissance Squadron in Beale AFB. Dazu kommen Expeditionary Reconnaissance Squadrons (ERS) in Akrotiri (ganz links), Osan (5th ERS) und Al Dhafra (99th ERS), die je nach Bedarf Flugzeuge zugewiesen bekommen. Flugstunde in der U-2 ist dafür mit etwa 30 000 Dollar (27 950 Euro) zu teuer. Nach sechs Wochen beginnt dann die Theorieschulung für die U-2, für die ein Monat angesetzt ist. Für die fliegerische Basisausbildung auf der Dragon Lady sind mindestens sechs Flüge im Doppelsitzer vorgesehen. Dabei geht es vor allem um das Handling in der Platzrunde und Landungen sowie um die Reaktion auf Notfälle, bevor der erste Alleinflug genehmigt wird. „Der anschließende Flug ist dein erster Höhenflug“, sagt Major Brent. „Hier ist wieder ein Fluglehrer dabei. Es gilt, mehrere Flugszenarien abzuarbeiten, wozu einige weitere Flüge notwendig sind. Den Abschluss bildet ein Checkflug.“ Auf diesen Grundlagen baut die Missionsausbildung auf, bei der es darum geht, mit der U-2S die unterschiedlichen Aufträge zu erfüllen. Die Flüge werden schrittweise auf bis zu neun Stunden verlängert, damit sich die Piloten weiter an den Raumanzug gewöhnen. „Der finale Test ist ein Briefing mit allen U-2-Piloten, in dem verschiedene Einsatzszenarien präsentiert, taktische Entscheidungen überprüft und ganz generell die überlegte Einschätzung von Situationen verlangt werden“, erläutert Major Brent. Nach etwa 40 Flugstunden in der U-2 wechseln die Piloten dann zur 99th Reconnaissance Squadron, dem ebenfalls in Beale beheimateten Einsatzverband, der Teil des 9th Reconnaissance Wing ist. Die Einsätze werden allerdings von vorgeschobenen Basen aus geflogen, wie RAF Akrotiri (1st Expeditionary Reconnaissance Squadron), Osan in Südkorea (5th RS „Black Cats“) und Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten (99th ERS). Insgesamt 27 U-2S und fünf TU-2S stehen für die Aufklärungs- und Trainingsaufgaben bereit. Die meisten wurden in den 1980er Jahren gebaut. Im Fotos: Lockheed Martin, USAF, Dr. Séan Wilson 50 FLUG REVUE JUNI 2015 www.flugrevue.de

Bei Bedarf wird auf dem Rumpf eine große Datenlink-Antenne montiert. Schnitt sind sie 17 000 Stunden geflogen, die Höchstzahl liegt bei 30 000 Stunden. Dies lässt noch viel Spielraum, denn Tests haben gezeigt, dass die Zelle für 75 000 Flugstunden gut sein sollte. Alle sechs Jahre oder 4000 Stunden durchlaufen die Maschinen eine Grundüberholung bei Lockheed Martin in Palmdale, die etwa 15 000 Mannstunden erfordert. Im Laufe ihrer Dienstzeit wurde die U-2S aber nicht nur gewartet, sondern immer wieder auch modernisiert, wie 2003 mit dem Einbau von Bildschirmen im Cockpit. Die letzte große Maßnahme war das von September 2012 bis Juni 2013 durchgeführte CARE-Programm (Cockpit Altitude Reduction Effort). Mit ihm wurde ein Problem behoben, das sich erst mit den längeren Einsatzflügen nach dem Jahr 2000 gezeigt hatte: Die Piloten klagten vermehrt über schwere Symptome der Dekompressionskrankheit. Obwohl vor dem Start mit der U-2 schon immer eine Stunde lang reiner Sauerstoff geatmet wird, traten wohl Stickstoffbläschen im Blut und im Gewebe auf. Für die Inübunghaltung stehen in Beale T-38-Trainer zur Verfügung. Die Cockpitsektion der U-2S wurde deshalb verstärkt, Ventile ausgetauscht und die Programmierung der Druckbelüftung geändert. Der Cockpitdruck kann so von 3,88 psi auf 7,65 psi fast verdoppelt werden, was die äquivalente Flughöhe von 8900 auf 4500 Meter senkt. „Die CARE-Modifikation war eine der wichtigsten Verbesserungen. Obwohl es nicht nach viel klingt, merkt man gegen Ende einer Mission den Unterschied. Man fühlt sich weniger ermüdet und erholt sich schneller von den Strapazen“, sagt Major Brent. FR Das Cockpit der U-2S ist mit großen Farbbildschirmen auf dem neuesten Stand der Technik. FLUG REVUE JUNI 2015 51

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