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FLUG REVUE 06/2016

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Zivilluftfahrt Singapore

Zivilluftfahrt Singapore Airlines Die 29 für Regionalstrecken geleasten Airbus A330 werden ab 2018 durch 30 schon bestellte Boeing 787-10 ersetzt. Ausschließlich Dreamliner setzt die SIA-Tochter Scoot ein – hier auf der Strecke nach Hongkong. Joint Venture von SIA und Lufthansa auf Strecken zwischen Asien und Europa eine wichtige Rolle. „Das macht Düsseldorf als Ziel sehr viel effizienter, da können wir unsere Passagiere an das Lufthansa-Europanetz anbinden“, freut sich Goh, „und wir können die Größe und Technologie der A350 nutzen, um Ziele zu bedienen, die in der Vergangenheit nicht denkbar gewesen wären.“ GEPLANTE RÜCKKEHR AUF DIE ULTRALANGSTRECKE Die 253 Sitze der A350 (42 in der Business Class, 24 in der Premium Economy und 187 in der Economy) bieten nahezu das perfekte Volumen, um neue Routen abseits der Rennstrecken zu eröffnen oder die Frequenzen mit Zusatzflügen zu bestehenden Zielen aufzustocken. Die erste Langstrecke für den Neuzugang der SIA-Flotte führt seit dem 9. Mai nach Amsterdam, bislang beflogen mit einer Boeing 777-300ER. SIA ist der größte Kunde mit 67 festen Orders für die Basisversion A350-900. Interessanterweise wird die Gesellschaft die A350 auf allen Arten von Routen einsetzen, von Regionalstrecken innerhalb Asiens über Langstrecken bis hin zu ultralangen Routen. SIA ist auch der Erstkunde für eine ganz neue Version, die A350- 900ULR. „Strategisch ist die ULR für uns sehr wichtig, weil die USA ein derart bedeutender Markt sind. Wir planen, 2018 wieder Nonstop-Dienste von Singapur nach New York, Los Angeles und einer weiteren Stadt einzuführen“, sagt Goh. SIA hatte die 18 Stunden und länger dauernden Nonstop-Flüge vom Changi Airport nach Newark sowie die etwas kürzere Route nach Los Angeles 2013 eingestellt. Die Kerosinpreise waren zu hoch und die dafür eingesetzten vierstrahligen A340-500 daher so teuer, dass die Route nicht kostendeckend betrieben werden konnte. Und Goh stellt gleich klar: „SIA würde nie irgendwohin nur aus Prestigegründen fliegen, etwa um die längste Flugroute der Welt zu haben. Es muss immer kommerziell sinnvoll sein. Mit der A350-900ULR wäre die Nonstop-Route in die USA auch bei höheren Kerosinpreisen derzeit wirtschaftlich zu betreiben.“ Die A350-900 wird neben der gegenwärtigen Langstrecken-Basisversion mit 253 Sitzen gleich in zwei weiteren Versionen in die SIA-Flotte integriert. „Es ist klar, dass die ULR weniger Sitze haben wird als die reguläre Version, und dann wird es auch noch die Regionalversion mit mehr Plätzen geben“, so Goh. Interessanterweise kann die ULR-Version problemlos wieder in die -900er-Basisversion zurückverwandelt werden, indem einfach ein Teil der Tankkapazität stillgelegt wird. Anders als andere Ultralangstrecken-Flugzeuge verfügt die A350-900ULR nicht über größere oder zusätzliche Tanks, vielmehr nutzt sie Fotos: Spaeth (3), Airbus, Colin Parker/ AirTeamImages Die neuen Sitze der Premium Economy Class an Bord der A350 haben breitere Armlehnen und Liegepolster. Der A350-Konstrukteur und heutige Chef aller Programme, Didier Evrard, an Bord mit SIA-Chef Goh Choon Phong. 26 FLUG REVUE JUNI 2016 www.flugrevue.de

einfach die vorhandenen Kapazitäten bis zum Maximum aus. Aber das liegt alles noch recht weit in der Zukunft, aktuell hat die Einführung der A350 Priorität. Sie wird bis zu 25 Boeing 777-200 und -200ER und 29 A330-300 ersetzen, von denen die A330 alle geleast sind. „Gegenwärtig haben wir etwa 40 Piloten, die qualifiziert sind, die A350 zu fliegen – alle umgeschult von der A330 dank des gleichen Type Ratings“, erklärt SIA-A350-Chefpilot Paul Ho. „Am Ende des Jahres, wenn wir elf A350 bekommen haben, werden wir über etwa 100 Piloten verfügen“, so Ho. Das Kabinenprodukt entspricht den jüngsten Boeing 777-300ER von SIA, die auch täglich Frankfurt bedienen, mit kleinen Verbesserungen. Als Erfolg für SIA erwiesen hat sich die neue Premium Economy Class bei einer Reduzierung der Sitzanzahl in der Economy Class. Faktisch bedeutet dies, dass die Asiaten das billigste Marktsegment zunehmend den Golf-Gesellschaften überlassen. „Wir reagieren darauf, was uns unsere Kunden sagen“, kommentiert der CEO. SIAs Premium Economy, ausgestattet mit Sitzen des deutschen Herstellers ZIM, der auch die Premium-Economy- Sitze für Lufthansa liefert, mutet recht luxuriös an und punktet mit einem Sitzabstand von 96,5 Zentimetern sowie Champagner als Teil des Bordservices. MIT DER GROSSEN 777 INS WINZIGE WELLINGTON Bei der Landung in Singapur wurde der Auslieferungsflug aus Toulouse mit Wassersalut begrüßt. A350-Testflugzeuge von Airbus gastierten hier bereits. Von entscheidender Bedeutung gerade für SIA als Erstkunden ist seit der Einführung 2007 die A380. „Wir haben derzeit 19; neun davon sind geleast. Wir bekommen ab der zweiten Jahreshälfte 2017 die ersten von fünf weiteren neuen A380“, erklärt Goh. „Wir haben noch nicht endgültig entschieden, ob wir dafür fünf ältere abgeben oder die Gesamtflotte der A380 vergrößern.“ Klar ist aber, dass die nächsten SIA- A380 über völlig neue First- und Business-Class-Kabinen verfügen werden. „Das wird noch großartiger als unsere bisherigen Produkte“, rührt der CEO die Werbetrommel. Ab 2018 erhält SIA ihre ersten Boeing 787, nachdem alle zuvor bestellten an Scoot geliefert wurden. Insgesamt 30 Boeing 787-10 hat SIA bestellt. „Sie sind etwas größer als die A350 und werden auf regionalen Strecken die 29 Airbus A330 ersetzen. Die sind alle geleast, die geben wir dann zurück“, so Goh. „Die Kombination aus Flug zeugleasing und Flugzeugkauf ermöglicht uns, flexibel auf die Marktlage zu reagieren.“ Neben der Düsseldorf-Strecke startet SIA in diesem Jahr ab Ende September noch eine interessante Route, den sogenannten „Canberra Express“. Er wird Singapur via der australischen Hauptstadt Canberra (südlich von Sydney gelegen) mit der neuseeländischen Kapitale Wellington verbinden. „Wir glauben, das ist sehr lohnend“, sagt Goh Choon Phong. „Deswegen machen wir das. Das ist von Bedeutung für beide Städte und WILLKOMMEN IN SINGAPUR, AIRBUS A350! aufregend für uns als Airline, weil das die erste echte internationale Anbindung für beide Hauptstädte sein wird.“ Geflogen wird mit einer Boeing 777- 200 viermal wöchentlich auf der Route Singapur-Canberra-Wellington und zurück. Die Bahn in Wellington ist so kurz, dass hier normalerweise nur Flugzeuge der Größenordnung A320/Boeing 737 landen. Dank der kurzen Flugdistanz von rund 2300 Kilometern gebe es keine Beschränkungen bei der Nutzlast der Boeing 777 von und nach Wellington, versichert Goh Choon Phong. Dabei schimmert wieder die Fähigkeit von SIA durch, schwierige Umstände geschickt zu nutzen. FR www.flugrevue.de FLUG REVUE JUNI 2016 27

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