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FLUG REVUE 06/2016

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Wirtschaft FIDAE

Wirtschaft FIDAE 2016 in Santiago de Chile Airbus brachte diesmal den Langstreckenjet A350 XWB zur FIDAE. Hoffnung auf bessere Zeiten Nach dem Auftritt der A380 vor zwei Jahren schickte Airbus diesmal das allerneueste Mitglied der Flotte, den Airbus A350 XWB, zur FIDAE nach Chile. Der europäische Flugzeughersteller erhofft sich nach der Bestellung von 27 der Langstrecken- Großraumflugzeuge durch die LATAM Airlines Group weitere Aufträge aus der Region. Die Fluggesellschaft ist aus einem Zusammenschluss der brasilianischen TAM mit der chilenischen LAN Airlines im Jahr 2012 entstanden. LA- TAM Airlines Group nahm im Januar 2016 ihre erste A350 XWB auf der Strecke zwischen São Paulo und Manaus in Betrieb. Die Fluglinie ist die erste in Lateinamerika und die vierte weltweit, die die A350 zur Flotte zählen kann. Avianca, die größte Airline Kolumbiens, hat unterdessen im vergangenen Jahr 100 Flugzeuge des Typs A320neo bestellt. Dies war der bisher größte Auftrag aus der Region für Airbus, und die 58 im Jahr 2015 nach Lateinamerika gelieferten Flugzeuge stellen ebenfalls einen neuen Rekord dar. Bis 2034 sieht Airbus in Lateinamerika Absatzmöglichkeiten für 2540 Airliner, darunter knapp 2000 Standardrumpfmaschinen. Auch Boeing zählt auf das Potenzial der Region. Der US-amerikanische Hersteller, der diesmal keinen Verkehrsjet Die FIDAE hat sich als führende Luftfahrtmesse in Südamerika etabliert. Wirtschaftliche Probleme in diversen Ländern machen Geschäfte in der Region derzeit aber schwierig. nach Santiago de Chile gebracht hatte, geht davon aus, dass lateinamerikanische Fluggesellschaften in den nächsten 20 Jahren über 3000 neue Flugzeuge benötigen werden. Embraer schließlich prognostiziert für diesen Zeitraum Absatzchancen für 720 Flugzeuge in der Klasse von 70 bis 130 Sitzen. DORNIER 228 AUF SÜDAMERIKATOUR All das klingt gut, doch derzeit haben viele Fluggesellschaften in der Region mit den Auswirkungen von Wirtschaftskrisen wie in Brasilien zu kämpfen. Entsprechend wurden rigoros Kapazitäten gekappt und Auslieferungen verschoben. Gol aus Brasilien nimmt als Extrembeispiel in diesem und im nächsten Jahr nur eine statt 15 Boeing 737-800 ab. Die aktuellen Probleme schrecken Firmen wie die RUAG aber nicht ab. Ein Verkaufsteam des Schweizer Technologiekonzerns war im März mit seiner Dornier 228 auf großer Südamerikatour von Mexiko über Panama, Ecuador, Chile, Argentinien und Brasilien und nutzte natürlich auch die Zeit auf der FIDAE, um potenziellen Kunden sein zweimotoriges Mehrzweckflugzeug mit STOL- Eigenschaften vorzustellen. Neue Orders sind gefragt, nachdem Venezuela offenbar nicht in der Lage ist, einen Großteil seiner im Dezember 2013 bestellten zehn 228 NG zu bezahlen. Auch die Marketing-Manager von Militärflugzeugen haben in Südamerika derzeit wenig Freude. Mit Ausnahme vielleicht von Peru, das zuletzt neue Trainer (KAI KT-1P) und Transporter (C-27J Spartan) kaufte, erlauben die engen Staatshaushalte keine großen Einkaufstouren. Brasilien ist sogar gezwungen, laufende Programme zu strecken, wie bei der Beschaffung der Airbus Helicopters H225M Caracal. Dies führte auch zu 200 Entlassungen bei Helibras. Davon unberührt zeigte die US Air Force wieder Flagge und ließ zum zweiten Mal zwei Lockheed Martin F-22 Raptor einfliegen. Mit den täglichen Demonstrationsflügen begeisterte das F-22-Demo-Team die zahlreichen Aussteller und Messebesucher während der sechs Messetage, von denen zwei für das allgemeine Publikum bestimmt waren. 36 FLUG REVUE JUNI 2016 www.flugrevue.de

KAI KT-1P und Textron Scorpion im Static Display (von vorn). Die US Air Force zeigte mit der F-22 Raptor erneut Flagge. Peru hat vier C-27J bestellt und will weitere abnehmen. Fernando Silva de la Harpe, Chief Executive Officer der FIDAE, war trotz der widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zufrieden. Immerhin 570 Aussteller aus 46 Ländern nahmen an der Messe auf dem Arturo Merino Benitez International Airport teil. Entsprechend ihrem Konzept deckt die FIDAE verschiedene Segmente von Zivil- und Militärluftfahrt, der Verteidigungssparte und Ausrüstung bis hin zu Dienstleistungen, Innerer Sicherheit, Flugzeugwartung und Raumfahrttechnik ab. Zu den Neuheiten der Messe zählte auch ein speziell eingerichteter Bereich für unbemannte Fluggeräte, in der nationale und internationale Aussteller ihre UAVs der Öffentlichkeit vorstellen konnten. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Fotografie- und Filmarbeiten bis zu Logistik und Landwirtschaft. 125 Flugzeuge wurden im diesjährigen Static Display ausgestellt. Der Hauptorganisator der Messe, die chilenische Luftwaffe (FACh) zeigte ihren KC- 135 Tanker, eine Boeing 707, das im Land entwickelte Trainingsflugzeug T-35 Pillán sowie die beiden Kampfflugzeuge F-5 Tigre III und F-16 Fighting Falcon. Die chilenische Kunstflugstaffel Halcones bekam mit den Kunstflugteams Hangar del Cielo und der Esquadrilha da Fumaça Besuch aus Argentinien und Brasilien. Insgesamt wurden vom 29. März bis zum 3. April 110 000 Besucher auf der FIDAE gezählt. An sie verteilte die FLUG REVUE zum siebten Mal das täglich frisch gedruckte offizielle Flugprogramm. Wie auf der ILA in Berlin, der Singapore Airshow und der Paris Airshow konnten Delegationen, Fachbesucher und das allgemeine Publikum ihren Messebesuch effizient planen. FR BENJAMIN ALVAREZ GRUBER / KS Das Ausstellungsgelände liegt am Nordende des internationalen Flughafens von Santiago de Chile. Fotos: GraphicLab Chile, Airbus (2), FIDAE (2) www.flugrevue.de FLUG REVUE JUNI 2016 37

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