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FLUG REVUE 07/2015

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Paris Air Show: Alles zur wichtigsten Luftfahrtmesse des Jahres Regierungsjets: So reisen die Mächtigen Gemanwings-Absturz: Neue Erkenntnise aus der Auswertung des Flugdatenrekprders

Zivilluftfahrt easyJet

Zivilluftfahrt easyJet übernimmt ihr 250. Flugzeug Ein komplett ausgerüsteter Rumpf wird auf die „Hochzeit“ mit seinem Flügel vorbereitet. bestellung von easyJet für die A319, die in der damals neuen Konfiguration dank doppelter Notausgänge über dem Flügel erstmals 156 Fluggäste befördern durfte und der A319 damit endgültig zum Durchbruch verhalf. Heute bevorzugt easyJet die größere A320, die derzeit 180 und ab den Auslieferungen im Mai 2016 186 Passagiere bei easyJet befördern kann. Während der Sitzabstand dank dünnerer Rückenlehnen nicht abnimmt, gewinnt man den erforderlichen Raum durch eine Umgestaltung des Kabinenhecks. Hier gruppiert Airbus im Rahmen der „Space Flex“-Option künftig die Küchenzeile und zwei Toiletten so um, dass alle drei Elemente nebeneinander an die Kabinenrückwand direkt vor dem Druckschott passen. An den hinteren Kabinentüren stehen dann keine „Monumente“ mehr, so der Fachbegriff, so dass dort eine weitere Sitzreihe installiert werden kann. „Wir haben Leichtbau-Sitze, extraleichte Teppiche in der Kabine und Leichtbau-Servierwagen“, berichtet easyJet-Chefin McCall über ihre maßgeschneiderten Einbauten. „Wir machen alles anders: Wir fliegen jüngere Flugzeuge mit einer höheren Nutzungsdauer pro Tag, lassen diese treibstoffsparend einmotorig am Boden rollen und haben durchgehend schlanke Prozesse bis hin zur Unternehmenskultur. Keiner bei uns stellt das Low-Cost-Modell in Frage. Deshalb ist es für die Legacy-Airlines (klassische Linienfluggesellschaften – Anm. d. Red.) so schwer, uns zu kopieren“, sagt die in Indien geborene Britin. „Nur wir als Low-Cost-Airline haben die Freiheit, das komplette Niedrigpreismodell umzusetzen. Und das muss man von Anfang an so machen. Die Passagiere wollen keine Lounge, denn die haben ja gar keine Zeit.“ Dagegen honorierten die Passagiere eine junge Flotte durchaus, sagt die Airline-Chefin. Zum schlanken Modell von easyJet gehört, dass die Airline seit Jahren ihre Airbus-Flugzeugübernahmen mit allen Abnahmekontrollen an den Hersteller Airbus ausgelagert hat, so dass man keine eigene Abnahmemannschaft braucht. Bisher bewähre sich dieser Vertrauens- Die jüngste A321 für VietJetAir startet von Finkenwerder zum Überführungsflug nach Vietnam. Übergabe des 9000. Airbus Ende März in Hamburg. 26 FLUG REVUE JULI 2015 www.flugrevue.de

Auch in Toulouse und Tianjin (Foto) baut Airbus die A320. Gerade entsteht noch ein Werk in Alabama. Klaus Röwe will die große Nachfrage mit erhöhten Produktionsraten bedienen. „WIR SIND AUSVERKAUFT UND ERWÄGEN PRODUKTIONSRATEN VON ÜBER 60 PRO MONAT“ Klaus Röwe, Airbus beweis gut, sagt easyJet. Bei Airbus heißt es, man sei eher pingeliger, wenn man technische Abnahmen im Auftrag eines Kunden durchführe und verlange mehr technische Nacharbeiten, als sie ein typischer Kunde selbst reklamiere. „easyJet ist zwar sehr schlank aufgestellt, aber sie hat Ansprüche wie eine ganz große Firma“, sagt auch CFM-Präsident und -Vorstandschef Jean-Paul Ebanga in Hamburg. Die Briten seien heute schon der weltgrößte Betreiber seines Triebwerks CFM56-5B. Schon denkt easyJet über größere Airbus-Muster nach: „Wir erwägen derzeit auch die Beschaffung von Airbus A321“, offenbart Carolyn McCall erstmals auf Nachfrage der FLUG REVUE. „Aber die Diskussion darüber ist vertraulich.“ KEINE LANGSTRECKENPLÄNE WIE BEI RYANAIR Dagegen schließt sie eigene Langstreckenflüge oder die Beschaffung von Großraumflugzeugen derzeit aus. „Wir sehen Langstreckenflüge nicht als unser kommendes Geschäftsmodell, die Kurzund Mittelstrecke ist viel weniger risikobehaftet.“ Etwaige Kapazitätsprobleme befürchtet die Airline-Chefin für ihren Heimatmarkt London übrigens nicht. Der Flughafen Gatwick, wo sie 60 Flugzeuge stationiert hat, sei für Kurzstrecken gut ausgebaut, und die Nachbarstandorte Stansted und Luton könnten kapazitätsseitig noch auf das Doppelte wachsen, sagt McCall. Im Europaverkehr hilft easyJet ihre junge Flotte mit Hamburger Airbus-Mitarbeiter bildeten zum easyJet-Abschied die Zahl „250“. Fotos: Airbus (3), Steinke (3) www.flugrevue.de FLUG REVUE JULI 2015 27

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