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FLUG REVUE 07/2015

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Paris Air Show: Alles zur wichtigsten Luftfahrtmesse des Jahres Regierungsjets: So reisen die Mächtigen Gemanwings-Absturz: Neue Erkenntnise aus der Auswertung des Flugdatenrekprders

Paris Air Show-Extra

Paris Air Show-Extra Dassault Rafale Deshalb wird die Beschaffung nun breiter gestreut, man wendet sich auch an Russland. Die Verhandlungen mit Ägypten dauerten angeblich nur wenige Monate, was in diesem Geschäft schon rekordverdächtig ist. Rekordverdächtig, aber auf eine andere Art, sind auch die Verhandlungen mit Indien, die sich seit der Auswahl der Rafale im Januar 2012 hinziehen. Auch hier gab es zuletzt gute Neuigkeiten. Bei einem Besuch in Paris am 10. April sagte der neue Premierminister Narendra Modi, dass wegen der „kritischen operationellen Notwendigkeit“ nun 36 Rafales aus französischer Produktion „so schnell wie möglich“ beschafft werden sollten. Dazu verständigte sich Modi mit Präsident François Hollande, ein Regierungsabkommen für die Lieferung der Flugzeuge zu schließen, das bessere Bedingungen und Preise enthalten solle als der laufende Beschaffungsprozess im Rahmen des MMRCA-Programms. Die Verhandlungen zu dem Regierungsabkommen stehen zwar noch aus, doch die Chancen, dass der Deal im Wert von rund fünf Milliarden Euro für indische Verhältnisse zügig abgeschlossen wird, sind gut. Es geht wohl darum, mit den Lieferungen in etwa zwei Jahren zu beginnen. Was darüber hinaus passiert, ist vorerst unklar. Jedenfalls scheint das Verteidigungsministerium in Neu- Delhi unter Manohar Parrikar wenig daran interessiert, den MMRCA-Beschaffungsprozess für 126 Rafales, von denen 108 in Lizenz gebaut werden sollten, fortzuführen. Weitere Käufe könnten daher ebenfalls über Regierungsverträge abgewickelt werden. Aspekte wie Technologietransfer und Arbeitspakete für indische Firmen, auch außerhalb von Hindustan Aeronautics, ließen sich dann flexibler handhaben. Im Gespräch war zuletzt die Gründung einer Gemeinschaftsfirma von Dassault und HAL oder einem anderen indischen Unternehmen. Nach den Enttäuschungen der letzten Jahre, als sich Länder wie Marokko, Südkorea, die Schweiz oder Brasili- Dassault muss die Fertigung von derzeit elf Flugzeugen im Jahr deutlich steigern. Fotos: Armée de l‘Air/Maucorps, Dassault Aviation, Henri-Pierre Grolleau Die Rafale kann auf ihre Einsatzerfahrung in Afghanistan, Libyen oder über Mali verweisen. 46 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2015 www.flugrevue.de

Die Rafale M war im Frühjahr über dem Irak im Einsatz. Die Flugzeuge sind auf dem F3-Standard. en letztlich für Konkurrenzmuster entschieden, hat die Rafale also doch noch den internationalen Durchbruch geschafft, an dem manche schon gezweifelt hatten. Die Aufträge kommen gerade rechtzeitig für Dassault und die gesamte französische Luftfahrtindustrie, aber auch für das Verteidigungsministerium in Paris. Nicht umsonst hat sich Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian besonders für die Exportkampagnen starkgemacht. Er kann nun Liefer positionen abgeben (sechs allein in diesem Jahr) und so Ausgaben in die Zukunft verlagern. Derzeit ist das Budget nämlich dermaßen strapaziert, dass man schon Notmaßnahmen wie den Verkauf von Funkfrequenzen oder das Leasing von Transportflugzeugen (A400M) und selbst Fregatten ins Auge fasste. Die nun länger gesicherte Produktion der Rafale und die breitere Nutzerbasis sind auch vorteilhaft für die künftige Entwicklung, um das Muster langfristig attraktiv zu halten. Dabei bietet die Rafale schon heute umfassende Fähigkeiten sowohl im Luftkampf als auch bei Angriffen auf Bodenziele – Fähigkeiten, die die Armée de l´Air und die Aéronavale in den letzten Jahren bei Einsätzen in Afghanistan (ab 2007), in Libyen (2011), in Mali und der Zentralafrikanischen Republik unter Beweis gestellt hat. Seit September 2014 sind Rafales der Armée de l´Air auch im Irak beim Kampf gegen ISIS im Einsatz. Die Rafales M der Aéronavale flogen ihren ersten Einsatz gegen ISIS am 25. Februar von der „Charles de Gaulle“ aus, die acht Wochen im Golf kreuzte. Der derzeitige Ausrüstungsstandard umfasst das Thales- Radar RBE2, das als erstes in Europa über eine Antenne mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung verfügt. Eingebaut werden auch das Lenkwaffenwarnsystem DDG NG der neuen Generation und ein verbessertes FSO-IT (Infrarot- und TV-Sensoren vor dem Cockpit für passive Zielsuche).Darauf aufbauend wird derzeit der sogenannte Standard F3R entwickelt, der ab 2018 eingeführt werden EXPORTAUFTRÄGE BRINGEN ENTLASTUNG FÜR HAUSHALT soll. Mehr als 500 Versuchsflüge sind für die Erprobung angesetzt. Dafür stehen momentan ein Rafale-Doppelsitzer (B301) und seit September 2014 auch ein Einsitzer (C101) zur Verfügung. Eine der ersten Aufgaben war es, die Integration der MBDA Meteor voranzutreiben. Nach den 2012 und 2013 durchgeführten Abwurfversuchen von den hinteren Rumpfstationen gilt es, die speziellen Radarbetriebsarten und Datenlinkverfahren für diese Luft-Luft-Lenkwaffe hoher Reichweite zu entwickeln. Der erste gelenkte Schuss einer Meteor von der Rafale fand am 28. April über dem Testgelände bei Biscarosse statt. Die Meteor ergänzt die Luft-Luft-Lenkwaffen Mica IR/EM. Auch die Luft-Boden-Bewaffnung der Rafale wird erweitert. Es geht hier um die Integration der 450 Kilogramm schweren GBU-16 Paveway II. Die Paveway-Varianten GBU- 12, GBU-22 und GBU-24 gehören bereits zum Arsenal, so dass man mit drei Versuchsflügen für die Integration auskommen will. Noch einfacher wird die Prüfung der SBU-54, www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2015 47

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