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FLUG REVUE 07/2015

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Paris Air Show: Alles zur wichtigsten Luftfahrtmesse des Jahres Regierungsjets: So reisen die Mächtigen Gemanwings-Absturz: Neue Erkenntnise aus der Auswertung des Flugdatenrekprders

Paris Air Show-Extra

Paris Air Show-Extra Boeing modernisiert die 737-Produktion schärft werden. So liefert das Boeing- Werk in Auburn die hydraulischen Fahrwerksleitungen und Pumpen heute schon als weitgehend vorbereiteten Montagesatz an. Früher mussten die komplizierten Hydraulikleitungen in den engen Fahrwerksschächten der 737 zusammengesetzt werden. Zu den grundsätzlichen Neuerungen gehört auch, dass Boeing die Ingenieure aus einem separaten Verwaltungshochhaus in Renton direkt in neu gebaute, verglaste Büros mit Blick in die Produktionshalle geholt hat. Heute kennen sich Ingenieure und Vorarbeiter mit Vornamen und sehen sofort, wenn es irgendwo klemmt. ROBOTER BAUEN DEN 737-FLÜGEL Boeings ganzer Stolz steht aber in der Nachbarhalle: die neue, vollautomatische „PAL“ (Panel Assembly Line). Hier werden künftig 737-Flügelbeplankungen und -Strukturteile von Industrierobotern lasergesteuert zusammengebaut und mit Stringern versehen. Wie ein Portalkran fahren die sechs Meter hohen Roboter, deren Arbeitspositionen über die gesamte Hallenfläche verteilt sind, über das auf dem Hallenboden vor ihnen befestigte Werkstück. Bohren, den Bohrstaub absaugen, Niet setzen, „gegenhalten“ und mit Lack versiegeln. Acht riesige Produktion in Renton Das Boeing-Werk in Renton will auch in den nächsten Jahren die monatliche Produktionsrate der Boeing 737 erhöhen. Jahr Rate 2003 17 2005 19 2005 (Ende) 21 2006 24 2008 31 2009 31,5 2011 35 2013 38 2014 42 2017 47 2018 52 Roboter werden hier bis Jahresende 2016 arbeiten. Das klassische Knattern der Niethämmer hört man nicht mehr. Die Roboter quetschen die Niete mit sanfter Hydraulikkraft ohne Hammerschläge. Eine Mischung aus Kran und Hängebahn versorgt die ganze Halle ständig mit Nachschub und holt die fertigen Flügelteile ab, um sie zur Endmontage in die Nachbarhalle zu liefern. 40 000 Niete pro Tag müssen in Renton bisher per Hand gesetzt werden. Die neuen Roboter sollen die Arbeit nun statt in sechs Tagen in vier Tagen schaffen und eine laut Boeing um 66 Prozent höhere Qua- 52 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2015 www.flugrevue.de

Jeden Arbeitstag spuckt die Endmontage im Werk Renton zwei Boeing 737 aus. Eine zweite 737-Lackierhalle hilft, die immer höhere Flugzeugproduktionskadenz zu bewältigen. lität liefern. Die Roboter finden stets und millimetergenau die perfekte Bohrposition. Der Anteil der Nacharbeiten soll um 50 Prozent sinken. Als Nächstes wird für die Flügel eine automatische Holmlinie gebaut, die ebenfalls im Gesamtsystem elektronisch vernetzt arbeitet. Blick auf die beiden Endmontagehallen (Mitte) und die Halle der Flügelproduktion (rechts). „Die Beschäftigtenzahl sinkt übrigens nicht“, tritt Fertigungsdirektor Chamberlin entsprechenden Befürchtungen angesichts der sich erkennbar ausbreitenden Automatisierung entgegen. 12 000 Mitarbeiter hat das Werk in Renton heute, vor zehn Jahren waren es nur 9300. Auch 2015 werden etwa 100 neue Arbeitsplätze hinzukommen. „Die Anforderungen verändern sich. Viele Mitarbeiter müssen wir deshalb umschulen. Je mehr automatisiert wird, desto besser muss untereinander kommuniziert werden“, sagt der Flugzeugbauer und CFK- Experte. Wegen der hohen Produktionsraten erhielten die zuverlässige Bestückung der Maschinen und die perfekte Produktionslogistik einen immer höheren Stellenwert. Hier brauche man qualifizierte Mitarbeiter. BOEING PLANT EINSTELLUNGSWELLE Der Chef der Boeing-Zivilflugsparte, Ray Conner, der vor 38 Jahren seine Karriere als Flugzeugbauer bei Boeing in Renton begann, kündigte Ende Mai sogar eine neue Einstellungswelle an. Bis zum Ende der Dekade seien bei Boeing alleine im Großraum Seattle bis zu 30 000 Arbeitsplätze neu zu besetzen, da dem Hersteller eine Pensionierungswelle älterer Mitarbeiter bevorstehe. Dabei gebe es „gute Mittelklassejobs“ ausdrücklich auch für neue Mitarbeiter ohne Studium, warb Conner. Nach europäischem Vorbild wolle Boeing interessierten Oberschülern in praktischen Kursen das Flugzeugbauerhandwerk vermitteln, um eine hochwertige, qualifizierte Facharbeiterschaft aufzubauen. FR Fotos: Boeing (2), Steinke www.flugrevue.de FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2015 53

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