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FLUG REVUE 07/2015

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Paris Air Show: Alles zur wichtigsten Luftfahrtmesse des Jahres Regierungsjets: So reisen die Mächtigen Gemanwings-Absturz: Neue Erkenntnise aus der Auswertung des Flugdatenrekprders

Paris Air Show-Extra

Paris Air Show-Extra Aerospace-Industrie in Frankreich Fotos: Airbus Helicopters – J. Deulin, Dassault Aviation, Anthony Guerra – AirTeamImages, Schleidt, Sebastian Steinke, Turbomeca Projekten, sondern ganz explizit eingebettet in europäische und globale Programme und Partnerschaften. Die Luftund Raumfahrtindustrie ist der Sektor, der in absoluten Zahlen den größten Exportanteil hat und so maßgeblich zur Außenhandelsbilanz Frankreichs beisteuert. 348 FIRMEN SIND MITGLIED BEI DER GIFAS 2014 erwirtschafteten die 348 Mitgliedsunternehmen der GIFAS einen Gesamtumsatz von 50,7 Milliarden Euro, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Der Exportanteil lag 2014 bei 33,1 Prozent des Wertes. Im Vergleich dazu: Die Mitgliedsunternehmen des BDLI kamen 2014 auf einen Umsatz von 32,1 Milliarden Euro. Der Gesamtwert der aufgelaufenen und noch nicht abgearbeiteten Aufträge der französischen Aerospace-Industrie stieg 2014 auf 70,3 Milliarden Euro und damit auf einen Rekordwert. Marwan Lahoud, der Präsident der GIFAS, ist zuversichtlich, dass die Zuliefererkette den erwarteten Produktionshochlauf bewältigen kann. Ab 2017 will Airbus allein 50 Flugzeuge der A320-Familie pro Monat ausliefern. Heute sind es 42. Die Aerospace-Unternehmen in Frankreich sehen sich heute als internationale Player, die nicht nur in den Abnehmerländern einen industriellen Fußabdruck hinterlassen müssen, sondern auch durch Partnerschaften mit anderen Firmen in neue Programme eingebunden sein wollen. Wurde bis vor einem Jahrzehnt Airbus in der französischen Öffentlichkeit als französisches Unternehmen wahrgenommen, so hat sich dieses Bild hin zu einem multinationalen Konzern gewandelt, und das, obwohl der Hauptsitz des Unternehmens heute in Toulouse ist. Wenigen ist bewusst, dass beispielsweise das größte Werk des Herstellers Dassault Aviation nicht in Frankreich, sondern im US-Bundesstaat Arkansas liegt. Dort erhalten die in Frankreich gebauten Falcon-Business-Jets ihre Inneneinrichtung sowie ihre Lackierung. Die Tätigkeits-, Umsatz- und Ergebnisschwerpunkte der Industrie haben sich auch in Frankreich zugunsten der Airbus Helicopters ist Weltmarktführer bei Hubschraubern. Die H160 ist das neueste Muster. Umsätze und Beschäftigtenentwicklung Die Zahl der Beschäftigten in der Aerospace-Industrie wächst in Frankreich und Deutschland seit Jahren. In Frankreich waren 2014 rund 180 000 Mitarbeiter in dieser Branche direkt angestellt. 180 170 160 150 Frankreich 140 130 120 110 Deutschland 100 90 2010 2011 2012 2013 2014 50,7 Mrd. Umsätze 2014 32,1 Mrd. Exportanteil Frankreich 78 % Exportanteil Deutschland 60 % Quelle: GIFAS, BDLI Indien lässt seine Mirage 2000 bei Dassault Aviation auf den neuesten Stand der Technik bringen. 56 FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2015

Die französische Luft- und Raumfahrtindustrie ist zu großen Teilen vom Airbus-Erfolg abhängig. In Südfrankreich entsteht eine Fabrik zur Serienproduktion des Elektroflugzeugs E-Fan. Die französischen Streitkräfte hatten den Tiger HAD in Afghanistan im Einsatz. Der französische Hersteller Turbomeca ist ein wichtiger Lieferant für Helikopter-Triebwerke. zivilen Produkte verschoben. Beim Auftragseingang kamen 2014 rund 84 Prozent des Auftragswertes aus der Zivilluftfahrt, beim Umsatz waren es in diesem Jahr 77 Prozent des Wertes. Auch wenn die Rafale 2015 einige Exportaufträge erhielt, wird sich an dem Verhältnis zwischen zivilen und militärischen Aufträgen wenig ändern. Ohne bedeutende technologische Fortschritte wird die Branche es nicht schaffen, ihr Umsatz- und Beschäftigtenniveau zu halten, das ist dem Industrieverband und seinen Mitgliedern klar. Deswegen investieren die Unternehmen stark in neue Technologien. Der Verband hat für die Branche auch ehrgeizige Ziele ausgegeben: So soll die energetische Effizienz im Luftverkehr von jetzt bis 2020 pro Jahr um 1,5 Prozent verbessert werden. Ab 2020 sollen die CO 2 -Emissionen der Branche trotz höherer Verkehrsleistung nicht weiter steigen. Ab 2050, so die Ziele, soll die Branche trotz Wachstums den CO 2 -Ausstoß sogar reduzieren. DER PRODUKTIONSHOCHLAUF VERURSACHT ENGPÄSSE Die Mitgliedsunternehmen der GIFAS beschäftigen in Frankreich 180 000 Mitarbeiter, das ist eine Steigerung um 3000 im Vergleich zu 2013. Die im BDLI organisierten deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmen beschäftigten 2014 105 700 Mitarbeiter. 10 000 Menschen wurden 2014 von den GIFAS-Firmen neu eingestellt. Rechnet man die 2000 Abgänge ab, bleiben immer noch 8000 neue Stellen. In diesem Jahr, schätzt der Verband, wird der Personalaufwuchs nachlassen. Nicht, weil die Unternehmen keinen Bedarf an neuen Mitarbeitern hätten – immerhin erleben die wichtigen Programme A320, A350, CFM56, Falcon 5X und Falcon 8X etc. derzeit einen Produktionshochlauf –, sondern weil der qualifizierte Nachwuchs nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. „Der Produktionshochlauf bei den Programmen stellt unsere Mitglieder personell vor einige Herausforderungen“, sagte Claude Bresson, GIFAS-Direktor für Soziales und Ausbildung, sehr diplomatisch in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Le Monde“. FR FLUG REVUE Paris Air Show-Extra 2015 57

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